Mit einer Kundgebung in Ludwigshafen wollen die Gewerkschaft IG BCE und Beschäftigte der Chemieindustrie für einen auf Zeit gedeckelten Strompreis für die Branche Druck machen. Zur Veranstaltung am Dienstag werden am Stammsitz des BASF-Konzerns den Angaben zufolge mehr als 3000 Teilnehmer erwartet. Als Redner sind unter anderen IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis sowie der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat und ein Vertreter der Landesregierung in Mainz angekündigt.
Die IG BCE fordert einen bis 2030 befristeten Preisdeckel für Strom. Sie hat sich dazu in einer sogenannten Allianz pro Brückenstrompreis mit DGB, IG Metall und Branchenverbänden zusammengeschlossen. Die IG BCE ist nach eigenen Angaben mit mehr als 580.000 Mitgliedern die zweitgrößte Industriegewerkschaft Deutschlands.
Berlin (dpa/bb) *13:20 Uhr – Gericht verhandelt über Kaufvorhaben für Shell-Anteil an PCK
Das Verwaltungsgericht Berlin verhandelt an diesem Dienstag über den Kauf von Geschäftsanteilen an der Ölraffinerie PCK Schwedt im Nordosten Brandenburgs. Die österreichische Alcmene klagt gegen das Bundeswirtschaftministerium und sieht sich nach einem fehl geschlagenen Geschäft für den Erwerb des Shell-Anteils an der Raffinerie von 37,5 Prozent weiter am Zug.
Der Einstieg in die PCK war 2021 nicht zustande gekommen, weil der PCK-Mehrheitsgesellschafter Rosneft, Tochter des russischen Staatsunternehmens Rosneft, ein Vorkaufsrecht ausgeübt hatte. In Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Jahr 2022 war dies jedoch hinfällig. Der Bund übernahm mit einer Treuhandverwaltung die Kontrolle über den PCK-Mehrheitseigner Rosneft Deutschland, um unabhängig von russischem Öl zu werden.
Zum Verfahren am Verwaltungsgericht wollten sich die Beteiligten vor der Verhandlung nicht äußern. Der Streitfall ist komplex: Alcmene hatte im Sommer 2021 eine Kaufvereinbarung mit Shell geschlossen. Das Vorhaben war laut Gericht zum Zweck der Investitionsprüfung beim Bundeswirtschaftsministerium angemeldet worden, doch Rosneft wollte dann per Vorverkaufsrecht die Anteile selbst erwerben. Alcmene habe das Investitionsprüfverfahren daher für gegenstandslos erklärt, nach Beginn des Ukraine-Krieges das Geschäft aber erneut zur Freigabe angemeldet, teilte das Verwaltungsgericht mit. Shell habe den Vertrag mit Alcmene dann gekündigt. Die Österreicher leiteten deshalb ein Schiedsgerichtsverfahren ein. Das Bundeswirtschaftsministerium sah laut Gericht im Herbst 2022 keine Grundlage mehr, einen Verkauf von PCK-Anteilen an Alcmene zu prüfen, das Geschäft ist damit nicht freigegeben. Dagegen erhob das österreichische Unternehmen Klage.
Die Wirtschaftskanzlei, die Alcmene vertritt, wollte bislang keine Stellung nehmen. Die Alcmene gehört zur estnischen Liwathon Gruppe, die sich nach eigenen Angaben mit dem Erwerb von Energieinfrastrukturanlagen beschäftigt. Rosneft Deutschland, die unter Treuhandverwaltung des Bundes steht, hält einen Mehrheitsanteil von 54 Prozent an der Raffinerie in Schwedt. Shell gehören 37,5 Prozent und Eni 8 Prozent.
Mainz (dpa) *12:45 Uhr – Biontech erwartet weniger Umsatz mit Corona-Impfstoff
Das Impfstoffhersteller Biontech hat seine Prognose für Erlöse mit Covid-19-Impfstoff für das Gesamtjahr 2023 reduziert. Das Mainzer Unternehmen erwartet nun noch Umsätze in Höhe von rund vier Milliarden Euro, wie es am Montag mitteilte. Zuvor war Biontech von etwa fünf Milliarden Euro ausgegangen.
Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Nettogewinn von 160,6 Millionen Euro und damit wieder ein Plus nach einem Verlust von 190,4 Millionen im Vorquartal. Der Umsatz belief sich im dritten Quartal auf 895,3 Millionen Euro. Nichtsdestotrotz liegen Gewinne und Erlöse deutlich unter den Werten aus dem Vorjahr: Im dritten Quartal 2022 hatte Biontech noch einen satten Gewinn von 1,78 Milliarden Euro eingefahren sowie Umsätze in Höhe von 3,46 Milliarden Euro.
Biontech selbst sprach von einem positiven Ergebnis. Es sei gelungen, dem branchenweiten Trend im Covid-19-Arzneimittelmarkt zu trotzen.
Der Biontech-Partner Pfizer etwa war wegen der weggebrochenen Nachfrage nach Covid-Medikamenten im vergangenen Quartal in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Milliardenbetrag auf seine Lagerbestände abschreiben müssen.
Stand: 08.12.2025
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Köln (dpa) *12:37 Uhr – Lanxess kappt Gewinnerwartungen und will Dividende kürzen
Der Spezialchemiekonzern Lanxess wird noch stärker von der Branchenflaute erfasst als bisher. Das Management peilt wegen einer schwächer ausfallenden Nachfrage im vierten Quartal nur noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen (Ebitda) von 500 Millionen bis 550 Millionen Euro an, wie Lanxess am Montag in Köln mitteilte. Bisher hatte der Vorstand 600 Millionen bis 650 Millionen Euro auf dem Zettel.
Ein beginnender Lagerabbau bei Kunden der Agrarindustrie sowie eine lieferantenbedingte Produktionseinschränkung belasteten neben der schwachen Nachfrage zusätzlich, hieß es. Lanxess will die Dividende für das laufende Jahr von 1,05 Euro auf 0,10 Euro je Aktie kürzen, um trotz der schwachen Geschäfte beim Schuldenabbau voranzukommen.
Beim Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck droht ein Stellenabbau. Die Chemiesparte («Electronics») soll die Kosten um bis zu 90 Millionen Euro senken, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Montag) unter Berufung auf eine interne Nachricht an die Belegschaft berichtet.
«Wir versuchen, die Auswirkungen auf die Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten, können aber auch Anpassungen beim Personal nicht ausschließen», sagte ein Sprecher des Unternehmens am Montag. «Gespräche mit dem Betriebsrat und Arbeitnehmervertretern wurden aufgenommen, um über die wirtschaftliche Situation zu informieren und dann in einem weiteren Schritt über konkrete notwendige Maßnahmen zu sprechen.» Betriebsbedingte Kündigungen sind durch eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025 ausgeschlossen.
Der Sprecher betonte, der Bereich Electronics sei «strategisch gut aufgestellt, um die mittel- und langfristigen Wachstumschancen in seinen Märkten zu nutzen». Allerdings befinde sich die Elektronikindustrie derzeit «in einem zyklischen Abschwung, der länger andauert, als die Branche zuvor angenommen hatte».
Merck betreibt neben dem Medikamentengeschäft eine Chemiesparte, in der Materialien für die Elektronikindustrie im Mittelpunkt stehen, weswegen sie inzwischen in «Electronics» umbenannt ist. Die Sparte stellt unter anderem Halbleitermaterialien für elektronische Geräte und Flüssigkristalle für Bildschirme her.