Mainz (dpa) *14:59 Uhr – Schweitzer will sich in USA für Pharmabranche starkmachen
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten 100-prozentigen Zölle für Arzneimittelimporte kritisiert und Berechenbarkeit gefordert. «Noch im Juli dieses Jahres haben die Vereinigten Staaten und die Europäische Union eine anderslautende Einigung erzielt», sagte der SPD-Politiker einen Tag vor einer fünftägigen USA-Reise in Mainz. «Die nun getroffene Entscheidung steht in eklatantem Widerspruch zu den damaligen Vereinbarungen.» «Diese mangelnde Verlässlichkeit und fehlende Planbarkeit sind Gift für die Wirtschaft - für Unternehmen genauso wie für Beschäftigte und zwar auf beiden Seiten des Atlantiks», sagte Schweitzer. «Gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Arzneimittelversorgung brauchen wir stabile und vertrauenswürdige Rahmenbedingungen.»
Rheinland-Pfalz stehe für einen starken, fairen und verlässlichen Wirtschaftsstandort. «Ich erwarte, dass auch internationale Partner diesen Anspruch an Berechenbarkeit respektieren und einhalten», sagte der Ministerpräsident. Die USA seien einer der wichtigsten Exportmärkte, daher erschütterten die Ankündigung des US-Präsidenten die Branche. Schweitzer kündigte an, die Anliegen, der Pharma-Branche in seinen Gesprächen in den USA vorzubringen und sich für faire Zölle einzusetzen. Dies habe er dem Vorsitzenden des Gesellschafterausschusses von Boehringer Ingelheim, Hubertus von Baumbach, in einem Telefonat versichert.
Berlin (ots) *14:00 Uhr – Pharma Deutschland begrüßt neue Switch-Entscheidungen des Bundesrats
Der Bundesrat hat heute weiteren Entlassungen von Wirkstoffen aus der Verschreibungspflicht («Switches») zugestimmt.
Pharma Deutschland begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich. Switches ermöglichen eine sichere Selbstmedikation unter pharmazeutischer Beratung in der Apotheke und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Arztpraxen und Krankenkassen. Zugleich stärken sie die Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten. Die aktuellen Entscheidungen des Bundesrats betreffen u.a. die Wirkstoffkombination Prednisolon und Salicylsäure, die zur Behandlung von leicht ausgeprägten entzündlichen Erkrankungen der Kopfhaut eingesetzt wird, beispielsweise bei Schuppenflechte oder seborrhoischer Dermatitis. Das Arzneimittel wirkt entzündungshemmend und hilft, Hautirritationen sowie Juckreiz spürbar zu lindern.
«Switches schaffen klaren Mehrwert - sie entlasten das Gesundheitssystem und geben Patientinnen und Patienten mehr Entscheidungsmöglichkeiten bei der Arzneimittelversorgung», betont Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.
«Gerade im Zusammenspiel von ärztlicher Versorgung und pharmazeutischer Beratung sind Switches ein naheliegendes Instrument, das hilft, unsere Gesundheitsversorgung ein kleines Stück weniger umständlich und kosten intensiv zu machen.» Switches - der Wechsel von der Rezeptpflicht zur rezeptfreien Abgabe für bestimmte Arzneimittel - sind international bewährt. In Deutschland wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten über 30 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen erfolgreich aus der Verschreibungspflicht entlassen, darunter u.a. Präparate gegen Migräne oder Heuschnupfen. Dennoch gilt Deutschland im internationalen Vergleich eher als zurückhaltend, wenn es darum geht, Patientinnen und Patienten mehr Eigenverantwortung und einen niederschwelligen Zugang zu modernen Therapien zu ermöglichen.
Das zweite Arzneimittel, das heute aus der Verschreibungspflicht entlassen wurde, ist Naloxon-Nasenspray. Es dient als Notfallmedikament zur sofortigen Behandlung bei vermuteter oder bestätigter Überdosierung mit Opioiden und ist damit klassisches, breit eingesetztes Arzneimittel, das in einer größeren Bevölkerungsgruppe angewandt wird. Das Naloxon-Nasenspray kann von Angehörigen, Ersthelfer:innen sowie anderen anwesenden Personen angewendet werden, um lebensbedrohliche Atemdepressionen aufzuheben, bis professionelle medizinische Hilfe eintrifft.
Stand: 08.12.2025
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Mainz (dpa/lrs) *10:36 Uhr – Mehr verbotene Drohnen fliegen
Die Zahl illegaler Drohnenflüge hat in Rheinland-Pfalz deutlich zugenommen. «Die Polizei registriert seit Ende des Jahres 2024 vermehrt verbotswidrige Drohnenflüge», berichtet das Innenministerium in Mainz. Im gesamten Vorjahr seien es 100 gewesen, davon im Dezember 49. In diesem Jahr seien bereits 260 Drohnen am Himmel entdeckt worden (Stand 20. September). Höhepunkt war der Monat August mit 39 Drohnen. Der SWR hatte darüber zuerst berichtet.
46 Drohnen seien in diesem Jahr an militärischen Anlagen entdeckt worden, 13 bei Chemieunternehmen und zwei bei Rüstungsbetrieben, die auch für die Bundeswehr arbeiten. Die Polizei habe keine der Drohnen «technisch detektieren» können. «Dies lässt darauf schließen, dass es sich um unkonventionelle, technisch veränderte oder militärische Drohnen handeln könnte.» Aufgrund vergleichbarer Drohnen im gesamten Bundesgebiet und anderen Ländern bestehe der Verdacht, dass die Flüge die sogenannte kritische Infrastruktur auskundschaften sollten, und zwar nicht nur vereinzelt.
Washington (dpa) *02:18 Uhr – US-Präsident Trump kündigt einen neuen Zoll auf Medikamente an
US-Präsident Donald Trump hat Zölle von 100 Prozent auf Arzneimittelimporte in die Vereinigten Staaten ab 1.
Oktober angekündigt. Sollten Arzneimittelhersteller eine Produktionsstätte in den USA bauen, könnten sie damit den Zoll umgehen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Unternehmen, die entweder bereits einen Baubeginn festgelegt oder mit dem Bau angefangen hätten, seien von den geplanten Zöllen ausgenommen, hieß es weiter. Gerade die deutsche Pharmaindustrie hatte Zölle gefürchtet: Die USA sind ihr wichtigster Exportmarkt, knapp ein Viertel der deutschen Pharma-Exporte gehen dahin. Aber die Zölle sind auch für Indien schmerzhaft: Das südasiatische Land importiert vor allem Arzneimittel in die USA.
Zwischen den USA und der EU steht eigentlich seit Sommer ein Deal - dabei wurde für EU-Importe in die Vereinigten Staaten ein Basiszollsatz von 15 Prozent festgelegt. Für europäische Hersteller von Arzneimitteln, Halbleitern und Bauhölzern war dennoch bislang nicht ganz klar, ob die Zollobergrenze von 15 Prozent auch für sie gilt. Auch Autohersteller hatten bis zuletzt Unklarheit - erst am Donnerstag war deutlich geworden, dass für aus der EU in die USA eingeführte Autos rückwirkend zum 1. August die Zölle von 27,5 Prozent auf dann 15 Prozent gesenkt werden.
Für die deutsche Pharmabranche mit ihren rund 130.000 Beschäftigten sind die USA das wichtigste Exportland. 2024 gingen dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 27 Milliarden Euro und damit knapp ein Viertel der deutschen Pharmaexporte in die USA. Damit ist die deutsche Pharmabranche wesentlich stärker vom US-Markt abhängig als etwa der Maschinenbau und die Chemieindustrie. Besonders gefragt waren etwa Impfstoffe.