Mainz (dpa/lrs) *15:43 Uhr – Bundesforschungsministerin sieht Biontech als Vorbild
Der Erfolg des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech zeigt für Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger vorbildlich, wie Forschung in konkrete Produkte münden kann. Langjährige Grundlagenforschung, die auch staatlich finanziert werde, sowie privates Kapital und Unternehmergeist seien dafür nötig, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag bei einem Besuch in einem Forschungszentrum von Biontech in Mainz. «Dieser Geist, der hier zusammengekommen ist, das ist schon wunderbar. Das brauchen wir auch in unserem Land und wir brauchen es noch mehr.»
Deutschland habe eine sehr gute Grundlagenforschung. Es komme darauf an, wie Wissen in die Umsetzung komme, in medizinische Therapien oder anderen Bereichen. «Die Frage des Transfers ist immens wichtig», sagte Stark-Watzinger. Sie war zu Gast in einem Biontech-Standort, in dem an mRNA sowie Fettmolekülen geforscht wird, die mRNA in menschliche Zellen transportieren. Nach diesem Mechanismus funktioniert der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer, Biontech arbeitet zudem an individualisierten Krebstherapien mit mRNA.
Stark-Watzinger sagte, die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass medizinische Innovationen nicht nur ein «Game Changer», also ein entscheidender Wendepunkt, sondern auch ein «Life Saver», ein Lebensretter, gewesen seien. Die Impfung habe Freiheiten zurückgebracht und die Möglichkeit, wieder wirtschaftlich aktiv zu werden und ein normales gesellschaftliches Leben zu führen. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Bettina Schmitt (FDP), sagte, «das Momentum» von Biontech wolle Rheinland-Pfalz nutzen.
Guildford/München (dpa) *14:57 Uhr – Linde hebt erneut Gewinnziel an
Der Industriegase-Konzern Linde wird für das laufende Jahr auch dank seiner Sparbemühungen erneut zuversichtlicher. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll 2023 nun auf 13,80 bis 14 Dollar zulegen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Guildford bei London mitteilte. Zuvor hatte Linde hier 13,45 bis 13,85 Dollar im Visier. 2022 hatte Linde einen bereinigten Gewinn je Aktie von 12,29 Dollar ausgewiesen. Im zweiten Quartal legte das Ergebnis um 15 Prozent auf 3,57 Dollar je Aktie zu.
Der Umsatz ging im Jahresvergleich um drei Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar zurück. Auf vergleichbarer Basis legten die Erlöse dank Preiserhöhungen um sechs Prozent zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von knapp 1,6 Milliarden Dollar nach 372 Millionen Dollar im Vorjahr. Im Vorjahr hatte unter anderem eine Wertminderung im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung des Russland-Geschäfts das Ergebnis belastet.
Linde hatte sich als bis dahin wertvollster Konzern im Dax Anfang des Jahres von der Frankfurter Börse zurückgezogen. Seitdem hat das Unternehmen die New York Stock Exchange als Hauptbörse. Dies ist eine Folge der Übernahme des US-Konzerns Praxair. Lindes Rückzug aus Frankfurt wurde als eine herbe Niederlage für den deutschen Finanzmarkt gewertet.
Für das dritte Quartal geht Linde von einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,48 bis 3,58 Dollar aus. Das wäre ein Plus von 12 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Paris (dpa) *09:01 Uhr – Totalenergies mit Gewinnrückgang auf hohem Niveau
Gefallene Preise für Öl und Gas haben beim Energiekonzern Totalenergies im zweiten Quartal zu einem Gewinnrückgang geführt. Allerdings hatten die Folgen des Ukraine-Kriegs und das Ende der Corona-Beschränkungen in vielen Ländern die Ölpreise und damit auch den Gewinn des Unternehmens vor einem Jahr stark nach oben getrieben. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis sank im abgelaufenen zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp die Hälfte auf fünf Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro), wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 41 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar zurück.
Kassel (dpa) *08:54 Uhr – Öl- und Gaspreisrückgang belastet Wintershall Dea
Wintershall Dea hat im zweiten Quartal niedrigere Öl- und Gaspreise zu spüren bekommen. In den drei Monaten bis Ende Juni ging der Gewinn des Öl- und Gaskonzerns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten (Ebitdax) im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 975 Millionen Euro zurück, wie die BASF-Mehrheitsbeteiligung am Donnerstag in Kassel mitteilte.
Stand: 08.12.2025
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Die Fördermenge konnte der Konzern leicht steigern. In den Zahlen ist das Russland-Geschäft nicht mehr enthalten, weil sich Wintershall Dea aus dem Land zurückziehen will. Unter dem Strich stand ein bereinigter Gewinn von 203 Millionen Euro nach 156 Millionen ein Jahr zuvor.
Das Jahresziel für die Fördermenge reduzierte das Unternehmen. Für 2023 peilt Wintershall Dea nun eine Produktion von 325 000 bis 340 000 Barrel Öläquivalent pro Tag an. Zuvor war der Konzern von bis zu 350 000 ausgegangen. 2022 hatte das Unternehmen 321 000 Barrel Öläquivalent pro Tag ohne Russland gefördert, inklusive kam der Konzern auf 597.000.
Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding und der Dea hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel und Hamburg beschäftigt weltweit knapp 2500 Mitarbeiter. BASF hält gut 70 Prozent an Wintershall Dea. Der Rest gehört Letter One, einer Beteiligungsgesellschaft.
London (dpa) *08:34 Uhr – Shell verdient weniger als erwartet
Shell hat im zweiten Quartal wegen der deutlich gesunkenen Gas- und Ölpreise deutlich weniger verdient als vor einem Jahr und auch zum Jahresauftakt. Der Überschuss sei im Vergleich zum ersten Quartal um fast zwei Drittel auf 3,1 Milliarden US-Dollar (2,8 Mrd Euro) gefallen, teilte der Konzern am Donnerstag in London mit.
Ein Jahr zuvor hatte der Konzern sogar 18 Milliarden Dollar verdient. Damals waren die Öl- und Gaspreise allerdings wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sehr hoch - inzwischen sind die Preise wieder deutlich gesunken.
Der Umsatz sank in den drei Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum Vorquartal um rund 14 Prozent auf knapp 75 Milliarden Dollar. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn fiel um 47 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen der Experten leicht. Fortschritte machte Shell allerdings beim Abbau der Schulden.
Das Unternehmen kündigte zudem weitere Aktienrückkäufe an.