Potsdam (dpa/bb) *18:54 Uhr – Woidke: Auslastung der PCK-Raffinerie auf bis zu 80 Prozent erhöht
Die Auslastung der Rohöl-Raffinerie PCK in Schwedt hat sich nach den Worten des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) verbessert. Sie liege im Moment bei 75 bis 80 Prozent, sagte Woidke am Donnerstag in Potsdam. «Wir haben heute eine Situation, die durchaus als stabil bezeichnet werden kann.» Dennoch sei die Öl-Versorgung der Raffinerie auch weiterhin eine Herausforderung.
Die PCK-Raffinerie, die große Teile des Nordostens Deutschlands mit Treibstoff versorgt, verzichtet seit Jahresanfang auf Rohöl aus Russland. Der Grund sind die Sanktionen wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Seitdem muss der Betrieb mit alternativen Öllieferungen, darunter ist seit kurzem auch Öl aus Kasachstan, gesichert werden.
Seit kein russisches Öl mehr nach Schwedt kommt, lag die Auslastung laut Unternehmen bisher bei durchschnittlich 58 Prozent. Zudem gab es eine geplante TÜV-Wartung der Anlage in Schwedt, so dass die Rohöl-Verarbeitung gedrosselt war. Nach der Revision sollte die Auslastung steigen.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte nach seinem Treffen mit Woidke in Potsdam, es sei jetzt die Aufgabe, die Zukunft der PCK mit den Eigentümerstrukturen sicher aufzustellen. Das Ministerium rede mit all denjenigen, die Interesse hätten, an der Zukunftsperspektive mitzuwirken. Zwei deutsche Tochterfirmen des russischen Ölkonzerns Rosneft – Mehrheitseigner bei PCK – stehen unter Treuhandverwaltung des Bundes. Seit längerem sind mögliche Eigentümerwechsel im Gespräch. Auch Shell Deutschland und Eni Deutschland sind an der Raffinerie beteiligt.
Die Bundesregierung bekommt auch mehr Möglichkeiten bei Unternehmen in Treuhandverwaltung. Im Kern geht es darum, dass Anteile von Unternehmen, die unter Treuhandverwaltung stehen, leichter veräußert werden können. Dies zielt auf die Raffinerie in Schwedt.
Die Region und die PCK setzen in Zukunft auch auf die Erzeugung von Wasserstoff. Laut Woidke sollen bis 2027 in Schwedt 300 Megawatt an Elektrolyseleistung aufgebaut werden für die Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien aus der Uckermark. Mit dem Wasserstoff solle dann Ethanol für die chemische Industrie und Kerosin für die Luftfahrt produziert werden.
Frankfurt/Main (dpa) *11:30 Uhr – Finanzierung von Biotech-Firmen nach Corona-Boom eingebrochen
Nach einem Corona-Boom erlebt die deutsche Biotechnologie-Branche wieder schwierigere Zeiten. Nach zwei Jahren mit Finanzierungsrekorden floss 2022 angesichts gestiegener Zinsen und Unsicherheit um den Ukraine-Krieg deutlich weniger Geld in die Unternehmen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichen Analyse der Beratungsgesellschaft EY. Der Markt habe sich nach einer Überhitzung normalisiert. Jedoch gefährdeten nun die schwierigeren Finanzierungsbedingungen Entwicklungserfolge von Arzneien.
Die Kapitalaufnahme der Biotech-Branche brach laut der Studie 2022 auf 812 Millionen Euro ein – ein Rückgang um 67 Prozent gemessen am Vorjahr. Europaweit ging es der Branche kaum besser. Während sich das Risikokapital von Investoren für deutsche Firmen fast halbierte und etwa auf das Niveau von vor der Pandemie zurückfiel, gab es im unsicheren Umfeld keinen Börsengang einer deutschen Biotech-Firma und nur wenige Übernahmen unter Beteiligung hiesiger Branchenunternehmen. Pharmaunternehmen setzten dafür verstärkt auf Allianzen, so EY.
«Die deutsche Biotech-Branche ist nach dem Corona-Boom wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen», sagte EY-Partner Klaus Ort. Nach dem Boom um Corona-Impfstoffe und -Therapien stünden nun wieder klassische Biotech-Themen im Fokus wie Studien zu Krebs-Wirkstoffen sowie Infektions- und Autoimmunerkrankungen.
In der Pandemie hatte die Biotech-Branche mit Leuchttürmen wie dem Mainzer Impfstoffhersteller Biontech noch einen Schub erlebt. 2020 warb die Branche mit gut 47.000 Beschäftigten in Deutschland EY zufolge rund drei Milliarden Euro ein, 2021 rund 2,4 Milliarden Euro.
Stand: 08.12.2025
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Biotech-Firmen tüfteln an komplexen Arznei-Wirkstoffen und Therapien und bringen auch Technologien in Chemie und Landwirtschaft ein. Das ist teuer und langwierig, weshalb Biotechfirmen auf viel Geld von Investoren angewiesen sind, die meist in den USA sitzen. In Deutschland mangelt es an Geldgebern gerade für größere Summen, was der Biotech-Branche zu schaffen macht. Firmen wie Biontech zog es zum Börsengang an die US-Technologiebörse Nasdaq. Die Branche fordert seit langem erleichterte Finanzierungsbedingungen für Investoren.