Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Ammoniak ausgelaufen: Großeinsatz in der Nacht

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29.08.2023

Bechet (dpa) *12:49 Uhr – Rumänien: Rekordmenge an illegal eingeführten Psychopharmaka entdeckt

Eine Rekordmenge an illegal transportierten und potenziell als Drogen nutzbaren Psychopharmaka ist in Rumänien an der Grenze zu Bulgarien sichergestellt worden. Für den rumänischen Grenzschutz ist es nach Angaben vom Dienstag der größte Fund dieser Art bisher.

In einem bulgarischen Lastwagen seien 1,1 Millionen Pillen mit dem Wirkstoff Alprazolam im Wert von insgesamt mehr als drei Millionen Euro gefunden worden. Der Stoff wird normalerweise als Beruhigungsmittel bei Angstzuständen und Panikstörungen eingesetzt und ist verschreibungspflichtig. Alprazolam-Pillen werden aber auch als Drogen missbraucht, unter anderem von rumänischen Jugendlichen.

Der bulgarische Lastwagenfahrer war den Kontrolleuren am Sonntag am Grenzübergang Bechet aufgefallen, wo er aus Bulgarien per Fähre die Donau nach Rumänien überquert hatte. Als Ladung hatte er nur Sonnenblumenkerne und hydraulische Zylinder deklariert. Sein Ziel war Schweden. Er wurde verhaftet, zunächst für 30 Tage.

Ingelheim (dpa) *12:36 Uhr – Boehringer geht gegen Bewertung von Arzneimittel vor

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim wehrt sich gegen die Bewertung eines neuen Medikaments gegen eine seltene Krankheit und mahnt insgesamt flexiblere Prüfungen in Deutschland an. Der Pharmabranche werde oft vorgeworfen, sich zu wenig um seltene Krankheiten zu kümmern, sagte die Deutschlandchefin des Unternehmens, Sabine Nikolaus, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Wenn dies getan werde, werde aber zu starr geprüft. Das könne verhindern, dass unter seltenen Krankheiten leidende Patienten hierzulande Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten bekämen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hatte entschieden, dass er bei dem von Boehringer entwickelten Präparat Spevigo zur Behandlung akuter Schübe von generalisierter pustulöser Psoriasis - einer seltenen Hauterkrankung - keinen Zusatznutzen im Vergleich zu anderen Therapien sieht. In Folge dessen wird Spevigo Boehringer zufolge von diesem Dienstag (29. August) an nicht mehr in Deutschland erhältlich sein. Den GBA-Beschluss will das Unternehmen gerichtlich anfechten.

Der GBA ist verpflichtet, für neu zugelassene Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen nach Markteintritt eine Nutzenbewertung durchzuführen. Geprüft wird, ob das Medikament gegenüber der Standardtherapie Vorteile hat. Das Ergebnis ist Grundlage für die Entscheidung, wie viel die gesetzliche Krankenversicherung für das neue Arzneimittel zahlt. Ob Ärzte ein Medikament verordnen, ist nicht von der Bewertung abhängig. Sehr wohl beeinflusse die Bewertung aber den Stellenwert eines Mittels in der Gesundheitsversorgung, sagte Nikolaus.

Die pustulöse Psoriasis betrifft in Deutschland nach Angaben von Boehringer nicht einmal 300 Patienten. Entsprechend schwer sei die Realisierung klinischer Studien, sagte Nikolaus. Diese könnten gar nicht all die Parameter liefern, die der GBA verlange. Es brauche mehr Flexibilität bei der Bewertung. «Innovationen sind in Deutschland oft Opfer starrer Prozesse und Vorgaben.» Boehringer verweist darauf, dass Spevigo in den USA und Europa zugelassen sei, in Frankreich etwa sei auch ein Zusatznutzen erkannt worden.

In dem GBA-Beschluss zu Spevigo vom 20. Juli 2023 heißt es, ein Zusatznutzen sei nicht belegt, es lägen keine bewertbaren Daten vor. Nikolaus forderte, der GBA müsse verpflichtet werden, verfügbare Studien mit einzubeziehen - auch wenn diese nicht alle Parameter großer Studien lieferten. Auch komme die Perspektive der Patienten zu kurz. Bei der Nutzenbewertung müssten neben medizinischen Fachgesellschaften Patientenverbände stärker eingebunden werden. Deutschland verliere durch «inadäquate Nutzenbewertungen» von Innovationen insgesamt weiter an Wettbewerbsfähigkeit.

Hamburg (dpa) *07:44 Uhr – Hackerangriff belastet Evotec – Kooperationen verschaffen Linderung

Der Wirkstoffforscher Evotec hat im ersten Halbjahr wegen einer Cyberattacke deutliche Blessuren einstecken müssen. So sackte der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um gut 22 Prozent auf 26,1 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte. Der Hackerangriff habe im zweiten Quartal für Kosten von 39,3 Millionen Euro gesorgt, hieß es. Die für die Novartis-Tochter Sandoz erbrachten Leistungen sowie die Kooperation mit dem Pharmakonzern Bristol Myers Squibb hätten die infolge der Attacke geringe Kapazitätsauslastung jedoch teilweise kompensiert. Der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten um 14 Prozent auf 383,8 Millionen Euro und damit etwas stärker als zuletzt angepeilt. Evotec bestätigte den im Juli infolge der Hackerattacke gesenkten Jahresausblick.

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Unter dem Strich reduzierte Evotec den Periodenverlust von 101,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf nun 28,8 Millionen. Vor einem Jahr hatten Bewertungseffekte von Anlagen in Eigenkapitalinstrumente zu hohen Sonderbelastungen geführt.

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