Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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22.06.2026

Köln (dpa) *17:20 Uhr – Nach Chemieunfall noch drei Mitarbeiter im Krankenhaus

Nach dem Zwischenfall im Chempark Dormagen in der Nacht zum Samstag befinden sich noch drei Mitarbeiter im Krankenhaus. Insgesamt seien 26 Personen verletzt worden, teilte die Kölner Polizei mit. «Davon wurden fünf Personen stationär zur Beobachtung aufgenommen. Zwei dieser Geschädigten wurden zwischenzeitlich wieder entlassen, sodass sich derzeit noch drei Geschädigte stationär zur Beobachtung im Krankenhaus befinden.»

Zur Unfallursache teilte die Polizei mit, ersten Erkenntnissen zufolge sei es zu einem Gasaustritt von Phosgen zwischen zwei Tanks gekommen. Erkenntnisse zu einer vorsätzlichen Tathandlung lägen bislang nicht vor. Die Ermittlungen dauerten an.

Im Chempark war am frühen Samstagmorgen eine phosgenhaltige Flüssigkeit ausgetreten. Phosgen ist giftig und wird unter anderem zur Herstellung von Vorprodukten für Pflanzenschutzmittel und Pharmazeutika genutzt.

Leuna (dpa/sa) *14:39 Uhr – Gewerkschaft sieht weiter Chancen für Leuna Polyamid

Nach der erneuten Insolvenz der Leuna Polyamid GmbH sieht die Chemiegewerkschaft IGBCE weiterhin Chancen für den Erhalt des Standorts. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung könne dem Unternehmen Zeit verschaffen, einen zusätzlichen Investor zu finden, teilte die Gewerkschaft mit. Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Monaten unter schwierigen Bedingungen den Betrieb aufrechterhalten.

Die Leuna Polyamid GmbH hatte erst Anfang April die insolvente Domo Caproleuna übernommen und rund 439 Arbeitsplätze gesichert. Vergangene Woche stellte das Unternehmen jedoch selbst einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. Als Grund nannte die Geschäftsführung stark gestiegene Rohstoffpreise infolge geopolitischer Entwicklungen sowie zusätzliche Liquiditätsprobleme durch Vorkasseforderungen von Lieferanten.

Die IGBCE wertete das Verfahren als geordneten Neustartversuch und unterstützte die Suche nach einem strategischen Investor. Für die Beschäftigten sei die erneute Insolvenz zwar ein schwerer Schlag, sie unterscheide sich jedoch von der früheren Insolvenz der Domo Caproleuna, da das Unternehmen unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sei.

Zugleich warnte die Gewerkschaft vor Folgen für den gesamten Chemiepark Leuna. Der Ausfall eines Unternehmens könne Auswirkungen auf weitere Betriebe im industriellen Verbund haben. Ziel müsse deshalb sein, den Standort mit seinen Arbeitsplätzen und bestehenden Lieferbeziehungen zu erhalten.

Die Leuna Polyamid GmbH war von den Unternehmen Infraleuna und Leuna-Harze gegründet worden, um den Betrieb der Domo Caproleuna fortzuführen. Nach Angaben des Unternehmens soll der Geschäftsbetrieb trotz des Insolvenzantrags weiterlaufen. Parallel wird nach Investoren gesucht.

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