Berlin/Leuna (dpa) *17:44 Uhr – Förderung von Millionen-Projekt zu E-Fuels in Leuna gesichert
Kurzzeitig stand die Millionenförderung auf der Kippe, jetzt ist klar: Die Finanzierung einer Forschungsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Leuna (Sachsen-Anhalt) ist gesichert. Das Forschungsprojekt soll dabei helfen, den CO2-Ausstoß vor allem im Luftverkehr zu senken und gilt als weltweit größte Anlage ihrer Art. Wie Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) am Donnerstag mitteilte, stehen in diesem Jahr 30 Millionen Euro für die Anlage zur Verfügung. Bis 2027 seien es 100 Millionen Euro.
«Die weitere Erforschung der Potenziale von E-Fuels ist eine absolute Zukunftsfrage», betonte Hüskens. «Gerade für treibstoffintensive Bereiche wie den Flugverkehr könnten E-Fuels zu einem Game-Changer werden.»
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt will noch in diesem Jahr mit dem Bau der Anlage für sogenannte E-Fuels beginnen. Aus erneuerbarem Strom und Wasser soll in der Anlage zunächst Wasserstoff produziert werden. Anschließend wird daraus mit chemischen Prozessen synthetisches Rohöl gewonnen. Dadurch soll vor allem im Luftverkehr CO2 reduziert werden.
Magdeburg (dpa/sa) *13:47 Uhr – Gutachten: Bedarf an Wasserstoff wird sich bis 2045 verdoppeln
In Sachsen-Anhalt wird sich der Bedarf an Wasserstoff einem Gutachten zufolge bis 2045 verdoppeln. Vor allem in der chemischen Industrie im Süden und Osten des Landes und am Flughafen Leipzig/Halle werde es einen großen Bedarf geben, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Gutachten der Kölner Beratungsfirma r2b im Auftrag des Umweltministeriums hervorgeht. Dafür brauche es einen verstärkten Ausbau von Wind- und Solaranlagen. Aktuell liege der Wasserstoffbedarf in Sachsen-Anhalt bei zehn Terawattstunden, bis zum Jahr 2045 werde der Bedarf auf 23 Terawattstunden steigen.
Umweltminister Armin Willingmann (SPD) betonte die Potenziale, die mit dem Ausbau der Wasserstoffwirtschaft für Sachsen-Anhalt einhergehen würden. So könnten bis 2045 rund 27.000 Arbeitsplätze neu entstehen. Dies seien mehr Arbeitsplätze als derzeit in der Landwirtschaft und in etwa so viele wie bei den Automobilzulieferern im Land. Pro Jahr könnten rund 1,6 Milliarden Euro durch die Wasserstoffindustrie erwirtschaftet werden. Der Ausbau sei zudem wichtig, weil dadurch etwa 75 Prozent des benötigten Wasserstoffs im Land selbst produziert werden könnten.
Große Potenziale sieht die Studie vor allem bei den Speicherkapazitäten. Demnach liegen mehr als 18 Prozent der gesamten Speicherkapazitäten in Deutschland in Sachsen-Anhalt. «Die Studie belegt, dass sich Sachsen-Anhalt zu einer führenden Region für die Erzeugung und Nutzung von klimaneutral erzeugtem Wasserstoff entwickeln kann», sagte Willingmann. Zentrale Voraussetzung sei der Ausbau der erneuerbaren Energien.
Im vergangenen Jahr wurde bereits bundesweit das geplante Kernnetz vorgestellt, bei dem bisherige Gasleitungen auf den Transport von Wasserstoff umgestellt werden sollen. Der Studie zufolge besteht in Sachsen-Anhalt bis 2045 ein zusätzlicher Bedarf von rund 300 Kilometern.
Dortmund/Leverkusen (dpa/lnw) *10:11 Uhr – Ermittlungen zu Explosion in Chemiepark laufen nun in Dortmund
Rund zweieinhalb Jahre nach einer Explosion im Chemiepark in Leverkusen mit sieben Todesopfern übernimmt die Staatsanwaltschaft in Dortmund die Ermittlungen von den Kölner Kollegen. Vor einigen Wochen war die Zentralstelle zur Verfolgung von Umweltkriminalität in NRW bei der Dortmunder Staatsanwaltschaft eingerichtet worden. «Wir haben das Verfahren übernommen», sagte dort ein Sprecher am Donnerstag. Die Dortmunder Zentralstelle sei im November 2023 ins Leben gerufen worden für «schwerwiegende Fälle von Umweltkriminalität, eine solche steht hier im Raum». Zuvor hatte der «Kölner Stadt-Anzeiger» berichtet.
Am 27. Juli 2021 war es in einer Leverkusener Sondermüllanlage im Chemiepark zur Explosion eines Lagertanks gekommen, danach breitete sich ein verheerender Brand aus, weitere Tanks wurden zerstört. Sieben Männer starben, 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Die genaue Ursache des Unglücks ist noch nicht abschließend geklärt. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft in Köln ermittelt – gegen vier Beschäftigte der Betreiberfirma Currenta unter anderem wegen fahrlässiger Tötung.
Stand: 08.12.2025
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