Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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17.01.2024

Leverkusen (dpa) *20:06 Uhr – Bayer wird zahlreiche Stellen in Deutschland streichen

Der Umbau des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer unter dem neuen Chef Bill Anderson wird wie erwartet vielen Mitarbeitern ihren Job kosten. Im Zuge der geplanten Verschlankung der Verwaltung und der angestrebten Beschleunigung von Entscheidungsprozessen dürfte es zu einem erheblichen Personalabbau in Deutschland kommen, teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Leverkusen mit. In diesem Zuge hätten sich der Konzernvorstand und die Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat auf Grundsätze für die Zukunft des Dax-Konzerns verständigt.

Dabei sind ab Ende 2026 auch betriebsbedingte Kündigungen möglich – diese Beschäftigungssicherung gilt bisher nur bis Ende 2025, sie wurde nun verlängert. Mit Abfindungen und Unterstützungsmaßnahmen will Bayer aber schneller zum Ziel kommen. «Der Stellenabbau soll in den kommenden Monaten zügig umgesetzt werden und spätestens Ende 2025 abgeschlossen sein», hieß es weiter. Bayer beschäftigt in Deutschland derzeit rund 22.200 Mitarbeiter. Wie viele genau betroffen sein werden, ist ebenso unklar wie die Kosteneinsparung – diese Effekte sollen erst nach internen Analysen festgelegt werden. Weltweit hat der Konzern 101.000 Beschäftigte – auch im Ausland soll die Sinnhaftigkeit von Managementfunktionen durchleuchtet werden.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Anderson hatte bereits angekündigt, Bayer einem radikalen Kulturwandel zu unterziehen, der vielen Managern den Job kosten dürfte. «Zwischen mir und unseren Kunden gibt es immer noch zwölf Ebenen», hatte er November gesagt. «Das ist einfach zu viel. (...) In Zukunft wird praktisch jeder im Unternehmen in kleinen, selbstverwalteten Teams arbeiten, die sich auf einen Kunden oder ein Produkt konzentrieren – so wie es ein Kleinunternehmer tun würde.» Alles, was nicht zum Erreichen der Mission beitrage, werde verschwinden.

Bayer steht aktuell unter Druck. Im Pharmageschäft fehlen neue Kassenschlager, bei den langjährigen Gewinnbringern wie dem Augenpräparat Eylea und dem Gerinnungshemmer Xarelto laufen die Patente nach und nach aus. Das Agrargeschäft leidet unter schwachen Preisen für den Unkrautvernichter Glyphosat und Milliardenkosten für die US-Rechtsstreitigkeiten rund um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Mittel. Der Aktienkurs ist im Keller. Vor diesem Hintergrund ist auch eine Aufspaltung des Konzerns nicht mehr ausgeschlossen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bayer Stellen zur Disposition stellt. 2020 hatten die Leverkusener ein Programm eingeleitet, mit dem jährlich mehr als 1,5 Milliarden Euro eingespart werden sollten. «In der angespannten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens reichen die bereits laufenden Programme und Maßnahmen jedoch nicht aus, weshalb wir schweren Herzens weiteren Einschnitten zugestimmt haben», sagt Heike Hausfeld, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Bayer. Es sei immerhin gelungen, «den bevorstehenden Stellenabbau im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten so sozialverträglich wie möglich zu gestalten».

Düsseldorf (dpa/lnw) *15:33 Uhr – Wasser in NRW mit Medikamentenrückständen belastet

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will kommunale Kläranlagen aufrüsten, um die Belastung des Trinkwassers mit Medikamentenrückständen zu reduzieren. Mehr als 150 Oberflächengewässer in NRW wiesen laut einer Überprüfung Überschreitungen der Richtlinien für Arzneimittelwirkstoffe oder Abbauprodukte auf, teilte Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) dem zuständigen Fachausschuss des Landtags schriftlich mit.

An 101 Kläranlagen in NRW soll laut Landesplanung bis 2039 eine vierte Reinigungsstufe zur Reduzierung des Eintrags von Mikroschadstoffen eingebaut werden. Aktuell seien bereits 20 Kläranlagen mit dieser zusätzlichen Reinigungsstufe ausgestattet.

Aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen, die mehr Medikamente einnähmen, sei zu erwarten, dass auch weiter Arzneimittelrückstände in die Umwelt gelangten. Der Bericht stand am Mittwoch auf der Tagesordnung des Umweltausschusses.

Sorge macht der schwarz-grünen Landesregierung auch die Belastung von Oberflächengewässern und Abwasser durch antibiotikaresistente Bakterien. Erste Ergebnisse einer Bestandsaufnahme des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ließen erkennen, dass Krankenhausabwässer eine bedeutende Quelle für den Eintrag von antibiotikaresistenten oder multiresistenten Bakterien darstellen könnten. Derzeit gebe es keine rechtlichen Anforderungen an das Abwasser aus Kliniken.

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Die Landesregierung sieht Untersuchungsbedarf, wie Antibiotika und antibiotikaresistente Bakterien im Abwasser konkret reduziert werden können. Dazu sei ein Pilotprojekt mit mindestens zwei Kliniken und zwei Altenheimen in NRW für zusätzliche Reinigungsstufen in Vorbereitung.

Rostow am Don (dpa) *10:36 Uhr – Zwei Verletzte nach Explosion in russischer Fabrik nahe der Ukraine

Beim Brand einer südrussischen Kunststofffabrik nahe der Grenze zur Ukraine sind nach offiziellen Angaben zwei Menschen verletzt worden. «Tote gibt es vorläufigen Angaben nach nicht», schrieb der Gouverneur des Gebietes Rostow, Wassili Golubew, am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal. In der Fabrik in der Stadt Schachty habe sich eine Explosion ereignet, worauf ein Brand ausgebrochen sei. Berichte über einen Drohneneinschlag wies der Gouverneur zurück. «Nach Angaben der Militärs war die Flugabwehr zu der Zeit nicht im Einsatz.»

In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigten massive schwarze Rauchwolken, die hoch in den Himmel steigen. Augenzeugen berichteten in von lokalen Medien geteilten Videos von einem lauten Knall vor dem Ausbruch des Feuers.

Russland führt seit fast 23 Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und überzieht das ganze Nachbarland regelmäßig mit Drohnen- und Raketenangriffen. Die Ukraine verfügt nicht über weitreichende Waffen. Sie hat in den vergangenen Monaten den Beschuss russischer Grenzregionen verstärkt.

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