Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Weltkriegsbombe in Chemieareal in Tschechien gesprengt

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06.08.2024

Bitterfeld (dpa/th) *18:36 Uhr – Vier Reinigungskräfte im Chemiepark Bitterfeld verletzt

Vier Arbeiter sind im Chemiepark Bitterfeld verletzt worden. Laut Polizei waren diese mit Reinigungsarbeiten betraut. Zuerst hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» darüber berichtet. Die Reinigungskräfte hatten Masken getragen und dann über Atemwegsbeschwerden geklagt. Sie wurden laut Zeitung in eine Spezialklinik geflogen. Nähere Angaben konnten die Polizei zunächst nicht machen. Die Kriminalpolizei und die Gewerbeaufsicht seien vor Ort gewesen, hieß es.

München (dpa) *10:23 Uhr – Stimmung in der Chemieindustrie sinkt weiter

Das Geschäftsklima in der deutschen Chemieindustrie sinkt weiter ins Negative. Der vom Ifo-Institut erhobene Indikator sank im Juli auf minus 10,5 Punkte. Im Juni hatten die Münchner Wirtschaftsforscher noch einen Stand von minus 4,5 Punkten gemeldet. «Die Chemie befindet sich im Sog der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung», sagt Expertin Anna Wolf. «Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Nachfrage haben sich nicht erfüllt.»

Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten wurden im Juli deutlich negativer bewertet, zudem sei die Nachfrage weiter zurückgegangen und der Auftragsbestand werde niedriger eingeschätzt, hieß es vom Ifo. Als Folge würden die Unternehmen ihre Produktion weiter verringern und planten für die kommenden Monate mit deutlichen Personalkürzungen.

«Immer mehr Chemieunternehmen in Deutschland sind im internationalen Wettbewerb preislich unterlegen. Das liegt nicht nur an den Energiekosten», sagt Wolf. «Auch aufwendige Bürokratie belastet die ohnehin hohen Arbeitskosten. Damit verliert der Standort Deutschland für die Chemie zunehmend an Attraktivität.»

Schwedt (dpa) *05:01 Uhr – PCK Schwedt geringer ausgelastet als vor Ukraine-Krise

Eineinhalb Jahre nach der Abkehr von russischem Öl ist die wichtige ostdeutsche Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt deutlich schwächer ausgelastet als vorher. Lag die Auslastung der Anlage 2021 noch bei 89,8 Prozent, so waren es im ersten Halbjahr 2024 nur 76,2 Prozent. 2023 waren es - auch wegen eines Stillstands zur Wartung – 69 Prozent. Dies teilte die Bundesregierung auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Christian Görke mit. Die Antwort liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Die Bundesregierung hatte wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine entschieden, ab Anfang 2023 kein Öl aus Russland mehr zu importieren - ein tiefer Einschnitt für PCK, wo jahrzehntelang nur russisches Öl aus der Druschba-Pipeline verarbeitet worden war. Die Betreiber stellten um auf andere Bezugsquellen, darunter Tankeröl aus den Häfen Rostock und Danzig sowie kasachisches Öl, das über die Druschba nach Schwedt fließt.

Die Menge aus Kasachstan hat sich nach Angaben der Bundesregierung gesteigert: Wurden 2023 insgesamt 720.000 Tonnen Rohöl aus Kasachstan bei PCK verarbeitet, so waren es im ersten Halbjahr 2024 bereits 615.000 Tonnen, wie aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht. Görke betonte, die Menge von perspektivisch 1,2 Millionen Tonnen Rohöl aus Kasachstan in diesem Jahr zeige, wie wichtig diese Bezugsquelle sei. Der Linken-Politiker forderte, den Import rasch vertraglich mit Kasachstan abzusichern.

Das Ministerium nannte die Zahlen zur Auslastung und zu den Ölmengen erst auf eine offizielle Nachfrage des Abgeordneten hin – zuerst hatte es darauf verwiesen, es handele sich um Geschäftsgeheimnisse. Öffentlich hatte die PCK-Geschäftsführung Anfang Juli erklärt, es sei wieder eine Auslastung von gut 80 Prozent erreicht worden. Das bezog sich aber nur auf einzelne Monate – die neue Zahl hingegen auf das ganze erste Halbjahr 2024.

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