Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Ammoniak ausgelaufen: Großeinsatz in der Nacht

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30.08.2023

Güstrow (dpa/mv) *17:30 Uhr – Kraftstoff aus Hühnerkot – Start für großen Biogas-Verflüssiger

Eine neue Anlage soll in Güstrow künftig unter anderem aus Hühnerkot in großem Stil Lkw-Kraftstoff in Form von verflüssigtem Biogas (Bio-LNG) herstellen. Am Donnerstag (10.30 Uhr) soll die nach Betreiber- und Branchenangaben aktuell größte entsprechende Anlage Deutschlands offiziell in Betrieb gehen. Laut dem Unternehmen Envitec kann sie künftig rund 9600 Tonnen Bio-LNG pro Jahr produzieren. Das reiche aus, damit Lkw im Jahr 50 Millionen Kilometer fahren. Als Rohstoff soll auch Mais verwendet werden.

Das Unternehmen hatte den Standort nach eigenen Angaben für mehr als 50 Millionen Euro umgebaut. Zuvor war hier im großen Stil Biogas erzeugt und ins Netz eingespeist worden. Die Neuausrichtung soll zum einen für mehr Nachhaltigkeit sorgen, da nun weniger nachwachsende Rohstoffe und mehr Hühnertrockenkot verwendet werde. Außerdem habe es an Verflüssigungskapazitäten für den Verkehrssektor gefehlt, hieß es von Envitec.

Amsterdam (dpa) *17:28 Uhr – Grünes Licht für angepassten Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer

Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für die Zulassung eines weiterentwickelten Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer in der EU gegeben. Das teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Formal muss noch die Europäische Kommission zustimmen. Es geht um ein auf die Omikron-Sublinie XBB.1.5 angepasstes Präparat. Es soll besser vor aktuell kursierenden Varianten schützen.

Die Unternehmen Biontech und Pfizer teilten mit, dass die Impfstoffdosen «sofort» nach der Zulassung durch die Europäische Kommission für den Versand an die entsprechenden EU-Mitgliedsstaaten bereitstünden. Eine endgültige Entscheidung werde in Kürze erwartet.

Der Impfstoff Corminaty von Biontech/Pfizer war Ende 2020 in der Corona-Pandemie der erste verfügbare. Bereits vergangenes Jahr war er wegen anderer Omikron-Sublinien in weiterentwickelter Form auf den Markt gekommen. Mit der Aktualisierung soll der Schutz vor schweren Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten weiter verbessert werden.

Impfreaktionen seien typischerweise mild und von kurzer Dauer, erklärte die EMA. Dazu könnten etwa Kopfschmerzen, Durchfall, Gelenk- und Muskelschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber, Schmerzen und eine Schwellung an der Einstichstelle gehören. «Schwerwiegendere Nebenwirkungen können selten auftreten.»

Wie bei anderen Covid-19-Impfstoffen sei es die Entscheidung der nationalen Behörden, wie der Impfstoff eingesetzt wird, teilte die EMA weiter mit. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfiehlt Auffrischimpfungen mittlerweile nur noch bestimmten Gruppen, vorzugsweise im Herbst. Dazu gehören etwa Menschen ab 60, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen ab einem Alter von sechs Monaten, Pflege- und Gesundheitspersonal sowie Angehörige von Risikopatienten. Mindestens zwölf Monate sollen in der Regel seit der letzten Impfung oder Infektion vergangen sein.

Moskau (dpa) *17:08 Uhr – Russland will Ölexporte drosseln

Russland will seine Ölexporte im September um weitere 300.000 Barrel (je 159 Liter) am Tag drosseln. Das kündigte der für die Energiebranche zuständige Vizeregierungschef Alexander Nowak am Mittwoch in Moskau an. Schon im August seien die täglichen Exporte um 500.000 Barrel am Tag gesenkt worden, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Moskau spreche mit anderen ölproduzierenden Ländern darüber, die Menge auch im Oktober zu verknappen.

Trotz westlicher Sanktionen wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte Russland im März täglich 8,1 Millionen Barrel Öl ausgeführt. Es war nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris der höchste Stand seit April 2020. Allerdings sanken die Erlöse für Moskau, weil westliche Staaten kaum noch russisches Öl kaufen. Hauptabnehmer waren China und Indien. Die Siebenergruppe führender Industriestaaten (G7) versucht zudem, weltweit einen Preisdeckel für Öl aus Russland durchzusetzen.

Zugleich kündigte Nowak an, dass die Regierung mit Kontrollen über sogenannte graue Exporte mehr Stabilität auf dem heimischen Öl- und Treibstoffmarkt erreichen wolle. Gemeint ist die Ausfuhr von Öl und Ölprodukten, die auf dem russischen Inlandsmarkt gekauft werden und in denen staatliche Subventionen stecken.

Weil diese Mengen im Inland fehlen, waren Ende Juli die Preise an den Ölbörsen wie auch an den Tankstellen stark gestiegen. Einige Regionen klagten, es werde nicht genug Benzin geliefert. «Wir vergrößern die verpflichtenden Liefermengen an die Börsen», sagte Nowak. Im Prinzip gebe es genug Öl. Trotzdem sei es nötig, den Markt zu stabilisieren bis zum Ende der landwirtschaftlichen Saison.

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Dresden (dpa/sn) *15:14 Uhr – Dresdner Wasserstoff-Firma bekommt 162 Millionen Euro Förderung

Die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland wird mit weiteren Investitionen ausgebaut. Die Firma Sunfire will am Dresdner Standort gut 255 Millionen Euro investieren und erhält dafür 162 Millionen Euro Fördergeld vom Staat. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) überreichten den Förderbescheid am Mittwoch in Dresden. Das Land Sachsen ist mit 30 Prozent an der Fördersumme beteiligt.

In Dresden will Sunfire Elektrolyseuren in zwei Formen - Alkali- sowie Hochtemperatur-Technologie - produzieren. In Nordrhein-Westfalen plant Sunfire eine Produktionslandschaft für alkalische Elektrolyseure, die mit etwa sieben Millionen Euro vom Bund und der EU und dem Land Nordrhein-Westfalen (30 Prozent) gefördert wird.

«In den kommenden Jahren wollen wir eine leistungsfähige Wasserstoff- Infrastruktur aufbauen. Ausreichend Elektrolyseure, mit denen sich der Energieträger klimafreundlich erzeugen lässt, sind dafür eine Grundvoraussetzung», sagte Habeck laut einer vorab verbreiteten Mitteilung. Um die ambitionierten Ziele der Nationalen Wasserstoffstrategie erreichen zu können, brauche man industrielle und automatisierte Produktionskapazitäten für Elektrolyseure. Zudem gelte es, die Technologieführerschaft deutscher Unternehmen bei der Fertigung von Elektrolyseuren zu festigen und auszubauen.

Nach den Worten von Dulig ist Wasserstoff als neuer Energieträger für den ökologischen Umbau der Industrie notwendig. «Früher als andere hat Sachsen das erkannt und Kräfte gebündelt. Der Freistaat steht hier an der Seite des Bundes und bringt seine Innovationskraft ein. Wir benötigen Importe genauso wie die lokale Produktion.»

New Brunswick (dpa) *15:07 Uhr – Nach Trennung von Sparte: Johnson & Johnson fasst Jahresziele neu

Nach Abgabe des Konsumgütergeschäfts hat der US-Pharma- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson seine Ziele für 2023 neu formuliert. Konzernchef Joaquin Duato peilt für das laufende Jahr nun ein Umsatzplus von sieben bis acht Prozent auf 83,2 Milliarden bis 84 Milliarden Dollar (76,4 Mrd bis 77,2 Mrd Euro) an, wie der Konzern am Mittwoch in New Brunswick (US-Bundesstaat New Jersey) mitteilte. Dabei sind die abgestoßene Sparte Kenvue, die zuvor Johnson & Johnson's Consumer Health hieß, sowie der Erlös mit Corona-Impfstoffen ausgeklammert. Bislang hatte das Management einen Umsatz inklusive Konsumgütergeschäft von 98,8 Milliarden bis 99,8 Milliarden Dollar angepeilt. Bei der Trennung von Kenvue hatte Johnson & Johnson den Aktionären ein Umtauschangebot unterbreitet. Zu dem Geschäft gehören Marken wie Neutrogena, Listerine und Carefree.

Frankfurt/Main (ots) *13:31 Uhr – VCI: Bundesregierung ignoriere akute Notlage

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert, dass sich die Bundesregierung bei ihrer Kabinettsklausur noch immer nicht zu einem Industriestrompreis durchringen konnte. VCI-Präsident Markus Steilemann sagt: „Deutschlands Industrie sendet SOS, aber die Bundesregierung ignoriert weiter die akute Notlage. Statt Langfristprogramme brauchen wir schnelle Hilfe bei der Krisenbewältigung. Doch die Bundesregierung spielt weiter auf Zeit. Der Brückenstrompreis ist ein Must-have, um die Deindustrialisierung zu stoppen. Wichtige Konkurrenzstandorte wie China und die USA fördern ihre Märkte massiv. Und wir schauen zu, wie unsere heimische Industrie um ihre Zukunft kämpft. Die Energiekosten sind zu hoch. Da hilft auch keine Investitionsförderung mit einem Wachstumschancengesetz. Bei unserer energieintensiven Grundstoffindustrie ist jeder Cent entscheidend, den wir beim Strompreis sparen. Eine Senkung der Stromsteuer reicht bei Weitem nicht aus.“

Berlin (dpa) *01:32 Uhr – Bundesländer fordern «wettbewerbsfähigen Strompreis» für Industrie

Sieben Bundesländer mit Standorten der Chemieindustrie haben angesichts der hohen Energiepreise von der Bundesregierung Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftszweigs gefordert. «Ohne ein entschlossenes Entgegensteuern besteht die akute Gefahr der Verlagerung von Produktion und damit Arbeitsplätzen an kostengünstigere Standorte im Ausland», warnten die in der «Allianz der Länder mit Standorten der chemischen Industrie» zusammengeschlossenen Länder Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt in einem Appell, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Länder plädieren unter anderem für «einen international wettbewerbsfähigen Strompreis».

Zuerst hatte das «Handelsblatt» über den Appell mit dem Titel «Erhalt der chemischen Industrie in Deutschland» berichtet. Ein international wettbewerbsfähiger Strompreis müsse auch dem energieintensiven Mittelstand und Betreibern von Chemieparks offenstehen, hieß es weiter. Die Stromsteuer sollte dafür auf den europäischen Mindestsatz gesenkt werden, Umlagen und Entgelte sollten begrenzt und auf den Wegfall des Spitzenausgleichs bei der Stromsteuer nach dem Jahr 2024 verzichtet werden. Die Länder sprachen sich außerdem für die Einführung eines «zeitlich befristeten Brückenstrompreises» aus, wie ihn Bundeswirtschaftminister Robert Habeck (Grüne) vorgeschlagen hatte.

Die Allianz führte weiter an, die hohen Energiepreise verschärften den internationalen Standortwettbewerb und erschwerten Investitionen in treibhausgasneutrale Technologien. Besonders betroffen sei die chemische Industrie. «Eine Abwanderung energieintensiver Industrien (darunter Chemie, Pharma, Glas, Metall, Papier) würde zu einem erheblichen Schaden für die deutsche Volkswirtschaft führen», warnten die sieben Bundesländer.

Daneben fordern die Ländervertreter in dem Papier Energieversorgungssicherheit, etwa durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und einen schnelleren Ausbau der Stromnetze und die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Auch benötige die chemische Industrie gut ausgebildete Fachkräfte.

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