Dresden (dpa/sn) *16:42 Uhr – Kretschmer gegen verbilligten Industriestrompreis
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hält nichts von der Einführung eines Industriestrompreises. Der wissenschaftliche Beirat des Bundesfinanzministeriums rate «zu Recht» davon ab, sagte Kretschmer am Donnerstag in Dresden. Statt Subventionen und Bürokratie brauche es ein höheres Energieangebot, um Preise zu senken. «Die Mangellage wurde durch den Wechsel auf teure LNG-Gaslieferungen und den Atomausstieg hervorgerufen», sagte Kretschmer und kritisierte: «Jetzt soll Staatsdirigismus diese Fehlentscheidungen wieder richten, statt die Ursache hoher Energiepreise anzugehen.»
New Brunswick (dpa) *14:20 Uhr – Johnson & Johnson erneut optimistischer
Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson hebt nach einem starken zweiten Quartal ein weiteres Mal seine Prognose für das Jahr an. Zwischen April und Juni hat das Unternehmen vor allem von einem starken Medizintechnikgeschäft profitiert. Aber auch das vor der Abspaltung stehende Konsumentengeschäft und die Pharmasparte konnten zulegen, wie der Konzern am Donnerstag in New Brunswick mitteilte. Im vorbörslichen US-Handel ging es für das Papier zuletzt nach oben. Das Management um Konzernchef Joaquin Donato peilt jetzt auf Jahressicht abseits des Corona-Impfstoffs einen Erlös in der Spanne von 98,8 bis 99,8 Milliarden US-Dollar (88,2 bis 89,1 Mrd Euro) an.
Brüssel/Duisburg (dpa) *14:15 Uhr – Weg frei für «grünen» Stahl: EU genehmigt Milliarden-Beihilfen
Mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energien will Thyssenkrupp bald klimafreundlicheren Stahl produzieren. Neue Anlagen und der Wasserstoff kosten viel Geld. Bund und Land NRW dürfen mit Milliarden helfen, wie jetzt die EU-Kommission entschieden hat. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen dürfen den Stahlhersteller Thyssenkrupp beim Aufbau einer klimafreundlicheren Grünstahl-Produktion in Duisburg mit bis zu zwei Milliarden Euro unterstützen. Dies hat die EU-Kommission entschieden.
Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel will eine sogenannte Direktreduktionsanlage zur Herstellung von «grünem» Stahl bauen. Sie soll Ende 2026 in Betrieb genommen und anfangs mit Erdgas betrieben werden. Ab 2029 soll sie mit Wasserstoff laufen und so den Ausstoß von Treibhausgasen bei der Stahlerzeugung deutlich verringern. Der Bau hat noch nicht begonnen. Thyssenkrupp will knapp eine Milliarde Euro an Eigenmitteln investieren. Für das Unternehmen arbeiten in Duisburg rund 13 000 Menschen.
In Deutschland wollen auch andere Stahlerzeuger solche Anlagen bauen. Die Firma Salzgitter hat bereits im April einen Förderbescheid über eine Milliarde Euro erhalten. Die Beihilfen für Thyssenkrupp sind laut EU-Kommission zweigeteilt. Zum einen sollen mit Zuschüssen von bis zu 550 Millionen Euro Bau und Montage der Anlage unterstützt werden. Anfangs soll zwar noch Erdgas für den Betrieb verwendet werden, doch das Gas soll bis 2037 vollständig durch erneuerbaren Wasserstoff ersetzt und somit klimafreundlicher werden.
Mit den restlichen bis zu 1,45 Milliarden Euro der Beihilfen soll ein Mechanismus finanziert werden, der in den ersten zehn Jahren des Betriebs der neuen Anlage Mehrkosten decken soll. Konkret geht es dabei um Kosten, die bei der Beschaffung und Nutzung von erneuerbarem Wasserstoff anstelle von CO2-armem Wasserstoff anfallen würden. Während der gesamten Lebensdauer des Vorhabens kann nach Angaben der Kommission die Freisetzung von mehr als 58 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Thyssenkrupp habe sich verpflichtet, im Rahmen des Vorhabens gewonnenes Wissen aktiv an Industrie und Wissenschaft weiterzugeben.
Berlin (dpa) *05:30 Uhr – Brauer befürchten Mangel an Pfandflaschen
Die deutschen Brauereien befürchten erneut einen Mangel an Bierflaschen. Weil leere Flaschen nur zögerlich den Weg in den Glaskreislauf zurückfinden, ist die Branche losgelöst von saisonalen Schwankungen besorgt. «In diesem Jahr droht der Leergut-Logistik ein besonderer Härtetest», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, der Deutschen Presse-Agentur. «Es war in diesem Jahr schon so, dass einzelne Brauereien, nicht alle Bestellungen erfüllen konnten, weil ihnen an bestimmten Tagen das Leergut ausgegangen ist.»
Während die europäischen Glashütten ihre Kapazitäten wegen der hohen Preise zurückgefahren hätten, fielen zahlreiche Glashütten in der Ukraine und Russland seit Beginn des Angriffskriegs im Februar 2022 als Lieferanten aus. Dadurch hätten sich Preis und Nachfrage nach Mehrwegglasflaschen deutlich erhöht. «Bei Glasflaschen sehen wir eine Steigerung von bis zu 140 Prozent im Anschaffungspreis, wenn wir den Mai 2023 mit dem Januar 2022 vergleichen», sagte Eichele.
Stand: 08.12.2025
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