Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Bayer verteidigt verbliebene Aktivitäten in Russland

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22.04.2022

Leuna/Berlin (dpa) *16:16 – Chemiebranche warnt vor existenziellen Folgen bei Energieembargo

Die Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck an alternativen Quellen für eine sichere Energie- und Rohstoffversorgung der Industrie. «Wir wollen nie wieder so abhängig sein wie wir das waren, von Russland», betonte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftministerium, Michael Kellner, am Freitag nach einem Besuch in Leuna. Es gehe darum, den Ausbau alternativer Energie- und Rohstoffquellen zu beschleunigen und die Wertschöpfungsquelle stabil zu halten. Ein Ziel sei es, Ende 2022 unabhängig von russischen Öllieferungen zu sein. Zudem gehe es darum, Gasspeicher in Deutschland schneller und mehr als bisher mit Vorräten zu befüllen.

Ein sofortiger Lieferstopp, etwa von Gaslieferungen aus Russland, hätte nach Ansicht von Branchenvertretern existenzielle Folgen für Deutschland. «Wenn Gas fehlt, geht der Standort außer Betrieb und wir haben einen Zusammenbruch der Chemie, einen Zusammenbruch der gesamten deutschen Industrie», sagte Christof Günther, Geschäftsführer der Infraleuna. Er verwies auf Abhängigkeiten anderer Industriezweige von der Chemie, deren Produkte in nahezu allen Lebensbereichen wichtig seien, etwa in der Automobilbranche oder der Verpackungsindustrie für Lebensmittel. «Es ist unmöglich, kurzfristig den Hahn zuzudrehen», sagte Günther. Er ist energiepolitischer Sprecher der ostdeutschen Branche im Verband Nordostchemie.

Berlin (ots) *08:33 – Unternehmen müssen mehr in Weiterbildung zu Künstlicher Intelligenz investieren

KI) kann in Unternehmen von der Produktion bis zum Vertrieb Prozesse verbessern oder als Grundlage für neue Produkte und Dienstleistungen dienen. "Künstliche Intelligenz ist für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft von enormer Bedeutung", sagt Marc Fliehe, Leiter Digitales und IT-Sicherheit beim TÜV-Verband. "Mit Blick auf die Beschäftigten zeigt sich jedoch dringender Handlungsbedarf." Zwei von drei Bundesbürger:innen sind der Ansicht, dass die Arbeitnehmer:innen in Deutschland nur schlecht auf die Nutzung Künstlicher Intelligenz im Arbeitsleben vorbereitet sind (66 Prozent). Und 78 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Unternehmen beim Thema KI mehr in die Schulung ihrer Mitarbeitenden investieren müssen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Statista im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.000 Personen ab 16 Jahren, darunter 568 Erwerbtätige. "Viele Unternehmen müssen deutlich mehr in die Weiterbildung zu Künstlicher Intelligenz investieren, um ihre Belegschaften fit zu machen für die digitale Welt", sagt Fliehe. Dabei gehe es sowohl um vertiefte Kenntnisse für den Einsatz der Technologie, aber auch um Anwenderkenntnisse, da viele Tools bereits heute mit KI arbeiten. Immerhin ist der Anfang laut den Ergebnissen der Studie gemacht: 28 Prozent der befragten Erwerbstätigen haben in den vorherigen beiden Jahren an einer Weiterbildung zu KI-Inhalten teilgenommen. Und 34 Prozent der Erwerbstätigen planten dies binnen eines Jahres.

Leuven (dpa) *08:26 – Bierbrauer AB Inbev schreibt wegen Russland 1,1 Milliarden Dollar ab

Der Rückzug aus dem Geschäft in Russland belastet das Ergebnis des weltgrößten Bierbrauers AB Inbev mit etwas mehr als einer Milliarde Dollar. Das belgische Unternehmen will seinen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen AB Inbev Efes an den türkischen Kooperationspartner Anadolu Efes verkaufen. Die Verhandlungen dazu liefen, teilte AB Inbev am Freitag in Leuven mit. Das im EuroStoxx 50 notierte Unternehmen hatte bereits im März angekündigt, sich aus Russland zurückziehen zu wollen und auf die Einnahmen aus dem Gemeinschaftsunternehmen zu verzichten. Der anstehende Verkauf und der Verzicht auf die Einnahmen werde zu einer Abschreibung von 1,1 Milliarden Dollar (rund 1 Mrd Euro) führen.

Singapur (dpa) *07:48 – Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Freitag gesunken. Marktbeobachter verwiesen auf eine insgesamt trübere Stimmung an den Finanzmärkten, die auch die Notierungen für Rohöl mit nach unten gezogen habe. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 106,91 US-Dollar. Das waren 1,42 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,41 Dollar auf 102,41 Dollar.

In den USA deutet sich eine stärkere Zinserhöhung an, was die Kauflaune an den Finanzmärkten bremst. Am Vorabend hatte der Präsident der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, auf einer Podiumsdiskussion des Internationalen Währungsfonds (IWF) deutlich gemacht, dass eine Anhebung des Leitzinses um 0,50 Prozentpunkte auf der Zinssitzung im Mai möglich sei. Zum Start der jüngsten Zinswende hatte die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Düsseldorf (dpa/lnw) *07:44 – Bierproduktion in NRW 2021 um 2,7 Prozent gesunken

Auch das zweite Jahr in der Corona-Krise hat den Brauern in Nordrhein-Westfalen zugesetzt. 2021 produzierten die landesweit 32 Brauereien mit mindestens 20 Beschäftigten insgesamt 15,7 Millionen Hektoliter alkoholhaltiges Bier, wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte. Das waren 2,7 Prozent oder 430 000 Hektoliter Bier weniger als 2020. Im ersten Corona-Jahr 2020 war der Rückgang mit einem Minus von 9,2 Prozent noch deutlicher ausgefallen. In den Zahlen sind Biermischgetränke sowie die vielen Klein- und Hausbrauereien nicht enthalten. Auf jeden volljährigen Einwohner in NRW entfielen damit rein rechnerisch 2021 etwa 105 Liter alkoholhaltiges Bier. Der Rückgang bei der Biererzeugung fiel in NRW nach Angaben der Statistiker kräftiger aus als im Bundesdurchschnitt, wo das mengenmäßige Minus 0,5 Prozent betrug.

Leuna (dpa/sa) *05:31 – 550 Millionen Euro teure Bioraffinerie nimmt Konturen an

In Leuna sollen ab 2023 auf der Basis von Holz chemische Grundstoffe hergestellt werden - ob für Verpackungen, Autoteile oder Schuhsohlen. Der finnische Konzern UPM betritt nach eigenen Angaben mit der Bioraffinerie Neuland - nicht nur wegen des Standorts. Das Areal gilt nach Branchenangaben als eine der größten Industriebaustellen in Deutschland. Die Bioraffinerie des finnischen Konzerns UPM (Helsinki) nimmt am Chemiestandort Leuna Konturen an. Rund 550 Millionen Euro werden nach Unternehmensangaben investiert. Rohstoffbasis für den künftigen Betrieb der Anlage seien nicht Gas oder Öl, sondern nachhaltig erwirtschaftetes, regionales Laub- und Industrieholz sowie Sägespäne, erklärte ein UPM-Sprecher. Dadurch sei es möglich, den Verbrauch fossiler Rohstoffe wie Öl in Produktionsprozessen und damit auch CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Für UPM sei Leuna das Herzstück der neuen Geschäftsfelder rund um erneuerbare Bioprodukte. «Wir werden 220 000 Tonnen Produkte im Jahr herstellen», sagte der Sprecher zur Kapazität der Bioraffinerie. Der Konzern, aus der Papier- und Zellstoffbranche kommend, beschäftigt den Angaben zufolge heute weltweit rund 17 000 Menschen. Der Jahresumsatz liege bei 9,8 Milliarden Euro.

Genf (dpa) *00:01 – WHO empfiehlt Covid-Pille von Pfizer für bestimmte Corona-Patienten

Das in Deutschland schon eingesetzte Covid-19-Medikament Paxlovid bekommt grünes Licht von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Paxlovid werde für Patienten empfohlen, die noch nicht schwer krank sind, aber das höchste Risiko einer Krankenhauseinweisung haben, berichtete der zuständige WHO-Expertenrat in der Fachzeitschrift «British Medical Journal» (BMJ). Dazu gehören Menschen mit Vorerkrankungen, Betagte oder Ungeimpfte.

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