Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Sasol baut Werk in Brunsbüttel für 60 Millionen Euro aus

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05.06.2026

Berlin (dpa) *14:10 Uhr – Pharmakonzerne kürzen Investitionen – Bund verteidigt Kurs

Die Bundesregierung hat sich zum Stopp von milliardenschweren Pharmainvestitionen in Deutschland geäußert. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte in Berlin, unternehmerische Entscheidungen gegen den Standort seien bedauerlich. Sie zeigten, dass die Herausforderungen besonders auch wegen der US-Pharmapolitik sehr ernst zu nehmen seien.

Der deutsche Markt bleibe aber trotz der diskutierten Maßnahmen mit dem Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung attraktiv für die Pharmabranche. «Auch dieser Industriezweig hat ja als Arbeitgeber ein Interesse an stabilen Sozialbeiträgen.» Ziel der Bundesregierung sei, die Gesundheitswirtschaft zu stärken, sagte die Sprecherin und verwies auf die laufende Erarbeitung einer Pharmastrategie.

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass er wegen der Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitswesen eine geplante Investition von 2,5 Milliarden Euro in einen neuen Standort im rheinland-pfälzischen Alzey halbieren will. Es solle zunächst nur der «Mindestumfang» des Standortes fertiggestellt werden.

Der rheinland-pfälzische Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will zudem geplante Investitionen von 900 Millionen Euro in Deutschland stoppen. Als Gründe nannte er schwierige Bedingungen in Deutschland, die Sparvorgaben der Bundesregierung und Druck aus den USA. Boehringer Ingelheim hatte eine Art Abkommen mit der US-Regierung geschlossen, um im Gegenzug für Investitionen in Amerika von Pharmazöllen befreit zu werden.

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Krankenkassen mit dem «Beitragssatzstabilisierungsgesetz» 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten und so steigende Zusatzbeiträge verhindern. Geplant sind auch schärfere Sparvorgaben für die Pharmabranche. So sollen die Herstellerrabatte, die Arzneikonzerne Krankenkassen gewähren müssen, steigen - nach Prognose des Pharmaverbands VFA von aktuell 7 Prozent des Listenpreises auf rund 20 Prozent bis 2030.

Aus der Pharmabranche hatte es harsche Kritik an den Plänen gegeben. Sie schadeten dem Standort unterliefen das Ziel der Bundesregierung, die Pharmaindustrie als Schlüsselbranche zu stärken.

Alzey (dpa/lrs) *12:24 Uhr – Trotz Pharmakonzern-Entscheidung – Alzey hofft noch

Alzey hofft trotz der angekündigten Reduzierung der Investitionen des US-Pharmakonzerns Eli Lilly in einen neuen Standort in der Stadt noch auf eine Wende zum Guten. Vielleicht gebe es ja noch ein Umdenken, sagte Bürgermeister Steffen Jung (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Er selbst habe am Mittwochvormittag von der Entscheidung des Unternehmens erfahren, seitdem stünden die Telefone nicht mehr still. Er stehe in Kontakt mit der Landesregierung und mit Abgeordneten in Berlin.

Eli Lilly baut derzeit in einem Gewerbegebiet in Alzey eine Produktionsstätte auf. In die sollten 2,5 Milliarden US-Dollar gesteckt werden. Am Mittwoch dann kündigte das Unternehmen an, angesichts des gesundheitspolitischen Kurses in Deutschland - konkret der Sparpläne in der Gesundheitspolitik - nur noch die Hälfte des Geldes in Alzey investieren zu wollen.

Ihm sei von Unternehmensseite signalisiert worden, dass es definitiv nicht an der Zusammenarbeit mit der kommunalen Ebene liege, sagte Jung. Dass sich Bundespolitik derart auswirke, Eli Lilly gar von einem Vertrauensbruch durch die Bundesregierung spreche, sei schon enttäuschend und mache sauer. Nun müsse abgewartet werden, wie es weitergehe. Positiv sei zumindest, dass das Werk nach wie vor 2027 in Betrieb genommen werden solle.

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