Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

US-Unternehmen sehen Standort Deutschland mit Sorge

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08.11.2023

Holzwickede (dpa/lnw) *16:59 Uhr – Chemie-Transporter verunglückt auf A1 – Stundenlange Staus

Nach einem Gefahrgutunfall hat es auf der Autobahn 1 bei Dortmund einen großen Rettungseinsatz und eine stundenlange Vollsperrung gegeben. Feuerwehrleute waren am Mittwoch in luftdichten Schutzanzügen rund um den Chemie-Lastwagen im Einsatz.

Zunächst war unklar, welche Gefahr von dem mit Natriumhydrogensulfit beladenen Fahrzeug ausging. Die Bergung sollte sich nach Einschätzung der Polizei bis in die Nacht zum Donnerstag ziehen. Rund um die Unfallstelle standen Autofahrer teils mehrere Stunden lang im Stau.

Der 50-jährige Fahrer des Gefahrguttransporters hatte nach ersten Ermittlungen der Polizei zwischen Schwerte und dem Kreuz Dortmund/Unna ein Stauende übersehen. Bei einem Ausweichversuch stürzte der Lastwagen auf die linke Seite. Der Fahrer sei schwer verletzt worden, eine 37 Jahre alte Autofahrerin leicht, sagte ein Polizeisprecher. Die gefährliche Chemikalie müsse aufwendig aus dem umgestürzten Lastwagen abgepumpt werden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Es seien aber keine gefährlichen Stoffe in die Umwelt gelangt.

Schwarzheide (dpa/bb) *14:11 Uhr – BASF und Vodafone errichten in Schwarzheide lokales 5G-Netz

Der Chemiekonzern BASF erweitert seinem Standort Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) um eine digitale Mobilfunk-Infrastruktur. Bis Ende 2024 soll dort ein standortweites 5G-Campusnetz errichtet werden. Am Mittwoch fiel der Startschuss für den Ausbau des bereits bestehenden 5G-Testfeldes. BASF kooperiert bei diesem Projekt mit Vodafone und investiert einen einstelligen Millionenbetrag. Das Netz agiert unabhängig vom öffentlichen Mobilfunknetz und bringt damit den Angaben nach extra schnellen Mobilfunk gezielt in Unternehmens- und Produktionsstandorte.

Insgesamt sechs Antennenmasten werden errichtet, um das gesamte Werksgelände mit der 5G-Technologie zu versorgen. Einen Nutzen verspricht sich das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem für die Überwachung und Instandhaltung der Produktionsanlagen und die Optimierung der Produktionsprozesse. Beim lokalen 5G-Netz kommunizierten Sensoren, Maschinen, Roboter und Drohnen künftig in Echtzeit miteinander, erläuterte Alexander Saul, Geschäftsführer Firmenkunden bei Vodafone Deutschland. «Damit wird der Lausitzer BASF-Standort zum Vorreiter in Europas Prozessindustrie.»

Zudem spart das Netz mit 5G bis zu 20 Prozent Strom, es kann bis zu einer Million Gegenstände und Smartphones pro Quadratkilometer vernetzen - das ist zehnmal mehr als bei bisherigen Technologien, wie es weiter hieß. Für die Akteure ist 5G damit eine Schlüsseltechnologie für neue Automatisierungsanwendungen, den Einsatz von Robotern und Drohnen sowie die Digitalisierung von Produktionsanlagen.

«Mit dem Ausbau des 5G-Campusnetzes gehen wir den nächsten wichtigen Schritt in der Digitalisierung unseres Standortes», erklärte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide. Das 5G-Campusnetz erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes, stärke die Region in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung und mache sie für Fachkräfte attraktiver.

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) verwies zum Start auf die Unterstützung seines Ressorts für 5G-Anwendungsprojekte in Brandenburg, die jetzt Früchte trage. So würden mit Partnern wie BASF und Vodafone digitale Infrastrukturen geschaffen, um künftig moderne Werkzeuge wie Künstliche Intelligenz einsetzen zu können. Seit Januar 2022 wurden auf einem 5G-Testfeld auf dem Werksgelände Anwendungsfälle erprobt – etwa die Installation kabelloser Sensoren, 5G Kameraanwendungen oder die Bereitstellung mobiler IT-Anbindungen.

Leverkusen (dpa) *11:41 Uhr – Bayer-Zerschlagung steht weiter im Raum – Details zu Umbau bis März

Bei Bayer soll voraussichtlich bis März feststehen, wie der Konzern umgebaut wird. Im Raum steht nach wie vor auch eine Zerschlagung. Im Zuge der Vorlage der Quartalszahlen hieß es am Mittwoch, Bayer befasse sich weiter mit verschiedenen Optionen, etwa mit einer Abtrennung der Sparte für freiverkäufliche Medikamente, darunter Aspirin, beziehungsweise des Agrarbereiches. Dieser macht etwa die Hälfte des Konzerngeschäfts aus.

Was es nicht geben werde, sei eine gleichzeitige Aufspaltung in drei Teile, sagte Konzernchef Bill Anderson laut Mitteilung. Eine Dreiteilung würde einen zweistufigen Prozess erfordern. Eine komplette Zerlegung ist damit nicht vom Tisch.

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Einige Investoren fordern schon länger eine Aufspaltung Bayers, da sie die rechtlichen Probleme in den USA rund um den Unkrautvernichter Glyphosat als Belastung sehen und die Einzelteile für wertvoller als den Konzern als Ganzes halten.

Bayer machte Aktionären am Mittwoch nach einem bisher schwierigen Jahr 2023 wenig Hoffnung auf eine deutliche Besserung. Die Wachstumsaussichten blieben eher schwach. Im dritten Quartal bekamen die Leverkusener abermals rückläufige Preise für Glyphosat zu spüren. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwas mehr als acht Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Auch Währungseffekte belasteten.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach um fast ein Drittel auf 1,7 Milliarden Euro ein und damit stärker als von Experten erwartet. Unter dem Strich stand ein Verlust von 4,57 Milliarden Euro – auch wegen erneuter Wertminderungen im Agrargeschäft. Vor einem Jahr strich Bayer einen Gewinn von 546 Millionen Euro ein.

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