Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

US-Unternehmen sehen Standort Deutschland mit Sorge

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14.11.2023

Tübingen (dpa/lsw) *15:12 Uhr – Curevac schreibt weiter Verluste – Arbeit an Krebsimpfstoff

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat weiter mit seinem Fehlschlag beim Corona-Impfstoff zu kämpfen. Der operative Verlust belief sich in den ersten neun Monaten des Jahres auf 186,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus 127,9 Millionen Euro betragen. «Das operative Ergebnis wurde von mehreren wesentlichen Faktoren beeinflusst, die hauptsächlich mit dem Abschluss unserer Bemühungen um einen Impfstoff der ersten Generation für Covid-19 zusammenhängen», erklärte das Unternehmen. Ein Nettoergebnis wurde nicht mitgeteilt.

Der Umsatz lag laut Mitteilung bis zum 30. September bei 31,2 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum vergangenen Jahres waren es noch 55,7 Millionen Euro. Das Unternehmen geht davon aus, in den nächsten Jahren ein erstes Produkt auf den Markt bringen zu können.

Curevac galt im Zuge der Corona-Pandemie zunächst als einer der Hoffnungsträger bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Virus. Das Unternehmen hatte seinen ersten Impfstoffkandidaten gegen Corona aber wegen vergleichsweise geringer Wirksamkeit aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen. Mit seinem britischen Partner Glaxo Smith Kline (GSK) arbeitet Curevac an der Entwicklung eines neuen Corona-Vakzins der zweiten Generation.

Aktuell konzentriert sich das Biotechunternehmen auch weiter auf die Entwicklung eines mRNA-basierten Krebsimpfstoffs. Eine klinische Phase-1-Studie dazu sei im Zeitplan, teilte das Unternehmen mit. Eine erste Datenauswertung werde in der zweiten Jahreshälfte 2024 erwartet. «Krebs wird kein Todesurteil mehr sein», hatte Curevac-Chef Alexander Zehnder Anfang des Monats der «Bild» gesagt. Das Ziel sei, frühestens bis zum Jahr 2028 die Krebsimpfung auf den Markt zu bringen.

Frankfurt/Main (dpa) *10:40 Uhr – Chemieindustrie tritt auf der Stelle – keine Trendwende erkennbar

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland hat auch im dritten Quartal unter einer schwächelnden Nachfrage gelitten. «Die deutsche Chemieindustrie tritt auf der Stelle und die Hoffnungen auf eine Besserung zum Jahresende schwinden», sagte VCI-Präsident Markus Steilemann am Dienstag laut einer Mitteilung. Hohe Energie- und Rohstoffpreise und der Auftragsmangel belasteten die Geschäfte weiterhin. Die Unternehmen aus der Branche seien deshalb gezwungen, auf die Kostenbremse zu treten – sei es durch die Schließung von Produktionsanlagen, die Aufgabe einzelner Geschäftsfelder oder die Verlagerung von Investitionen ins Ausland.

Das Strompreispaket der Bundesregierung werde nicht ausreichen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf ein neues Level zu heben, sagte Steilemann. Nach monatelangem Ringen hat sich die Bundesregierung auf einen verbilligten Strompreis für die Wirtschaft verständigt. Die Preisdämpfung soll nicht nur der Industrie, sondern auch dem Mittelstand zugutekommen. Allein im nächsten Jahr soll es Entlastungen von bis zu zwölf Milliarden Euro geben. Die geplante Senkung soll zunächst für die Jahre 2024 und 2025 gesetzlich geregelt werden, ist aber insgesamt für fünf Jahre vorgesehen.

Derweil lagen die Umsätze in den drei Monaten bis Ende September 13,8 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr, während die Produktion um 6,1 Prozent absackte. Die Chemie- und Pharmaproduktion sei aber erstmals seit sechs Quartalen gegenüber dem Vorquartal nicht weiter gesunken, hieß es. Die Talsohle scheint erreicht, zumal sich der Auftragseingang stabilisierte. Eine Trendwende sei dies aber noch nicht. Für das Gesamtjahr rechnet der VCI weiterhin mit einem Produktionsrückgang von acht Prozent. Bei rückläufigen Preisen werde der Jahresumsatz voraussichtlich um 14 Prozent sinken.

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