Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Brand in Chempark Dormagen gelöscht

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30.01.2024

New York (dpa) *14:26 Uhr – Nach Corona-Boom Gewinneinbruch bei Pfizer

Nach dem Rekordjahr 2022 hat die geringere Nachfrage nach Corona-Medikamenten und -Impfstoffen dem US-Konzern Pfizer einen Umsatz- und Gewinneinbruch eingebrockt. Der Erlös sackte im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 58,5 Milliarden Dollar (54 Mrd Euro) ab, wie der Hersteller am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich verdiente Pfizer 2,1 Milliarden Dollar und damit 93 Prozent weniger. Im Schlussquartal fiel ein Milliardenverlust an. Bereinigt um Sondereffekte fiel das Ergebnis höher aus als von Experten erwartet.

In der Pandemie hatte Pfizer mit seinem deutschen Partner Biontech am Verkauf des Impfstoffs Comirnaty viel verdient, doch mit dem Ende des Corona-Rückenwinds braucht der Konzern Alternativen. Das Management will sich stärker auf das Krebsgeschäft konzentrieren. Dafür hatte Pfizer im vergangenen Jahr den Spezialisten Seagan gekauft.

Hannover (dpa) *13:47 Uhr – Chemie-Gewerkschaft fordert sechs bis sieben Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft IG BCE will mit der Forderung nach sechs bis sieben Prozent mehr Geld in die bevorstehende Chemie-Tarifrunde ziehen. Diese Empfehlung beschloss die Spitze der Gewerkschaft, wie sie am Dienstag in Hannover mitteilte. Die Bundestarifkommission der Chemie-Gewerkschaft muss den Vorschlag im April nach Beratungen an der Basis noch absegnen. Das gilt in der Regel als Formsache. Die Verhandlungen sollen dann Mitte April starten.

«Dies ist eine Forderungsempfehlung mit Maß und Mitte», sagte IG-BCE-Tarifvorstand und Chemie-Verhandlungsführer Oliver Heinrich. «Sie überfordert auf Unternehmensseite niemanden – aber hilft auf Belegschaftsseite vielen.» Die rund 585.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche müssten durch eine nachhaltige Erhöhung der Entgelte von den Folgen der Inflation entlastet werden.

Der Arbeitgeberverband BAVC wies die Forderung umgehend als überhöht zurück. «Die Forderungen der IG BCE für die kommende Tarifrunde sind weder krisengerecht noch finanzierbar», sagte Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller. Produktion und Umsatz der Branche seien zuletzt deutlich gesunken, und auch in diesem Jahr sei kein Wachstum in Sicht. «2024 steuert die Chemie auf eine Krisen-Tarifrunde zu», sagte Stiller. «Wo keine Zuwächse sind, können wir auch keine verteilen.»

Neben Lohnforderungen will die Gewerkschaft Vorteile für Ihre Mitglieder im Tarifvertrag festschreiben. Denkbar seien etwa ein besserer Kündigungsschutz für Gewerkschaftsmitglieder oder höhere Zuschüsse zu Kranken- oder Kurzarbeitergeld, hieß es. Dadurch will die Gewerkschaft die Mitgliedschaft attraktiver machen. Der Arbeitgeberverband lehnte auch diese Forderung ab. «Differenzierung auf Basis der Gewerkschaftszugehörigkeit spaltet die Belegschaften und findet keine Akzeptanz auf Arbeitgeberseite», sagte Hauptgeschäftsführer Stiller.

Mehring (dpa/lby) *11:21 Uhr – Wacker-Chemie-Werkleiter: Bürgerentscheid herbe Enttäuschung

Vertreter der Industrie im bayerischen Chemiedreieck bei Altötting haben enttäuscht auf das Bürgervotum gegen den Bau von Windrädern reagiert. «Aus Sicht der Industrie ist der Ausgang des Bürgerentscheids eine herbe Enttäuschung», sagte Peter von Zumbusch, Werkleiter von Wacker Chemie, dem «Münchner Merkur» (Dienstag). «Für das Chemiedreieck ist die ausreichende Versorgung mit Energie zu international wettbewerbsfähigen Preisen essenziell.»

Angesichts des Klimawandels müsse die chemische Industrie klimaneutral werden. «Das ist ein gewaltiger Kraftakt und setzt vor allem eine deutlich stärkere Elektrifizierung voraus», sagte von Zumbusch der Zeitung.

Künftig werde es dabei immer mehr um Energien aus nachhaltigen Quellen gehen. «Ein einzelnes Projekt wie der Windpark Altötting entscheidet zwar nicht über die Zukunft des Chemiedreiecks, ein Scheitern wäre aber ein weiterer Stein in einem Mosaik, das den Standort Deutschland bereits heute im internationalen Vergleich nicht gut aussehen lässt», sagte von Zumbusch. Dazu zählten neben zu hohen Energiepreisen auch bürokratische Hürden und eine ungenügende Infrastruktur.

Die Bürgerinnen und Bürger in Mehring im Landkreis Altötting hatten am Sonntag in einem Ratsentscheid und in einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit Windkraftanlagen auf ihrem Gemeindegebiet abgelehnt. Dort sollten nach bisherigen Plänen etwa zehn von insgesamt 40 Windkraftanlagen entstehen. Im Altöttinger und Burghauser Forst soll Bayerns größter Windpark entstehen.

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Die Initiative «Gegenwind Altötting», die das Mehringer Bürgerbegehren initiiert hatte, plant in Nachbarorten weitere Bürgerbegehren. Es gehe nun um Überzeugungsarbeit und eine transparente Kommunikation, um das Windparkprojekt zum Erfolg zu führen, sagte von Zumbusch.

Wellington (dpa) *09:36 Uhr – Neuseeland verbietet «Ewigkeitschemikalien» PFAS in der Kosmetik

Als eines der ersten Länder der Welt will Neuseeland sogenannte Ewigkeitschemikalien in Kosmetikprodukten verbieten. Die Umweltschutzbehörde des Pazifikstaates teilte am Dienstag mit, dass per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) ab dem 31. Dezember 2026 nicht mehr in Produkten wie Nagellack, Rasierschaum, Lippenstift und Mascara verwendet werden dürfen. Diese industriell hergestellten Verbindungen, die mehr als 10.000 Substanzen umfassen, werden zugesetzt, um etwa die Haut zu glätten oder um Kosmetik haltbarer oder streichfähiger zu machen.

Doch sind die Chemikalien extrem langlebig. Gelangen PFAS einmal in die Umwelt, dann werden sie dort nicht abgebaut. Sind Böden und Gewässer belastet, dann können PFAS über die Nahrungskette und über das Trinkwasser in den menschlichen Organismus gelangen und Krankheiten auslösen. «Sie können sich in unserem Körper ansammeln, und einige davon können in hohen Konzentrationen giftig sein», sagte der für die Neubewertung gefährlicher Stoffe zuständige Manager der Behörde, Shaun Presow.

Neuseeland will PFAS auch aus Feuerlöschschaum entfernen und die Belastung der Umwelt im Land durch die Stoffgruppe untersuchen. Die synthetischen Chemikalien sind beliebt, denn sie besitzen wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften und sind thermisch stabil. Daher findet man sie auch oft in Pflanzenschutzmitteln, Skiwachs, Pfannenbeschichtungen oder Regenjacken.

Behörden mehrerer Länder, darunter Deutschland, streben ein weitgehend vollständiges Verbot der Stoffgruppe in der EU an. Die Entscheidung trifft die Europäische Kommission schließlich gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten. Kritiker warnen aber, dass ein komplettes Verbot eine große Bedrohung für Hightech-Industrien wie die Medizintechnik darstellen könnte.

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