Bitterfeld-Wolfen (dpa/sa) *13:34 Uhr – Arbeitsunfall in Chemiepark: vier Schwerverletzte
Nachdem am Dienstagvormittag vier Männer bei einem Arbeitsunfall in einem Chemiepark im Landkreis Anhalt-Bitterfeld verletzt worden sind, hat sich ihr Zustand seitdem erheblich verschlechtert – bei zwei von ihnen sei er lebensbedrohlich. Wie die Polizei mitteilte, führten die Mitarbeiter einer externen Firma betriebliche Reinigungsarbeiten an größeren Behältern auf dem Gelände der in Bitterfeld-Wolfen ansässigen Firma durch.
Im Nachgang der Reinigungsarbeiten klagten die vier Männer im Alter von 30 bis 49 Jahren über Unwohlsein und Luftnot, so die Polizei. Daraufhin wurden sie noch vor Ort von Rettungskräften behandelt. Aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustands der Männer wurden sie mit Rettungswagen sowie Rettungshubschraubern in umliegende Krankenhäuser gebracht, wie es hieß. Alle vier Mitarbeiter befinden sich nun schwer verletzt im Krankenhaus, wobei der Zustand zweier Männer im Alter von 46 und 49 Jahren laut Polizei als lebensbedrohlich eingeschätzt wird.
Angaben der Polizei zufolge erfolgten die Reinigungsarbeiten unter Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa Schutzanzügen und Vollmasken. Die Ursache des Unfalls sei den Angaben zufolge bislang unklar. Neben der Kriminalpolizei sei auch die Gewerbeaufsicht in die weiteren Ermittlungen eingebunden, hieß es.
Der Anlagenbauer Gea macht trotz einer schwachen Weltkonjunktur mehr Gewinn. Das Konzernergebnis stieg im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent auf 189,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte. Die Erlöse fielen mit rund 2,6 Milliarden Euro 1,9 Prozent niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand sackte um 8,3 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro ab.
Firmenchef Stefan Klebert begründet die schwächere Nachfrage mit der konjunkturellen Entwicklung – manche Molkerei oder Brauerei habe Investitionen verschoben – «aufgrund der Unsicherheit in der Welt und aufgrund der hohen Zinsen». Die höhere Profitabilität seiner Firma erklärt der Manager mit Folgen von Preiserhöhungen, gebündeltem Einkauf und Produktionszusammenlegungen.
Auf die Frage, ob sich die Perspektive aufgrund der relativ schwachen Auftragslage nicht eintrübe, sagt der Manager, man rechne damit, dass das Geschäft im zweiten Halbjahr etwa auf dem Level des zweiten Halbjahrs 2023 sein werde – «auch wenn wir in einer Welt leben, die wirtschaftlich Schwierigkeiten hat». Das eine oder andere Projekt, das Kunden verschoben hätten, werde bis zum Jahresende realisiert werden, zeigt sich Klebert optimistisch. Die Jahresprognose für das operative Ergebnis hob der Vorstand sogar etwas an.
Nach einem Streit um Lizenzgebühren hat die US-amerikanische Universität von Pennsylvania eine Klage gegen den Mainzer Impfstoffhersteller Biontech eingereicht. Die Hochschule habe das Unternehmen darüber informiert, teilte eine Biontech-Sprecherin mit. Es gehe um «nicht exklusive Rechte» an bestimmten US-amerikanischen und europäischen Patentanmeldungen der Uni, die bei dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer verwendet würden. Zuvor hatte der Deutschlandfunk darüber berichtet.
Über bestimmte Vertragsaspekte herrsche Uneinigkeit, teilte Biontech auf Anfrage weiter mit. Dabei gehe es vor allem um die Grundlage für die Berechnung von Lizenzgebühren der Verkäufe des Vakzins. «Für Biontech sind gegenseitiger Respekt und Fairness grundlegende Prinzipien ihrer Kooperationen, weshalb wir seit über einem Jahr in Gesprächen mit der Universität von Pennsylvania über die Lizenzgebühren sind», erklärte die Biontech-Sprecherin. «Wir widersprechen der Darstellung der Universität von Pennsylvania und werden unseren Standpunkt entschieden verteidigen.»
Mannheim (dpa/lsw) *11:53 Uhr – Säure läuft in Mannheimer Hafen aus – Drei Verletzte
Bei einem Säureaustritt im Mannheimer Hafen sind drei Arbeiter leicht verletzt worden. Beim Beladen eines Lastwagens sei ein 1.000 Liter Behälter mit Schwefelsäure beschädigt worden, teilte die Feuerwehr mit. Arbeiter sicherten den Behälter demnach so, dass nur 200 Liter der Säure ausliefen. Die Feuerwehr sicherte den Gefahrenbereich ab und nahm die Flüssigkeit mit Spezialbindemittel auf. Der Verletzten kamen per Rettungsdienst ins Krankenhaus.
Stand: 08.12.2025
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Der Pharmawirkstoffforscher und -entwickler Evotec hat nach einer enttäuschenden Umsatzentwicklung und hohen Kosten vor einem überraschend starken Gewinneinbruch gewarnt. «Wir stehen vor Herausforderungen, die dringend angegangen werden müssen», sagte Konzernchef Christian Wojczewski laut Mitteilung vom Dienstagabend. Die Aktie brach im Morgenhandel an der Börse um 34 Prozent ein. In diesem Jahr büßte sie rund drei Viertel ihres Werts ein. Der Börsenwert des Unternehmens liegt damit nur noch bei knapp einer Milliarde Euro.
Wie das im MDax notierte Unternehmen mitteilte, soll der Umsatz 2024 nur noch auf 790 bis 820 Millionen Euro steigen. Verglichen mit dem Vorjahreswert von gut 781 Millionen entspräche dies einem Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Bisher hatte der Vorstand ein niedriges zweistelliges Wachstum versprochen.
Evotec erläuterte, das Forschungssegment habe in einem «herausfordernden Umfeld» weniger Umsatz gemacht. Zugleich drückten die Kosten für den Kapazitätsaufbau bei der Biologika-Tochter Just-Evotec Biologics auf den operativen Gewinn. Außerdem fährt Evotec seine Forschungsausgaben stärker zurück als gedacht.