Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Wie die Energiewende vorankommt – Habeck besucht BASF und Leag

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13.06.2023

Champagne (dpa) *15:53 Uhr – Macron will mehr Medikamente in Frankreich herstellen lassen

Im Kampf gegen Medikamentenengpässe will Frankreich verstärkt auf Produktion im eigenen Land setzen. Für etwa 50 essenzielle Medikamente, bei denen man stark von Importen aus nicht-europäischen Ländern abhänge, wolle man die Herstellung des pharmazeutischen Rohstoffs oder des Endproduktes nach Frankreich verlegen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag beim Besuch eines pharmazeutischen Labors in Champagne. Konkret geht es um das Schmerzmittel Morphin und mehrere Medikamente zur Behandlung von Krebs.

In den kommenden Wochen würde die Herstellung von 25 dieser Arzneimittel bereits nach Frankreich gebracht beziehungsweise ihre Produktion dort erhöht werden. Frankreich will Macron zufolge zudem eine Liste von 450 notwendigen Medikamenten erstellen, bei denen die Versorgung unbedingt sichergestellt werden muss.

Auch Deutschland will mit Neuregelungen gegen Lieferengpässe von Medikamenten vorgehen. Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sehen vor, Herstellern zu ermöglichen, höhere Abgabepreise für Kindermedikamente in Deutschland zu verlangen, so dass sich Lieferungen nach Deutschland mehr lohnen. Grundsätzlich ist bei wichtigen Medikamenten auch eine Pflicht zur mehrmonatigen Lagerhaltung vorgesehen. Bei Antibiotika sollen Hersteller, die Wirkstoffe in Europa produzieren, stärker zum Zug kommen.

Straßburg (dpa) *13:30 Uhr – Grüne: Umgang von Chemiefirmen mit Pestizid-Studien prüfen

Die Grünen im Europaparlament fordern einen Untersuchungsausschuss, um den Umgang von Chemiefirmen mit Studien über die Auswirkungen von Pestiziden unter die Lupe zu nehmen. Dies sagte die Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament Terry Reintke am Montagabend.

Vor einigen Wochen hatten zwei Forschende der Universität Stockholm im Fachblatt «Environmental Health» berichtet, dass Hersteller einige Pestizid-Studien zwar bei der US-Umweltbehörde EPA, nicht aber bei den europäischen Zulassungsbehörden eingereicht hätten. Dabei geht es um Studien zu der Frage, ob Wirkstoffe das sich entwickelnde Nervensystem schädigen können. Einige der Ergebnisse hätten demnach Einfluss auf den Zulassungsprozess haben können. In dem Fachartikel wurden die Konzerne Bayer und Syngenta namentlich genannt.

«Bayer steht für Transparenz und wir begrüßen daher die Gelegenheit, Fragen von Mitgliedern des Europäischen Parlaments zu beantworten», teilte das Unternehmen am Dienstag in Reaktion auf die Forderung der Grünen mit. Nach Bekanntwerden des Fachartikels der beiden Forschenden hatte Bayer bereits mitgeteilt: «Wir haben zu jeder Zeit die nötigen Studien eingereicht, die nach den damaligen Regularien gefordert waren.» Das Unternehmen betonte zudem, die angesprochenen Studien hätten die Risikobewertung der Behörden nicht verändert.

Syngenta mit Sitz in Basel verwies darauf, dass in der EU andere Studien verlangt würden als in den USA.

«Profitinteressen der Großkonzerne dürfen niemals schwerer wiegen als die Gesundheit von Menschen, die Artenvielfalt und die Grundlagen unserer Ernährung», sagte Grünen-Politikerin Reintke. Die Industrie dürfe EU-Behörden nicht an der Nase herumführen.

Schwerin (dpa) *10:27 Uhr – Gegner des Vink-Chemicals-Werkes wollen vorzeitigen Bau verhindern

Bei einem Erörterungstermin in Schwerin haben Gegner des geplanten Vink-Chemicals-Werkes deutlich gemacht, dass ein vorzeitiger Baubeginn für sie nicht infrage kommt. Es liege noch kein umfassendes Gutachten zur Abwasserbehandlung vor, sagte eine Vertreterin des BUND bei der Veranstaltung im Plaza-Hotel am Dienstag. Auch sind die offen gelegten Antragsunterlagen aus Sicht der Naturschützer unvollständig, schlecht organisiert und daher undurchsichtig.

Produziert werden sollen am Standort in der Landeshauptstadt unter anderem Desinfektionsmittel. Ein Vertreter des Unternehmens aus dem niedersächsischen Kakenstorf hatte zuvor versichert, dass anfallendes Abwasser und Abluft der Anlage in der Carl-Tackert-Straße nach den gesetzlichen Regularien behandelt werden wird. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) machte zudem klar, dass eine Genehmigung für den vorzeitigen Baubeginn keine vorläufige Betriebsgenehmigung sei. Wird der Bau schlussendlich nicht genehmigt, muss Vink-Chemicals den Ursprungszustand des Geländes wiederherstellen.

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Die Veranstaltung soll offene Fragen sowohl aufseiten der Genehmigungsbehörden wie auch der Bedenkenträger ausräumen, hieß es zu Beginn. Eine Entscheidung werde erst nach sorgfältiger Prüfung der Unterlagen gefällt. Insgesamt wurden 20 Einwendungen beim Stalu eingereicht. Hierzu gehört auch der Lebensmittelhändler Nestlé, dieser sorgt sich um seine angrenzende Lebensmittelproduktion.

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