Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Ammoniak ausgelaufen: Großeinsatz in der Nacht

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03.08.2023

Cambridge (dpa) *14:39 Uhr – Moderna erhöht Prognose für Umsatz mit Corona-Impfstoff

Trotz des Abflauens der Corona-Pandemie hat Moderna die Prognose für den Umsatz mit seinem Covid-19-Impfstoff in diesem Jahr erhöht. Unter anderem nach einem neuen Vertrag mit der japanischen Regierung rechnet Moderna hier nun mit Erlösen zwischen sechs und acht Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Biotech-Firma mindestens fünf Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Im vergangenen Quartal bekam Moderna die gesunkene Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff voll zu spüren. Der Umsatz brach von 4,75 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf 344 Millionen Dollar ein. Unterm Strich verbuchte Moderna einen Verlust von 1,38 Milliarden Dollar (1,26 Mrd Euro) nach schwarzen Zahlen von knapp 2,2 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

Frankfurt/Main/Berlin (dpa) *09:43 Uhr – Verbände: Generelles Verbot von PFAS-Chemikalien gefährdet Klimaziele

Große deutsche Industrieverbände warnen vor einer Gefährdung der EU-Klimaziele bei einem umfassenden Verbot sogenannter Ewigkeits-Chemikalien. Kein Windrad, kein E-Auto, kein Energiespeicher, keine Halbleiter - ohne PFAS-Chemikalien ließen sich Schlüsseltechnologie auf dem Weg zur Klimaneutralität nicht produzieren, hieß es in einer Mitteilung von Autoindustrie (VDA), Maschinenbau (VDMA) sowie Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) plädiert für einen differenzierten Umgang mit der Chemikaliengruppe. In der Europäischen Union wird über ein mögliches Verbot von PFAS diskutiert, die wegen ihrer Langlebigkeit auch Ewigkeits-Chemikalien genannt werden.

Die Präsidentin des Automobilverbandes VDA, Hildegard Müller, warnte, ein pauschales PFAS-Verbot drohe zum «Klimaschutz-Boomerang» zu werden. Ohne die Chemikalien seien heute weder die bestehenden Fahrzeuge noch zukünftige Fahrzeugtechnologien denkbar.

Maschinenbau-Präsident Karl Haeusgen zufolge wären «viele grüne Technologien, von Windenergieanlagen über die Wasserstofferzeugung bis hin zur Produktion von Brennstoffzellen» gefährdet.

Die drei Industrieverbände fordern, Stoffe, für die es zurzeit noch keinen Ersatz gebe, sollten der Industrie weiter zur Verfügung stehen. Das sollte auch für Substanzen gelten, von denen kein Risiko für Mensch und Umwelt ausgehe. PFAS mit Risiko sollten kontinuierlich ersetzt werden, wie es bereits üblich sei. Die Stoffe müssten differenziert und risikobasiert betrachtet werden, sagte ZVEI-Präsident Gunther Kegel.

In der EU wird über ein mögliches Verbot der Chemikaliengruppe diskutiert. Deutschland und andere Länder hatten vorgeschlagen, die Herstellung, Verwendung und das Inverkehrbringen von PFAS fast komplett zu verbieten. Je nach Anwendung seien Übergangsfristen von bis zu dreizehneinhalb Jahren vorgesehen. Für einige wenige Bereiche gäbe es unbegrenzte Ausnahmen. Wegen der enormen Vielfalt an Verbindungen sei ein Großteil der Stoffe bislang noch nicht untersucht. Es gehe also um eine Art Vorsichtsmaßnahme. Die meisten der gut untersuchten Stoffe gelten der Europäische Umweltagentur

(EEA) zufolge als mittel- bis hochtoxisch.

Die EU-Chemikalienagentur ECHA will nach Ablauf einer öffentlichen sechsmonatigen Konsultation, die am 25. September endet, ein mögliches Verbot beurteilen. Die Entscheidung trifft die Europäische Kommission schließlich gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten.

Düsseldorf (dpa/lnw) *08:02 Uhr – Produktionsrückgang bei energieintensiver Industrie hält an

In der energieintensiven Industrie in Nordrhein-Westfalen sind zuletzt weiterhin die Folgen der höheren Kosten für Gas und Strom zu spüren gewesen. Im Juni war die Produktion in dem Bereich um 11,8 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie das Landesstatistikamt IT.NRW am Donnerstag mitteilte. In den übrigen Industriebereichen ging die Produktion um 0,8 Prozent zurück. Insgesamt kam die NRW-Industrie im Juni auf ein Minus von 4,8 Prozent.

Zu energieintensiver Industrie werden etwa die Herstellung chemischer Erzeugnisse, die Metallerzeugung, Kokerei und Mineralölverarbeitung sowie Herstellung von Glas, Keramik, Papier oder Holzwaren gerechnet. Die Produktion liegt in dem Bereich seit Monaten unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Im Juni verzeichnete die Kokerei und Mineralölverarbeitung mit einem Minus von 25,9 Prozent den größten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Chemischen Industrie lag das Minus bei 14,2 Prozent.

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Berlin (dpa) *07:52 Uhr – Habeck für «Augenmaß» bei Regulierung von PFAS-Chemikalien

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck plädiert für einen differenzierten Umgang mit der Chemikaliengruppe PFAS. «Bessere Regulierung dort, wo es für den Verbraucherschutz notwendig ist, aber keine Überregulierung für die Wirtschaft, wo es Wachstum und Technologieentwicklung hemmt», sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Konkret heißt das: Da, wo diese Chemikalien nicht sicher für Mensch und Umwelt verwendet werden und gut durch andere Stoffe ersetzt werden können, sollten wir den schnellen Ausstieg befördern. Das gilt vor allem da, wo sie verbrauchernah eingesetzt werden.» In der EU wird über ein mögliches Verbot der Chemikaliengruppe diskutiert.

Zugleich dürfe aber nicht die Erneuerung der Industrie gefährdet werden, warnte Habeck. PFAS spielten eine zentrale Rolle für Technologien der Zukunft wie Halbleiter, Elektrolyseure und elektrische Antriebe. «Hier lassen sich PFAS auch nicht einfach ersetzen und hier dürfen wir die Entwicklung von Technologien nicht durch Überregulierung verhindern, zumal der Einsatz in geschlossenen Systemen in der Produktion erfolgt.» Es brauche deshalb «einen differenzierten Regulierungsrahmen mit Ausnahmen für wichtige Technologien der Zukunft».

Zu der Chemikaliengruppe zählen geschätzt über 10.000 einzelne Substanzen, die in Alltagsprodukten wie Anoraks, Pfannen oder Kosmetik verarbeitet sind. In der Industrie werden sie etwa in Dichtungen, Isolierungen oder Kabeln eingesetzt. Auch Lithium-Ionen-Batterien zum Beispiel für E-Autos oder Wasserstofftechnologien sind den Angaben zufolge auf PFAS angewiesen.

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