Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie BASF darf Lacke-Sparte an Carlyle verkaufen +++ K+S kauft Salzgeschäft von Qemetica

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

02.06.2026

Brüssel (dpa) *20:24 Uhr – BASF darf Lacke-Sparte an Carlyle verkaufen

Die EU-Kommission hat den Verkauf des Lacke-Geschäfts des Chemiekonzerns BASF an den US-Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen genehmigt. Carlyle muss das weltweite Polysulfid-Geschäft des Spezialchemieunternehmens Nouryon verkaufen, das zum Portfolio der Investmentgesellschaft Carlyle gehört, wie aus einer Mitteilung der Behörde hervorgeht. Damit soll der Wettbewerb im Bereich der Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt und der Polysulfide als dafür entscheidendem Ausgangsstoff gesichert werden.

Nouryon sei einer von nur zwei globalen Anbietern dieser Polysulfide und habe deshalb erhebliche Marktmacht, begründete die EU-Kommission ihre Entscheidung. Polysulfide seien für die Herstellung von Dichtstoffen in der Luft- und Raumfahrt nötig - einem Markt, in dem auch BASF Coatings tätig ist. Aus Sicht der Brüsseler Wettbewerbshüter hätte das fusionierte Unternehmen wahrscheinlich die Möglichkeit und den Anreiz, den Zugang der Wettbewerber von BASF Coatings zu Polysulfiden für Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt zu beschränken, und könnte zudem wirtschaftlich sensible Informationen zum Nachteil der Wettbewerber nutzen.

Der Chemiekonzern BASF mit Sitz in Ludwigshafen und Carlyle hatten die Transaktion im vergangenen Oktober angekündigt. Für die Sparte wurde demnach ein Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro angesetzt. Zum Geschäftsbereich gehören etwa Fahrzeugserien- und Autoreparaturlacke sowie Oberflächentechnik. BASF will demnach 40 Prozent an der Sparte behalten. Dem Konzern sollen 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in bar zufließen.

Kassel (dpa) *17:15 Uhr – K+S kauft Salzgeschäft von polnischem Unternehmen

Der Salz- und Düngerkonzern K+S verstärkt sich mit einem Zukauf in Europa. Er will das Salzgeschäft des polnischen Chemieunternehmens Qemetica mit Standorten in Janikowo (Polen) und Staßfurt (Sachsen-Anhalt) übernehmen, wie das im MDax notierte Unternehmen in Kassel mitteilte. Der Kaufpreis liege abhängig vom Geschäftsverlauf in den Jahren 2026 und 2027 zwischen 350 und 380 Millionen Euro.

Der Abschluss des Geschäfts soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 erfolgen. Zur Finanzierung prüft K+S verschiedene Optionen. Der Verschuldungsgrad soll aber weitgehend unverändert bleiben.

Durch den Zukauf entstehe Potenzial für zusätzliches Wachstum in Mittel- und Osteuropa, so der Konzern. Der Schwerpunkt der zugekauften Standorte liege in der Herstellung von Salzspezialitäten etwa zur Wasserenthärtung sowie für die Lebensmittelindustrie. Im vergangenen Jahr habe der Umsatz bei rund 125 Millionen Euro gelegen.

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