Delitzsch (dpa/sn) *15:06 Uhr – Vorbereitungen für Chemie-Forschungszentrum laufen
Die Vorbereitungen für das Chemie-Großforschungszentrum in Delitzsch nördlich von Leipzig laufen auf Hochtouren. «Auf dem Areal wird ein Leuchtturm der Wissenschaft mit internationalen Top-Wissenschaftlern aufgebaut, der einerseits weltweite Sichtbarkeit und Attraktivität für das gesamte Wissenschaftsland Sachsen entwickeln wird», sagte der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) bei einem Bürgertreff vor Ort.
Am Donnerstag wurden die nächsten Schritte für das «Center for the Transformation of Chemistry» (CTC) vorgestellt, das auf dem Areal einer alten Zuckerfabrik und späteren Biomassekraftwerks errichtet wird. Am CTC sollen rund 1000 Menschen arbeiten und forschen. Ziel des CTC ist es, die bisher lineare Chemieindustrie in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu transformieren. Delitzsch hatte 2022 den Zuschlag für das Großforschungszentrum erhalten. Das Projekt ist Teil des Strukturwandels im Mitteldeutschen Braunkohlerevier. Bund und Freistaat fördern das internationale Forschungszentrum. Bis 2038 plant der Bund, das Projekt mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro zu unterstützen.
Der Erwerb des Grundstücks durch einen kommunalen Zweckverband wird als erster Projektteil mit etwa 17 Millionen Euro aus Strukturstärkungsmitteln von Bund und Freistaat finanziert. Im Rahmen der Veranstaltung übergaben der sächsische Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) und Wissenschaftsminister Gemkow den Förderbescheid an den Zweckverband.
Seit einigen Wochen laufen auf der 72 Hektar großen Industriebrache bereits Entsorgungs- und Beräumungsarbeiten. Dabei werden sämtliche Altlasten beseitigt, die noch aus der früheren Nutzung des Geländes als Biomassekraftwerk stammen. Parallel dazu werden die Nutzungskonzepte für die einzelnen Flächen weiterentwickelt und die Planverfahren vorbereitet. Um die wissenschaftliche Arbeit vor Ort zu unterstützen, bereitet der kommunale Zweckverband derzeit den Aufbau des sogenannten «Chemistry Innovation Lab» auf einer Teilfläche des Geländes vor.
Gemkow betonte außerdem, dass der starke Fokus des CTC auf Innovations-, Technologie- und Wissens-Transfers durch direkte Partnerschaften eine Ansiedlung weiterer wissenschaftlicher Einrichtungen begünstigen werde.
Chemnitz (dpa/sn) *13:31 Uhr – 87 Millionen Euro für neues Wasserstoffzentrum in Chemnitz
Bund und Land forcieren den Aufbau eines neuen Wasserstoff-Forschungszentrums in Chemnitz. Das Hydrogen Innovation Center (HIC) ist Teil des nationalen Wasserstoffzentrums. Es soll vor allem kleineren und mittleren Unternehmen sowie der Zulieferindustrie Entwicklungs-, Test- und Prüfmöglichkeiten bieten. Der Bund finanziert das Vorhaben mit bis zu 72 Millionen Euro, das Land steuert zum Aufbau bis 2028 rund 15 Millionen Euro bei. Dazu haben beide Seiten nun eine Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet.
Das Technologiecluster HZwo hatte 2021 den Zuschlag für einen von vier Standorten des nationalen Wasserstoffzentrums erhalten. Neben Chemnitz sind das Duisburg (Nordrhein-Westfalen), Pfeffenhausen
(Bayern) und ein Konsortium aus Norddeutschland.
«Ich bin froh, dass das HIC endlich Fahrt aufnimmt», äußerte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Die Verwaltungsvereinbarung gebe den Projektpartnern Planungssicherheit. «Wir benötigen das Know-how der klugen Köpfe aus Chemnitz dringend zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs, damit künftig auch Wasserstoff-Lkw, -Busse und -Nutzfahrzeuge das Straßenbild prägen.»
Die neue Entwicklungs- und Testumgebung für Wasserstofftechnologien werde in Europa einzigartig sein, erklärte HIC-Geschäftsführer Karl Lötsch. «Wasserstoff ist eine Säule des Energiesystems der Zukunft und der Wettbewerb um die internationale Führungsrolle bei den benötigten Wasserstofftechnologien hat längst begonnen.»
Mit Strom kann Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten werden. Wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne stammt, ist von grünem Wasserstoff die Rede. Er soll künftig helfen, fossile Brennstoffe zu ersetzen - etwa in Lastwagen oder energieintensiven Betrieben der chemischen Industrie und der Metallbranche.
Schott Pharma profitiert weiter vom wachsenden Geschäft, insbesondere mit vorfüllbaren Spritzen für die Pharmaindustrie. Das börsennotierte Unternehmen aus Mainz konnte trotz kräftiger Investitionen in Produktionsstätten sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich steigern und erwartet nun auch für das gesamte Geschäftsjahr 2024 mehr Erlöse als bislang.
Stand: 08.12.2025
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Erwartet wird für das Geschäftsjahr nun ein Umsatzwachstum von elf bis 13 Prozent, davor waren es neun bis elf Prozent gewesen, wie das Unternehmen in Mainz mitteilte. Im dritten Quartal (bis Juni 2024) kletterte der Umsatz währungsbereinigt - also ohne Wechselkurseffekte – im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 268 Millionen Euro. Unter dem Strich kam ein Gewinn von 46 Millionen Euro heraus, das waren 52 Prozent mehr als im Vorjahr.
«Das Ergebnis resultiert aus unserer konsequenten Umsetzung der Strategie, die auf den wichtigsten Pharmatrends basiert», sagte Unternehmenschef Andreas Reisse. Dazu gehört vor allem das Geschäft mit vorfüllbaren Spritzen aus Glas oder aus Kunststoff, für das Produktionskapazitäten in Europa ausgebaut wurden. Außerdem laufen Planungen für eine neue Anlage für vorfüllbare Spritzen im US-Bundesstaat North Carolina. Schott Pharma war 2023 an die Börse gegangen. Das Unternehmen stellt neben Spritzen unter anderem auch Ampullen für die Arzneimittel- und Biotechindustrie her.