Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie Bayer verteidigt verbliebene Aktivitäten in Russland

Von Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

29.04.2022

Irving (dpa) *14:09 Uhr – Exxon verdoppelt Quartalsgewinn – trotz hoher Russland-Abschreibung

Der größte US-Ölkonzern Exxon Mobil ist trotz einer milliardenschweren Abschreibung auf ein Förderprojekt in Russland mit deutlich mehr Gewinn ins Geschäftsjahr gestartet. Unterm Strich verdiente das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Freitag im ersten Quartal 5,5 Milliarden Dollar (5,2 Mrd Euro) - etwa doppelt so viel wie vor einem Jahr. Exxon profitierte wie der US-Rivale Chevron stark vom Anstieg der Öl- und Gaspreise im Zuge des Ukraine-Kriegs, der besonders in Europa große Sorgen um die Energieversorgung auslöste.

Allerdings hatte der Konflikt für den Konzern auch negative Auswirkungen. So hatte Exxon Anfang März angekündigt, sein Öl- und Gasgeschäft in Russland wegen der Invasion in die Ukraine aufzugeben. Der Ausstieg aus dem gemeinsam mit dem russischen Rosneft-Konzern sowie indischen und japanischen Partnerfirmen betriebenen Förderprojekt Sakhalin-1 führte in der Quartalsbilanz nun zu einer 3,4 Milliarden Dollar schweren Abschreibung. Die Aktien reagierten vorbörslich zunächst mit leichten Verlusten auf den Geschäftsbericht.

Strasburg (dpa) *13:56 Uhr – «Letzte Generation» schraubt wieder an Ölpipeline nach Schwedt

Mitglieder der Gruppe «Letzte Generation» haben am Freitag erneut an einer Rohrleitung zur Raffinerie Schwedt (Brandenburg) manipuliert. Wie eine Polizeisprecherin sagte, soll ein Ventil einer Pumpstation bei Strasburg (Vorpommern-Greifswald) zugedreht worden sein. Eine ähnliche Aktion hatte die Gruppe am Mittwoch bei Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) versucht. Gegen die Beteiligten werde wegen des Verdachts der Störung öffentlicher Betriebe, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs ermittelt. Nach Angaben von «Letzte Generation» soll der Ölfluss gestoppt werden.

Ludwigshafen (dpa) *12:24 Uhr – BASF-Chef Brudermüller gegen Gasstopp – «Geht nicht auf Knopfdruck»

BASF-Chef Martin Brudermüller hat vor schweren Folgen eines möglichen Embargos von russischem Erdgas gewarnt. «Wenn über Nacht die Erdgaslieferungen aus Russland wegfallen, würde das zu einer irreversiblen Schädigung der Volkswirtschaft führen», sagte er am Freitag bei der Hauptversammlung des Unternehmens. Im Extremfall müsste BASF die Produktion im Stammwerk in Ludwigshafen einstellen.

«Wir sehen das wie die Bundesregierung», sagte Brudermüller. «Sie hat sich gegen ein Erdgas-Embargo ausgesprochen. Wir halten diese Linie für die richtige.» Russland decke rund 50 Prozent des deutschen Erdgasverbrauchs. «Damit bilden die russischen Gaslieferungen die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie», betonte der BASF-Chef. Dies seien Realitäten. Priorität von Politik und Wirtschaft müsse sein, sich aus dieser Abhängigkeit so schnell wie möglich zu befreien. Dies alles gehe jedoch nicht auf Knopfdruck.

BASF beziehe kein Gas und kein Öl direkt aus Russland, sondern von westeuropäischen Lieferanten. «In deren Portfolio ist aber auch Erdgas aus Russland. Und damit auch in einem ähnlichen Verhältnis bei BASF am Standort in Ludwigshafen. Um es klar zu sagen: Eine kurzfristige Lösung, Erdgas aus Russland zu ersetzen, gibt es nicht.»

Leverkusen (dpa) *11:22 Uhr – Bayer verteidigt verbliebene Aktivitäten in Russland

Der Pharma- und Agrarchemie-Konzern Bayer hat seine verbliebenen Aktivitäten in Russland verteidigt. «Einer Krebspatientin in Sankt Petersburg nun lebenswichtige Medikamente vorzuenthalten, hieße in letzter Konsequenz nichts anderes, als den Tod weiterer Zivilisten in Kauf zu nehmen», sagte Bayer-Chef Werner Baumann bei der Online-Hauptversammlung des Konzerns am Freitag. «Damit wäre niemandem geholfen.»

Der Leverkusener Konzern habe bereits auf den Krieg der russischen Führung reagiert und etwa Werbungen und Investitionen in Russland gestoppt. «Wir haben alle Ausgaben in Russland eingestellt, die nicht unmittelbar mit unseren unverzichtbaren Produkten zusammenhängen», sagte der Bayer-Chef. Gleichzeitig empfinde man «eine ethische Verpflichtung» für die Zivilbevölkerung in Russland. «Dieser vollkommen sinnlose Krieg hat bereits sehr viele Menschenleben gekostet.»

Die wirtschaftlichen Folgen von Krieg und Sanktionen sind laut Baumann im ersten Quartal in den Unternehmenszahlen noch nicht sichtbar. Es zeichne sich ab, dass der Konzern erfolgreich in das Geschäftsjahr 2022 gestartet sei. «Gerade im Agrargeschäft sehen wir ein deutlich positiveres Marktumfeld als in den vergangenen Jahren», berichtete der Manager. Mit der Ausrichtung auf die Bereiche Gesundheit und Ernährung sei Bayer gerade jetzt besonders gefordert, um in der Krise einen Beitrag zur Versorgung der Menschen zu leisten.

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Cambridge (dpa) *09:51 Uhr – Hohe Kosten überschatten Jahresstart bei Astrazeneca

Das Corona-Geschäft und die Übernahme des US-Konzerns Alexion haben Astrazeneca zum Jahresstart Rückenwind beschert. Hohe Kosten auch im Zusammenhang mit dem Zukauf sowie für Forschung und Entwicklung drückten jedoch auf das Ergebnis. Unter dem Strich brach der Gewinn um drei Viertel auf 386 Millionen Dollar ein, wie der britisch-schwedische Pharmahersteller am Freitag in Cambridge mitteilte. Sondereffekte herausgerechnet verdiente Astrazeneca allerdings deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Vorstand um Firmenlenker Pascal Soriot bestätigte denn auch die Umsatz- und Gewinnziele für das Jahr.

Einen guten Lauf hatte der britisch-schwedische Hersteller mit einigen Krebs- und Diabetes-Medikamenten. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um mehr als die Hälfte auf 11,4 Milliarden Dollar (10,8 Mrd Euro). Dabei setzte Astrazeneca mit seiner Corona-Impfung mit dem Handelsnamen Vaxzevria im ersten Quartal etwas mehr als 1,1 Milliarden Dollar um.

28.04.2022

Leuna (dpa/sa) *13:58 Uhr – Keine Auswirkungen in Leuna durch Gas-Lieferstopp nach Polen

Am Chemiestandort Leuna sind nach Angaben der Betreibergesellschaft aktuell keine Auswirkungen des Lieferstopps von russischem Gas nach Polen und Bulgarien zu spüren. «Erdgas liegt vor», sagte ein Sprecher der Infraleuna am Donnerstag. Das Unternehmen bietet am Standort ansässigen Firmen Dienstleistungen an, darunter die Versorgung mit Energie per Gaskraftwerke. Allerdings bewege sich der Erdgaspreis weiter auf sehr hohem Niveau, sagte der Sprecher. Die Meldung vom Lieferstopp habe am Mittwoch zu einem kurzfristigem Sprung geführt.

Tübingen (dpa) *13:19 Uhr – Curevac tief in roten Zahlen

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac schreibt wegen des Rückzugs seines ersten Impfstoffkandidaten weiter rote Zahlen. Der operative Verlust lag im vergangenen Jahr bei 412,3 Millionen Euro (2020: 109,8 Millionen Euro), wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Donnerstag hervorgeht. Der Anstieg der Forschungs- und Entwicklungsausgaben sei vor allem auf deutlich höhere Kosten aus der damals zulassungsrelevanten 2b/3-Studienphase mit 40.000 Probanden zurückzuführen. Die Verluste vor Steuern beliefen sich im Geschäftsjahr 2021 (bis zum 31. Dezember) auf 412,5 Millionen Euro. Im Jahr 2020 waren es 129,8 Millionen Euro gewesen. Die Umsätze stiegen im vergangenen Jahr auf 103,0 Millionen Euro nach 48,9 Millionen Euro im Jahr 2020.

Kassel (dpa) *09:38 Uhr – Russland-Abschreibungen – Wintershall Dea mit Milliardenverlust

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea hat im ersten Quartal wegen einer milliardenschwerer Abschreibung auf Vermögenswerte im Zusammenhang mit seinem Russland-Geschäft hohe Verluste geschrieben. Der Nettoverlust habe in den ersten drei Monaten eine Milliarde Euro betragen, teilte die BASF-Mehrheitsbeteiligung am Donnerstag in Kassel mit. Bereinigt um Sondereffekte wie die Abschreibung legte der Überschuss dank kräftig gestiegener Öl- und Gaspreise von 171 Millionen Euro im Vorjahr auf

669 Millionen Euro zu.

Der Krieg sei ein «fundamentaler Wendepunkt» sowohl für die Geopolitik als auch für Wintershall Dea direkt, sagte Unternehmenschef Mario Mehren. «Ein 'Weiter so' mit Russland kann es jetzt nicht geben. Wird es nicht geben. Daran besteht kein Zweifel.»

Für die Forderung nach einem Energieembargo und einem sofortigen Stopp aller bestehenden Projekte in Russland zeigte Mehren Verständnis. Aber er verstehe auch das komplexe Dilemma, in dem die Bundesregierung stecke. Denn sie trage große Verantwortung für Deutschland, für die Wettbewerbsfähigkeit, für Wohlstand und gesellschaftlichen Frieden. Gasimporte aus Russland könnten «ersetzt werden. Aber nicht schnell», fügte er hinzu.

München (dpa) *08:06 Uhr – Wacker Chemie bestätigt Gewinnziel – Erwartet mehr Umsatz

Wacker Chemie hält trotz einer höheren Umsatzprognose für 2022 am Gewinnziel fest. Konzernchef Christian Hartel rechnet laut einer Mitteilung vom Donnerstag nun mit einem Jahresumsatz von etwa 7,5 Milliarden Euro, nachdem bisher rund 7 Milliarden im Plan gestanden hatten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll weiterhin zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Euro erreichen. Dabei kalkuliert Hartel nun mit Belastungen durch höhere Preise für Energie und Rohstoffe von rund 1,1 Milliarden Euro, was noch einmal 100 Millionen mehr sind als zuletzt gedacht. Gleichwohl sollen die Mehrkosten über Preiserhöhungen zum Großteil an die Kunden weitergereicht werden.

Im ersten Quartal profitierte das Unternehmen von einer noch robusten Nachfrage sowie Preiserhöhungen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um gut die Hälfte auf 2,08 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis liegt bei knapp 644 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Analysten hatten im Durchschnitt weniger erwartet. Unter dem Strich blieben 402,6 Millionen Euro hängen, nach 117,9 vor einem Jahr.

27.04.2022

Moosburg a.d. Isar (dpa/lby) *16:30 Uhr – Umweltaktivisten versuchen Öl-Pipeline in Oberbayern abzudrehen

Zwei Umweltaktivisten haben am Mittwoch versucht, im oberbayerischen Moosburg an der Isar (Landkreis

Freising) eine Öl-Pipeline zu sabotieren. «Es ist aber zu keiner Gefahr und auch zu keinem Stopp gekommen», sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Die beiden 40 und 47 Jahre alten Tatverdächtigen waren kurz vor Mittag im Stadtteil Niederambach über einen Stacheldrahtzaun auf das Gelände eines Unternehmens geklettert, dessen Leitungsnetz die Bundesrepublik mit Rohöl versorgt.

Nach Polizeiangaben gelangten sie bis zur sogenannten Schieberstation, wo sie versuchten, durch Betätigen eines Schalters die Verteilung des Rohöls an die Raffinerien zu stoppen. Dabei wurden sie von Polizisten in Gewahrsam genommen und anschließend zur Wache gebracht. Über Hintergründe und Motive wurde zunächst nichts bekannt.

Dem Vernehmen nach gehören die beiden Aktivisten der Gruppe «Letzte Generation» an. Klimaschützer aus deren Umfeld hatten am Mittwoch auch an anderen Orten in Deutschland versucht, die Versorgung durch Öl-Pipelines zu unterbrechen. Mancherorts ketteten beziehungsweise klebten sich die Klimaschützer dabei auch an den Anlagen fest.

Schwedt/Bad Neuenahr-Ahrweiler (dpa) *15:57 Uhr – Protestaktion von Klimaschützern gegen Ölimporte

Bei Protestaktionen gegen Ölimporte haben Klimaschützer am Mittwoch versucht, die Versorgung über Pipelines in Brandenburg und im Rheinland zu unterbrechen. An der Ölleitung Druschba in der Nähe von Schwedt an der Oder hätten Aktivisten ein Sperrventil per Hand geschlossen, teilte die Gruppe «Letzte Generation» mit, die seit Jahresbeginn auch Autobahnblockaden organisierte.

Die Polizei bestätigte den Vorfall. Beteiligt waren demnach ein 37 Jahre alter Mann und eine 19-jährige Frau, die sich an der Anlage festgeklebt hatte. Beide Aktivisten seien «in Obhut» genommen worden, sagte Polizeisprecher Stefan Möhwald. Der Pipeline-Betreiber PCK erklärte: «Die Pipelines sind aktuell im Betrieb und nicht gestört.» Ob der Ölfluss zeitweise unterbrochen war, blieb unklar.

Eine ähnliche Aktion gab es laut Polizei in Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz: Zwei Männer hatten sich dort an einer Anlage «festgekettet beziehungsweise mit Klebstoff angeklebt». Ein Bolzenschneider sei eingesetzt worden. Öl sei nicht abgedreht worden. Schaden sei nicht entstanden. Es werde ein Strafverfahren wegen mutmaßlichen Hausfriedensbruchs eingeleitet. Ein weiterer ähnlicher Versuch bei Breydin in Brandenburg wurde durch Wachpersonal unterbunden, wie ein dpa-Fotograf beobachtete.

Der Protest richtet sich gegen den Import fossiler Energie wie Öl und Gas, weil ihre Verbrennung das Klima belastet. Die Aktivisten verlangten von Wirtschaftsminister Robert Habeck eine Erklärung, keine neue fossile Infrastruktur zu errichten und nicht in der Nordsee nach Öl zu bohren.

Wegen des Kriegs in der Ukraine sucht Habeck nach Alternativen zu Gas- und Ölimporten aus Russland. Unter anderem sind neue Anlandestellen für Flüssiggas geplant. International war die Lage am Mittwoch gespannt, da Russland einen Stopp der Gaslieferungen an Polen und Bulgarien angekündigt hat.

Ludwigshafen (dpa) *10:48 Uhr – BASF stellt fast alle Geschäfte in Russland und in Belarus ein

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF will wegen des Kriegs in der Ukraine den größten Teil seiner Geschäfte in Russland und Belarus bis Anfang Juli 2022 einstellen. Eine Ausnahme bilde das Geschäft zur Unterstützung der Nahrungsmittelproduktion, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit. Denn der Krieg berge das Risiko, eine weltweite Nahrungsmittelkrise auszulösen. Bereits Anfang März hatte das Unternehmen bekanntgegeben, in den beiden Ländern keine neuen Geschäfte abzuschließen.

Momentan beschäftigt der Konzern den Angaben zufolge 684 Mitarbeiter in Russland und Belarus. Das Unternehmen werde die Beschäftigten bis Jahresende 2022 weiter unterstützen. Derzeit erarbeite BASF Pläne zur geordneten Einstellung der Aktivitäten in Russland und Belarus. Im Jahr 2021 belief sich der Anteil von Russland und Belarus am Gesamtumsatz der Gruppe auf rund ein Prozent.

26.04.2022

Düsseldorf (dpa/lnw) *15:12 Uhr – Laster verliert Chemieabfälle auf A44 bei Düsseldorf

Ein mit einem undichten Tankcontainer beladener Laster hat während der Fahrt auf der Autobahn 44 bei Düsseldorf Chemieabfälle verloren. Mehrere Feuerwehr- und Rettungsdiensteinheiten seien in der Nacht zum Dienstag rund acht Stunden im Einsatz gewesen, teilte die Feuerwehr Düsseldorf mit. Sowohl der Fahrer als auch die Einsatzkräfte blieben unverletzt.

Demnach habe der Fahrer bereits während der Fahrt das Leck am Container bemerkt und sofort die Autobahn verlassen. Er stellte laut Feuerwehr den Laster in einer Ausfahrt ab und verließ das Fahrzeug.

Der Bereich um den Tankcontainer sei von den Einsatzkräften weiträumig abgesperrt worden und mit spezieller Schutzkleidung und Atemschutz hätten diese versucht, das Leck zu schließen. Ein undichter Tankdeckel sei der Grund des Austritts eines Gemischs aus Chemieabfällen gewesen.

25.04.2022

Brüssel (dpa) *14:48 Uhr – Chemikalien in der EU könnten künftig gruppenweise verboten werden

In der Europäischen Union könnten künftig gleich ganze Gruppen gesundheitsgefährdender und umweltschädlicher Chemikalien verboten werden. Ein entsprechender Fahrplan ist am Montag von der EU-Kommission in Brüssel veröffentlicht worden.

Die Umweltorganisation EEB begrüßte den Plan. Er sei eine politische Verpflichtung, bestehende Gesetze zu nutzen, um Stoffe, die häufig mit Krebs in Verbindung gebracht werden, zu verbieten, teilte das Europäische Umweltbüro mit. Dies gelte auch für sogenannte Bisphenole, die häufig in Kunststoffen verwendet würden, aber die menschlichen Hormone störten. Außerdem seien alle Formen von PVC, dem am wenigsten recycelbaren Kunststoff, der große Mengen giftiger Zusatzstoffe enthalte, betroffen.

Der Verbotsprozess für die Chemikalien werde innerhalb von zwei Jahren beginnen. Bis 2030 werden den Angaben der Umweltorganisation zufolge alle Stoffe auf der Liste verschwunden sein. Eigentlich würden Chemikalien auf EU-Ebene einzeln reguliert, jedoch sei dieser Ansatz nicht mehr schnell genug, da bereits 2016 weltweit alle 1,4 Sekunden eine neue Chemikalie entwickelt worden sei.

Das Vorhaben ist Teil der vor rund eineinhalb Jahren von der EU-Kommission vorgestellten Chemikalien-Strategie. Schädliche Chemikalien sollen in Europa aus Alltagsprodukten wie Spielzeug, Kosmetik, Waschmitteln oder Textilien verbannt werden. Die EU hat bereits seit 2007 ein umfassendes System zur Registrierung von Chemikalien, genannt Reach. Es soll nun überarbeitet und besser durchgesetzt werden.

Dreieich (dpa/lhe) *15:27 Uhr – Übernahme von Pharmakonzern Biotest abgeschlossen

Die milliardenschwere Übernahme des hessischen Blutplasmaspezialisten Biotest durch den spanischen Pharmakonzern Grifols ist abgeschlossen. Nach Vollzug des Übernahmeangebots von vergangenem Herbst halte Grifols nun gut 96 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien, teilte Biotest am Montag in Dreieich bei Frankfurt mit. Sämtliche Angebotsbedingungen seien erfüllt und die angedienten Aktien übertragen.

Mit dem Zusammenschluss könnten Grifols und Biotest ihre Erfahrungen und Ressourcen bei Blutplasmatherapeutika bündeln, um die Verfügbarkeit solcher lebensrettender Medikamente zu erhöhen und die Produktpalette zu erweitern, sagte Biotest-Chef Michael Ramroth.

Biotest mit weltweit mehr als 2000 Beschäftigten erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 515 Millionen Euro, schrieb aber unterm Strich Verlust. Der Konzern ist auf Arzneien aus Blutplasma-Spenden spezialisiert, die bei Blutgerinnungsstörungen, Schwächen des Immunsystems oder Verbrennungen zum Einsatz kommen.

Grifols mit Sitz in Barcelona hatte im September die Mehrheitsübernahme von Biotest vom vorherigen chinesischen Investor Creat für 1,1 Milliarden Euro verkündet. Die übrigen Biotest-Aktionäre erhielten ein Übernahmeangebot. Insgesamt belief sich der Unternehmenswert auf rund 1,9 Milliarden Euro.

Als Bedingung für die Übernahme durch die Chinesen hatte sich Biotest auf Druck der US-Aufseher von seinem Amerika-Geschäft trennen müssen. Nun bekommen die Hessen wieder Zugang zu dem Markt. Das sei für das Wachstum von Biotest von entscheidender Bedeutung, sagte Ramroth.

Basel (dpa) *07:29 Uhr – Roche im Auftaktquartal erneut mit Corona-Rückenwind

Die Corona-Pandemie hat dem Pharmakonzern Roche im ersten Quartal 2022 nochmals Rückenwind beschert. So sorgte die anhaltend hohe Nachfrage nach Corona-Tests in der Diagnostics-Sparte für weiter steigende Umsätze. Gleichzeitig zogen die Einnahmen im Pharmabereich an. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt.

Insgesamt setzte Roche in den ersten drei Monaten 16,4 Milliarden Franken (15,9 Mrd Euro) um, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, wie Roche am Montag mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen legten die Verkäufe um elf Prozent zu und lagen damit über der Zielsetzung des Managements. Gewinnzahlen legt Roche nach drei Monaten traditionell nicht vor.

Für das Geschäftsjahr 2022 bleibt das Roche-Management aber bei seinem vorsichtigen Ausblick. Zu konstanten Wechselkursen peilt der Konzern ein Verkaufswachstum im stabilen bis niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Der Kerngewinn je Titel soll etwas stärker zulegen, nämlich im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

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