Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Inseln fordern Stopp für geplante Erdgasförderung in Nordsee

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15.05.2024

Teistungen/Frankfurt (dpa) *14:12 Uhr – Chemie-Arbeitgeber und IG BCE vertagen sich auf Juni

Ohne Annäherung sind die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der deutschen Chemie- und Pharma-Industrie vertagt worden. Der Verhandlungsführer der IG BCE, Oliver Heinrich, verlangte am Mittwoch im thüringischen Teistungen, dass die Arbeitgeber ihre «Total-Blockade» bei der Entgelterhöhung beenden. Anders als von Arbeitgeberseite behauptet seien Verteilungsspielräume vorhanden. Die Chemie-Beschäftigten dürften nicht zu Inflationsverlierern werden. Die IG BCE hat sieben Prozent mehr Geld gefordert.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) will weiterhin einen «krisengerechten Tarifabschluss» durchsetzen. «Die kritische Lage in vielen Betrieben wird von der IGBCE bislang nicht ausreichend berücksichtigt», sagte Verhandlungsführer Matthias Bürk nach zwei Verhandlungstagen.

Zusätzliche Gespräche vereinbarten beide Seiten zur geforderten Besserstellung von Gewerkschaftsmitgliedern gegenüber anderen Beschäftigten. Messbare Vorteile könnten nach Vorstellung der IG BCE mehr Freizeit, mehr Geld oder eine bessere soziale und gesundheitliche Absicherung für Gewerkschaftsmitglieder sein. «Für uns ist zentral, eine Spaltung der Belegschaften ebenso zu verhindern wie eine Schwächung der Tarifbindung durch Austritte aus dem Arbeitgeberverband», sagte Bürk.

Die nächste bundesweite Verhandlungsrunde ist für den 4. und 5. Juni in Wiesbaden verabredet. Die Friedenspflicht endet am 30. Juni. Den Bundesverhandlungen sind Gespräche in den neun Tarifregionen vorausgegangen, die am Ende in der Regel die Vereinbarungen der Bundesebene übernehmen.

Mannheim (dpa/lsw) *13:28 Uhr – Pharmagroßhändler Phoenix verdient weniger

Der Pharmagroßhändler Phoenix Group aus Mannheim hat im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund der schwachen Konjunkturentwicklung deutlich weniger verdient. So sank das Ergebnis nach Steuern im Ende Januar abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 um rund 9,2 Prozent auf 233,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der Vorstandsvorsitzende Sven Seidel sprach von einem anspruchsvollen Umfeld und einem soliden Geschäftsjahr. In Deutschland wie auch in anderen europäischen Ländern sei die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2023 von den Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie von höheren Zins-, Transport- und Energiekosten geprägt, teilte das Unternehmen mit.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um rund 7,6 Prozent auf 933,1 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2023/2024. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch rund eine Milliarde Euro betragen. Das Ebitda vor wesentlichen Sondereinflüssen stieg dagegen um 30,8 Prozent auf 946,9 Millionen - von zuvor 723,8 Millionen.

Die Umsatzerlöse stiegen um rund 29,6 Prozent auf 47,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum lagen diese noch bei rund 36,3 Milliarden.

Der Umsatz in Deutschland sei im Vergleich zum Vorjahr von 11,9 Milliarden Euro auf 12,6 Milliarden Euro gestiegen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in Deutschland Marktführer.

Für das Geschäftsjahr 2024/25 gehe die Phoenix Group davon aus, einen Anstieg der Umsatzerlöse «leicht über dem Wachstum der europäischen Pharmamärkte zu erzielen», hieß es weiter. Es werde ein «moderater Anstieg des Ergebnisses vor Steuern gegenüber dem Vorjahr prognostiziert». Die Phoenix Group hat mehr als 48 000 Mitarbeiter, ist in 29 Ländern vertreten und gehört der Familie Merckle.

Frankfurt/Main (dpa) *10:01 Uhr –Lichtblick für Chemie: Umsatz und Produktion gesteigert

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Im Vergleich zum schwachen Schlussquartal 2023 konnten die Unternehmen in den ersten drei Monaten dieses Jahres ihre Produktion um 6,5 Prozent steigern, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt berichtete. Auch der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 56,5 Milliarden Euro. Kunden hätten ihre leeren Lager wieder aufgefüllt und aus dem außereuropäischen Ausland habe es eine anziehende Nachfrage gegeben.

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Preisbereinigt lägen die Umsätze wie auch die Produktion aber weiterhin rund 15 Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Krise, betonte Verbandspräsident Markus Steilemann. Er sagte laut einer Mitteilung: «Ein gutes Quartal macht die Einbrüche der Krisenjahre nicht wett. Die Lage ist insgesamt fragil.» Eine Tendenzwende zeichne sich in der Chemie noch nicht ab, während in der Pharmasparte einem soliden Wachstum kaum noch etwas im Wege stehe.

Für das Gesamtjahr rechnet der VCI mit einem Produktionsplus von 3,5 Prozent und einem um 1,5 Prozent steigenden Branchenumsatz. Hier spiegeln sich die zuletzt gesunkenen Erzeugerpreise. Impulse seien insbesondere bei der außereuropäischen Nachfrage zu erwarten, während in Europa und insbesondere in Deutschland die wirtschaftliche Dynamik nur langsam zunehme. In diesem Zusammenhang forderte Steilemann politische Reformen, um den Wirtschaftsstandort günstiger zu machen.

Darmstadt (dpa) *07:29 Uhr – Schwaches Laborgeschäft belastet Merck weiter

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im ersten Quartal weiter mit Problemen im Laborgeschäft zu kämpfen. Besser lief es zum Jahresauftakt in der Elektronik- und Pharmasparte. Konzernweit ging der Umsatz um 3,3 Prozent auf etwas mehr als 5,1 Milliarden Euro zurück, wie das im Dax notierte Unternehmen am Mittwoch in Darmstadt mitteilte. Bereinigt um Sondereffekte wie Wechselkurs-Belastungen insbesondere beim chinesischen Yuan habe der Rückgang bei 1,2 Prozent gelegen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 8,4 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro.

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