Lampertheim/Ludwigshafen (dpa) *15:58 Uhr – Kurzarbeit am BASF-Standort Lampertheim geplant
Am BASF-Standort im hessischen Lampertheim müssen sich die Beschäftigten auf Kurzarbeit einstellen. Aufgrund eines starken Nachfragerückgangs werde das Unternehmen die Produktion vermutlich im Laufe des dritten und vierten Quartals deutlich zurückfahren müssen, berichtete der Sender Radio Regenbogen am Mittwoch unter Berufung auf Unternehmensangaben. Die betroffenen Mitarbeitenden würden deshalb in Kurzarbeit gehen.
Eine entsprechende Betriebsvereinbarung sei mit der Arbeitnehmervertretung abgeschlossen worden, sagte eine Sprecherin des Chemiekonzerns dem Sender. Dadurch sollen die Arbeitsplätze der Beschäftigten erhalten werden. Da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig blieben, könne auch an anderen Standorten Kurzarbeit nicht ausgeschlossen werden.
Aktuell werde in Lampertheim die Umsetzung der Kurzarbeit vorbereitet, teilte eine BASF-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit. Die genaue Zahl der Betroffenen stehe zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.
Die BASF Lampertheim gehört als hundertprozentige Tochtergesellschaft zum BASF-Konzern. An dem Standort werden Produkte und Dienstleistungen zur Produktion von Spezialchemikalien erstellt. Rund 500 Beschäftigte gibt es dort nach Unternehmensangaben.
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF mit Sitz in Ludwigshafen hat im zweiten Quartal einen deutlichen Umsatz- und Gewinneinbruch verbucht. Als Konsequenz aus der Entwicklung kündigte das Management unter anderem an, die Kosten zu senken und Investitionen zu drosseln.
Rosenthal (dpa/th) *15:48 Uhr – Pilotanlage für Erdölersatz-Rohstoff aus Holz eröffnet
Das Unternehmen Mercer International hat in Thüringen eine Pilotanlage eröffnet, mit der ein Erdölersatz-Rohstoff aus Holz gewonnen werden soll. Das sogenannt Lignin Centers in Rosenthal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt habe eine Kapazität von täglich rund 1000 Kilogramm des Rohstoffes, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Lignin falle als Nebenprodukt bei der Nutzung von Holzzellulose an und bestehe aus verschiedenen aromatischen Grundbausteinen, die normalerweise aus Erdöl gewonnen würden. Nach Mercer-Angaben handelt es sich um die erste Anlage dieser Art in Deutschland. Das Unternehmen betreibt in Ostthüringen ein großes Sägewerk sowie in Rosenthal ein Zellstoffwerk, das Rohstoff für die Papier- und Tissueproduktion liefert.
Geplant sei die Zusammenarbeit des Lignin Centers mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und anderen Industrieunternehmen. «Unser Fokus liegt auf der vollständigen Nutzung der Holzressourcen. Es ist deshalb nur konsequent, das vielfach ungenutzte Potenzial von Lignin auszuschöpfen» erklärte Unternehmenschef Juan Carlos Bueno laut Mitteilung.
Die Integration der Pilotanlage in die Zellstofffabrik ermöglicht nach Unternehmensangaben die Herstellung verschiedener Ligninsorten. Mögliche Anwendungen lägen beispielsweise in der Batterieherstellung oder der von Verbundwerkstoffen. Das Projekt werde mit Geldern der Thüringer Aufbaubank gefördert.
Die Jahresproduktion von Mercer Rosenthal bei Zellstoff liegt nach eigenen Angaben bei 360.000 Tonnen – vor allem für Kunden in Deutschland. Außerdem betreibe das Unternehmen das größte Biomassekraftwerk Thüringens mit einer thermischen Leistung von 413 Megawatt und einer elektrischen Leistung von 57 Megawatt. Das Mutterunternehmen Mercer International habe Standorte in Deutschland, den USA und Kanada.
Rostock (dpa/mv) *14:16 Uhr – Backhaus: in Rostock letzte große DDR-Altlast von MV beseitigt
Durch die Aufarbeitung des Geländes eines ehemaligen Chemiehandels an der Warnow in Rostock ist nach Aussage von Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) die letzte große Altlast aus DDR-Zeiten im Nordosten beseitigt worden. Backhaus sprach am Mittwoch von «Produktionssünden der Vergangenheit» unweit der Stelle, wo das Wasser des Flusses Warnow für die Trinkwasserversorgung der Hansestadt entnommen wird.
Stand: 08.12.2025
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Auf dem Gelände verarbeitete nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums eine Zuckerfabrik ab Mitte des 19. Jahrhunderts Zuckerrüben. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien Teigwaren, Kunsthonig und Hefe produziert worden. Ab den 1950er Jahren habe hier der Vereinigten Norddeutschen Chemiehandel (VENOC) gearbeitet. Dabei seien teilweise Flächen und Grundwasser mit Lösungsmitteln erheblich verunreinigt worden.
Die am stärksten belasteten Böden und unterirdische Bauwerke seien entfernt, das Gelände mit unbelastetem Boden abgedichtet und ein Abflussmanagement eingerichtet worden. Die bislang angefallenen Kosten belaufen sich den Angaben zufolge auf mehr als zwölf Millionen Euro.