Washington (dpa) *15:26 Uhr – Sturm «Helene» sorgt für medizinische Engpässe
Die Schäden durch den Hurrikan «Helene» in den USA könnten auch Auswirkungen auf die medizinische Versorgung von Menschen in Deutschland haben. Bei dem Sturm wurde ein wichtiges Werk des Pharma-Herstellers Baxter durch Überschwemmungen so stark beschädigt, dass dort die Produktion von intravenösen (IV) Lösungen eingestellt werden musste. «Wenn die Amerikaner nun mehr importieren, kann das Mengen aus Europa abziehen», sagte David Francas, Professor für Daten- und Lieferkettenanalyse von der Hochschule Worms.
IV-Lösungen kommen unter anderem während Operationen und in der Dialyse zum Einsatz. Baxter ist ein Schlüssellieferant solchen Lösungen in den USA: Nach Angaben des US-Krankenhausverbandes produzierte das Unternehmen an dem betroffenen Standort rund 60 Prozent der im Land verwendeten Produkte.
Laut der US-Gesundheitsbehörde FDA sind drei in den USA verwendete IV-Lösungen nur noch eingeschränkt verfügbar. Die Behörde hat deshalb den Import dieser Produkte von ausländischen Baxter-Standorten in Kanada, China, Irland und Großbritannien temporär erlaubt.
Schon vor dem Sturm «Helene» waren in Deutschland etwa Kochsalzlösungen knapp. Diese sind unter anderem für Infusionen und Operationen wichtig. Die Gründe für die Schwierigkeiten sind nach Angaben des Wormser Hochschulprofessors vielschichtig. So habe es auch Lieferengpässe gegeben, weil die Hersteller bestimmte Wirkstoffe oder auch Beutel und Glasflaschen nicht in ausreichender Zahl besorgen konnten.
Francas erklärt, dass ein Lieferengpass nicht zwingend zu einem Versorgungsengpass führe. Großhändler, Apotheken und Krankenhäuser könnten möglicherweise ihre Bestände nutzen. Auch produzieren Hersteller in bestimmten Werken für bestimmte Märkte. Das Universitätsklinikum Ulm zum Beispiel erklärte, noch auf Lagerbestände zurückgreifen zu können. Auch das Uniklinikum Freiburg unterstrich, es hätten bislang keine Operationen abgesagt werden müssen.
B. Braun, einer der beiden entscheidenden Hersteller in Deutschland, erklärte, auf die Engpässe bei sterilen Spüllösungen, Infusions- und Injektionslösungen im deutschen Markt schon reagiert zu haben. Die Produktion sei deutlich gesteigert worden. Auch stellten Produktionsstätten in bestimmten Ländern jeweils für den eigenen Markt her.
US-Medienberichten zufolge müssen große Krankenhäuser in den USA aufgrund der Engpässe bereits medizinische Eingriffe verschieben. Die vorhandenen Vorräte würden rationiert und für dringende Operationen verwendet.
Baxter hofft, die Produktion der IV-Lösungen am Standort North Cove im Bundesstaat North Carolina bis Ende des Jahres schrittweise wieder aufnehmen zu können. Wann man die volle Produktionskapazität wieder erreichen werde, sei noch unklar, erklärte das Unternehmen. «Helene» hat Ende September in mehreren US-Bundesstaaten mit Überschwemmungen und heftigen Winden eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.
Berlin (dpa) *11:54 Uhr – Erste Unternehmen erhalten neue Förderung für Klimaschutz
Für die Umstellung auf eine klimafreundlichere Produktion bekommen Unternehmen jetzt Geld aus einem neuen milliardenschweren Förderinstrument des Bundes. Wirtschaftsminister Robert Habeck unterzeichnete in Berlin die ersten Klimaschutzverträge. Damit springt der Staat bei der Finanzierung klimafreundlicherer Produktionsverfahren ein und übernimmt die Mehrkosten, bis diese Verfahren günstiger und damit konkurrenzfähig sind.
«Jetzt können 15 konkrete Zukunftsprojekte von Unternehmen starten, die die Weichen klar auf Dekarbonisierung stellen», erklärte der Grünen-Politiker. Die Verträge sollten den Firmen Planungssicherheit für ihre Investitionen geben. Gleichzeitig sei sichergestellt, dass der Staat nur so viel Förderung zahle, wie die Unternehmen auch tatsächlich benötigten, um die Dekarbonisierung wirtschaftlich umzusetzen.
Die 15 Unternehmen erhalten für die Umstellung ihrer Produktion zusammen maximal 2,8 Milliarden Euro. Ausgezahlt wird das Geld erst, wenn tatsächlich CO2 eingespart wurde. Die Höhe der Förderung hängt auch davon ab, wie sich die Preise von Energieträgern und Zertifikaten entwickeln.
Stand: 08.12.2025
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Beworben hätten sich sehr viele Mittelständler, sagte Habeck. Infrage kommen Branchen wie die Papier-, Glas-, Stahl- und Chemieindustrie. Ähnliches Interesse deute sich auch für eine nun startende zweite Bewerbungsrunde an. Die Mittel seien im Klima- und Transformationsfonds reserviert. Insgesamt sollen über die Laufzeit des Förderprogramms bis 2045 rund 350 Millionen Tonnen an Kohlendioxid vermieden werden.
Rostock (dpa) *10:26 Uhr – Tankschiff «Annika»: Suche nach der Brandursache angelaufen
Vier Tage nach dem Feuer auf dem havarierten Öltankschiff «Annika» haben Brandermittler, zwei Schiffsingenieurinnen und die Polizei mit der Suche nach der möglichen Brandursache begonnen. Die Expertenteams gingen an Bord, nachdem die Feuerwehr das Schiff freigegeben hat, wie Schiffsingenieurin Margaret Schindler von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) sagte. An Bord seien auch zwei Brandursachenermittler als externe Gutachter. Die Polizei habe einen anderen Ermittlungsschwerpunkt, der sich auf mögliche Straftaten wie Brandstiftung erstrecke.
Die Ergebnisse zur Brandursache werden in einem Bericht vorgestellt, für den Schindler und eine weitere BSU-Schiffsingenieurin zuständig sind, die beide an Bord gingen. Allerdings werde es vermutlich mehr als ein Jahr dauern, bis der Bericht fertig sei. Es werde untersucht, wo und weshalb der Brand entstanden sei und wie solche Situationen künftig vermieden werden könnten, betonte Schindler.
Nach Angaben der Wasserschutzpolizei liegt das Schiff im gesicherten Bereich des Überseehafens in Rostock. Vorsorglich seien Ölsperren um das Küstentankschiff ausgelegt worden. Akute Gefahr, dass Schadstoffe austreten, bestehe nicht. Die Anlegestelle werde regelmäßig überwacht.
Die «Annika» war mit 640 Tonnen Schweröl an Bord auf dem Weg von Rostock nach Travemünde, als am Freitagmorgen rund 4,5 Kilometer vor dem Ostseebad Heiligendamm an Bord Feuer ausbrach. Auf Bildern sei zu sehen gewesen, dass fast das gesamte Achterdeck in Flammen stand, sagte der Sprecher der Bundesstelle.
Die Rauchwolken waren vom Strand aus zu sehen. Nach ersten Löscharbeiten auf See war das 73 Meter lange und 12 Meter breite Schiff am Samstagmorgen von Schleppern in den Rostocker Überseehafen bugsiert worden. Dort wurden den Angaben zufolge dann letzte Flammennester beseitigt.