Berlin (dpa) *04:31 Uhr – Umweltverbände warnen vor CO2-Speicherung
Umweltverbände fürchten negative Folgen für Klimaschutz und Energiewende durch die geplanten Möglichkeiten zur unterirdischen CO2-Speicherung. Man sei «in großer Sorge» wegen der anstehenden Novelle des entsprechenden Gesetzes, schreiben acht Umweltverbände in einem Brief an führende Fachpolitiker im Bundestag, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
Klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht beispielsweise in Industrieanlagen und bei der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle. Die Bundesregierung will Abscheidung, Transport und Speicherung von CO2 möglich machen. Dabei zielt sie laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf industrielle Prozesse, in denen sich CO2-Emissionen nicht vermeiden ließen, etwa in der Zement-, Kalk- und Aluminiumindustrie.
Die Umweltorganisationen sehen in den Plänen hingegen ein Einfallstor für eine breite Nutzung der Technologie, die auch als «Carbon Capture and Storage» (CCS) bekannt ist. «Die vorliegende Novelle würde einen breiten Einsatz von CCS auch für technisch vermeidbare Emissionen ermöglichen, beispielsweise bei der industriellen Prozesswärme oder für die Stromerzeugung», schreiben sie. Prozesswärme ist Wärme, die für industrielle Prozesse genutzt wird.
Zudem dürfe CCS nicht für Gaskraftwerke zum Einsatz kommen, verlangen die Verbände. Sie fürchten, dass Deutschland damit länger vom Energieträger Gas abhängig bleibt. «Investitionen in CCS-Anlagen und -Infrastruktur würden den Einsatz von Gas, Kohle und Öl in der Industrie über mehrere Jahrzehnte zementieren.»
Unterzeichnet haben das Schreiben der Deutsche Naturschutzring, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Greenpeace, Deepwave, Germanwatch, der WWF, die Deutsche Umwelthilfe und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Am Donnerstagabend soll der Bundestag erstmals über die Reform beraten.
10.09.2025
Zörbig (dpa/sa) *14:01 Uhr – Gasproduzent eröffnet neues Werk in Zörbig
Das Gasunternehmen Nippon will in einem neuen Werk in Zörbig mit der Produktion beginnen. An dem neuen Standort werde gasförmiges und verflüssigtes Kohlendioxid in Lebensmittelqualität sowie Trockeneis hergestellt, teilte das Unternehmen mit. Der Bau des neuen Werks im Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat den Angaben nach 30 Millionen Euro gekostet. Das Land hat den Bau mit 3,7 Millionen Euro bezuschusst.
Nippon Gases beliefert nach eigenen Angaben unter anderem metallverarbeitende Betrieben, die chemische Industrie, Lebensmittelproduzenten und Kliniken. Das Unternehmen hat deutschlandweit 16 Standorte. Es ist Teil der Nippon Sanso Holdings Corporation. Das Unternehmen mit seinem Hauptsitz in Japan ist über 100 Jahre alt und beschäftigt nach eigenen Angaben nahezu 20.000 Mitarbeiter – 3.500 davon in Europa.
Bagsvaerd (dpa) *11:49 Uhr – Novo Nordisk streicht 9.000 Jobs – Druck bei Abnehmspritzen
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk setzt angesichts des scharfen Wettbewerbs um Abnehmmittel den Rotstift an. Weltweit würden 9.000 Jobs gestrichen, teilte das vor allem für seine Abnehmspritze Wegovy bekannte Unternehmen in Bagsvaerd nahe Kopenhagen mit. Das sind 11,5 Prozent der Belegschaft. Mehr als die Hälfte der Stellen – rund 5.000 Jobs – sollen im Heimatmarkt Dänemark wegfallen.
Ob auch Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden, wo Novo Nordisk seine Zentrale in Mainz hat, wurde zunächst nicht bekannt. Es handle sich um eine globale Transformation, sagte eine Sprecherin, «und jedes Land, jeder Standort und jede Region wird unterschiedlich davon betroffen sein». Noch seien die Pläne nicht finalisiert.
Mit dem Jobabbau reagiert Novo Nordisk auf den steigenden Wettbewerbsdruck am Markt für Abnehmpräparate, insbesondere durch den US-Konkurrenten Eli Lilly, der mit dem Konkurrenzpräparat Zepbound erfolgreich ist. Eli Lilly will auch in Europa zulegen und investiert einen Milliardenbetrag für ein neues Werk im rheinland-pfälzischen Alzey.
Stand: 08.12.2025
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«Unsere Märkte entwickeln sich weiter, insbesondere im Bereich Fettleibigkeit, da der Wettbewerb dort zunimmt und der Verbraucher stärker in den Vordergrund rückt», sagte Novo-Nordisk-Chef Mike Doustdar. «Unser Unternehmen muss sich ebenfalls weiterentwickeln».
Ziel sei es, das Unternehmen schlanker aufzustellen und Entscheidungen zu beschleunigen. So soll der Konzern vor allem auf Wachstumschancen im Bereich Diabetes und Adipositas ausgerichtet werden. Die Prognose für den Betriebsgewinn in diesem Jahr wurde deutlich gesenkt. Die Kosten für die Neuaufstellung beziffert Novo Nordisk auf acht Milliarden dänische Kronen (1,07 Mrd. Euro). Genauso viel will das Management ab 2026 jährlich sparen.
Novo Nordisk war im Boom um Abnehmmedikamente 2024 zeitweise zu Europas wertvollstem Börsenkonzern aufgestiegen. Doch inzwischen macht dem Unternehmen der Wettbewerb mit Eli Lilly vor allem in den USA schwer zu schaffen. Auf Sicht von einem Jahr hat die Aktie von Novo Nordisk rund 60 Prozent an Wert eingebüßt.