Schwedt (dpa) *17:17 Uhr – Bund redet mit Katar über Rosneft-Töchter und PCK
Kurz vor dem vorläufigen Ende der Treuhandverwaltung über zwei deutsche Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft führt die Bundesregierung Gespräche mit dem Ölstaat Katar. Der Staatssekretär im Kanzleramt, Jörg Kukies, habe viermal mit dem Chef des katarischen Staatsfonds, Mansur al-Mahmud, gesprochen, meldet der «Business Insider».
Ein Regierungssprecher bestätigte die Kontakte auf dpa-Anfrage, sagte jedoch nichts zum Inhalt der Unterredungen. «Business Insider» berief sich auf «mehrere Quellen, die mit der Sache vertraut sind», dass Gespräche mit Katar über den Kauf von Rosneft-Anteilen begonnen hätten. Das wurde dpa von Insidern bestätigt.
Dabei geht es zentral um die wichtige ostdeutsche Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt, die mehrheitlich den deutschen Rosneft-Töchtern gehört. Diese stehen seit September 2022 unter Treuhandverwaltung des Bundes. Hintergrund ist die Entscheidung der Bundesregierung, wegen des Ukraine-Kriegs kein russisches Öl mehr zu importieren. Anfang 2023 stellte PCK auf andere Bezugsquellen um.
Nun geht es darum, was mit den russischen Anteilen passiert. Rosneft hatte im Frühjahr angekündigt, sie zu verkaufen. Die immer auf sechs Monate befristete Treuhandlösung wurde deshalb noch einmal verlängert. Sie läuft bis 10. September, könnte aber nochmals ausgedehnt werden.
Dass der Bund mit Katar über einen Verkauf verhandele, nannte der Linken-Bundestagsabgeordnete Christian Görke bizarr. Katar besitze 20 Prozent Anteil am Rosneft-Konzern. Bei einem Verkauf der deutschen Töchter würde «Russland weiter auf der Rückbank indirekt» mitfahren, meinte Görke. Stattdessen solle der Bund selbst die Anteile übernehmen, bekräftigte der Linken-Politiker: «Es kann doch nicht sein, dass ein wichtiger Strukturbaustein wie auf einem Basar angeboten wird.»
Bad Vilbel (dpa) *06:01 Uhr – Pharmakonzern Stada wächst – Verkaufsprozess zieht sich
Gute Geschäfte mit Nachahmermedikamenten und Spezialpharmazeutika geben dem Arzneihersteller Stada Schub. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um neun Prozent zum Vorjahreszeitraum auf gut zwei Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Bad Vilbel mitteilte. Zugleich wuchs der um Währungs- und Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) um elf Prozent auf 463,5 Millionen Euro. Vorstandschef Peter Goldschmidt sprach von einem Wachstum über Marktdurchschnitt. Unterm Strich blieb Stada im ersten Halbjahr ein Gewinn von 186 Millionen Euro, 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen ist bekannt für das Erkältungsmittel Grippostad und die Sonnenmilch Ladival.
Während der Umsatz mit Nachahmerarzneien und Spezialpharmazeutika auch dank der Einführung neuer Marken prozentual zweistellig zulegte, gab es im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten einen vergleichsweise geringen Zuwachs von drei Prozent. Als Grund gab Stada eine relativ milde Erkältungs- und Hustensaison an, die bei vielen eigenen Marken zu einer stark nachlassenden Kundennachfrage geführt habe.
Die Halbjahreszahlen sind bereinigt um das Russland-Geschäft. Die Stada-Eigentümer, die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven, hatten entschieden, es auszugliedern. Hintergrund sind Pläne für einen Verkauf oder einen Börsengang von Stada. Das Russland-Geschäft, das zuletzt mehr als 15 Prozent zum Umsatz beitrug, galt dabei als große Hürde. Stada hatte sich trotz des Ukraine-Kriegs nicht aus Russland zurückgezogen und auf die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort verwiesen.
Stand: 08.12.2025
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Die Gespräche über einen milliardenschweren Verkauf oder Börsengang von Stada mit seinen rund 11.500 Beschäftigten dauern länger als erwartet. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven sind dem Vernehmen nach weiter in Verhandlungen mit Interessenten wie Beteiligungsfirmen und Pharmaunternehmen. Parallel werde ein Börsengang vorbereitet.