Schwerin (dpa/mv) *15:34 Uhr – Grüne fordern Ausstieg aus «blauem» Wasserstoff bis 2035
Die Produktion und Nutzung von sogenanntem blauem Wasserstoff in Mecklenburg-Vorpommern sollte nach Ansicht der Grünen-Landtagsfraktion bis 2035 enden. Das geht aus einem Antrag hervor, den die Fraktion am Freitag in den Landtag in Schwerin einbrachte. Die Grünen begründeten dies auch mit Klimaschutzaspekten. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) lehnte die Forderung der Oppositionsfraktion ab. Es seien keine Verbote nötig.
Von «blauem» Wasserstoff spricht man, wenn das bei der Herstellung aus fossilen Energieträgern anfallende Kohlendioxid aufgefangen und unterirdisch gespeichert wird, etwa in früheren Gas- und Öllagerstätten. Als «grün» wird Wasserstoff bezeichnet, der per Elektrolyse aus Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Bei der Herstellung von «grünem» Wasserstoff entsteht kein Kohlendioxid als schädliches Treibhausgas.
Bundes- und Landesregierung sehen in «grünem» Wasserstoff einen Energieträger der Zukunft. Er soll Erdgas, Erdöl und Kohle bei der Erzeugung von Wärme und Strom ersetzen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase verhindern helfen und Import-Abhängigkeiten verringern. Der großtechnische Einsatz von Wasserstoff stößt bislang noch an technische Grenzen. Unter anderem im Rahmen der Projektgemeinschaft Norddeutsches Reallabor laufen aber bereits gemeinsame Projekte der Nord-Länder, die Zukunftstechnologie voranzubringen.
Wittenberg (dpa/sa) *15:29 Uhr – SKW Stickstoffwerke kritisieren Strompreispläne der Regierung
Nach dem Mittelstand in Sachsen-Anhalt kommt Kritik an den Strompreisplänen der Bundesregierung auch aus der energieintensiven Industrie. Das am Donnerstag angekündigte Entlastungspaket der Bundesregierung habe keine signifikante Entlastungswirkung, teilten die SKW Stickstoffwerke Piesteritz mit.
«Die Vorschläge der Bundesregierung bleiben nicht nur hinter allen Erwartungen zurück, sie sind schlichtweg eine Enttäuschung», sagte ein Sprecher des Unternehmens. Es handele sich lediglich um eine Sicherung des aktuellen Status. Für den Erhalt der energieintensiven Grundstoffchemie seien sehr kurzfristig wirksame Entlastungen bei den Stromkosten, aber auch bei den Gaskosten notwendig.
Die Stickstoffwerke in Piesteritz sind einer der größten deutschen Produzenten von Düngemitteln und dem Kraftstoffzusatz Adblue. Auch der Mittelstandsverband hatte kritisiert, dass viele mittelständische Unternehmen nicht groß von den Plänen profitieren würden.
Brunsbüttel (dpa/lno) *12:57 Uhr – Feuer auf Chemietanker im Nord-Ostsee-Kanal – Keine Umweltschäden
Auf einem Chemietanker hat es am Donnerstagabend auf dem Nord-Ostsee-Kanal ein Feuer gegeben. Wie ein Feuerwehrsprecher am Freitag auf Nachfrage bestätigte, war auf der «Thun Gothenburg» im Bereich des Schornsteins aus ungeklärter Ursache ein Brand entstanden.
Das Schiff, das sich in der Schleuse Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) befand, wurde evakuiert und der Brand gelöscht. Das Schiff war ohne Ladung unterwegs. Eine Umweltbeeinträchtigung habe es nicht gegeben, teilte der Feuerwehrsprecher weiter mit.
Schwerin (dpa/mv) *11:30 Uhr – Erster Spatenstich für umstrittene Chemiefabrik in Schwerin
Der Bau der umstrittenen Chemiefabrik des Unternehmens Vink Chemicals aus Kakenstorf (Niedersachsen) in Schwerin hat begonnen. Am Freitag wurde der erste Spatenstich vollzogen, wie das Unternehmen mitteilte. Noch gibt es keine Genehmigung für die Fabrik, in der unter anderem Desinfektionsmittel produziert werden sollen. Gebaut wird den Angaben zufolge auf der Basis eines Bescheids zum vorzeitigen Baubeginn.
«Die geplante Investitionssumme lag bei ungefähr 34 Millionen Euro, wobei eine Förderung von 6,7 Millionen Euro zugesagt wurde», erläuterte der Geschäftsführer der Vink Chemicals Produktionsgesellschaft, Stephan Lauer. Allerdings habe sich die Investition im Rahmen der allgemeinen Kostensteigerungen deutlich erhöht. Betriebsbeginn soll in Schwerin demnach Mitte 2026 sein. «Bis dahin werden 45 Arbeitsplätze in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Lager und Labor geschaffen.»
Stand: 08.12.2025
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Gegen das Vorhaben von Vink Chemicals gibt es Vorbehalte – neben der Umweltorganisation BUND hat unter anderem auch das benachbarte Werk des Lebensmittelkonzerns Nestlé Einwände bei der Genehmigungsbehörde vorgebracht. Die Kritiker haben Sorgen vor Umweltverschmutzungen bei einem möglichen Störfall. Lauer versicherte: «Wir halten alle gesetzlichen Regelungen und Vorgaben ein.» Die Entscheidung über die Genehmigung treffe die zuständige Behörde.
Der BUND hatte Widerspruch gegen die Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns für die Chemiefabrik eingelegt. Die Entscheidung sei vom zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt noch nicht getroffen worden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Schwerin. Er betonte zugleich, das Unternehmen baue auf eigenes Risiko vor der eigentlichen Genehmigung. Sollte die Anlage nicht genehmigt werden, müsse das Unternehmen alles wieder zurückbauen.
Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) steht dem Vorhaben positiv gegenüber. «Schwerin begrüßt diese Wirtschaftsansiedlung, die eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts bedeutet», sagte er. Die Pandemie und Lieferkettenprobleme hätten gezeigt, dass es zielführend sei, Produktionskapazitäten in Deutschland auf- und auszubauen.
Der Industriepark Schwerin sei als Industriegebiet ausgewiesen, so Badenschier. Der Bau eines Werkes zur Herstellung chemischer Produkte sei dort möglich, wenn die entsprechenden Genehmigungen vorliegen. Im Zuge des weiteren Genehmigungsverfahrens müssten jetzt noch «einige offene Fragen» geklärt werden. «Die Landeshauptstadt geht davon aus, dass dabei die hohen Anforderungen an eine chemische Produktion in Deutschland vollständig erfüllt werden können.»
Wiesbaden (dpa) *09:04 Uhr – Energieverbrauch der Industrie 2022 gesunken
Die deutsche Industrie hat ihren Energieverbrauch wegen stark gestiegener Preise infolge des Ukraine-Krieges deutlich verringert. 3562 Petajoule Energie im Jahr 2022 waren nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 9,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. «Der deutliche Rückgang beim Energieverbrauch ist vor allem auf hohe Energiepreise zurückzuführen», ordneten die Wiesbadener Statistiker am Freitag ein. Energieintensive Industriezweige fuhren die Produktion im Jahr 2022 herunter.
Mit Abstand wichtigster Energieträger der deutschen Industrie war trotz eines Rückgangs um 17,3 Prozent binnen Jahresfrist Erdgas. 28 Prozent des Energieverbrauchs entfielen darauf im Jahr 2022. Strom hatte 21 Prozent Anteil, Mineralöle und Mineralölprodukte kamen auf 18 Prozent, auf Kohle entfielen 15 Prozent. 11 Prozent der gesamten Energiemenge wurden dem Bundesamt zufolge nicht energetisch eingesetzt, sondern für die Herstellung etwa von Chemikalien, Düngemitteln oder Kunststoffen.
Größter Verbraucher unter den Industriezweigen in Deutschland war im Jahr 2022 erneut die Chemische Industrie mit einem Anteil von 28,2 Prozent am Gesamtenergieverbrauch. Gut ein Drittel (33,8 Prozent) der Energieträger wurde in dieser Branche als Ausgangsstoff für chemische Produkte eingesetzt.