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150 Jahre COG

Die Herren der O-Ringe: So machen sich Dichtungsexperten fit für die Zukunft

| Autor/ Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

Sie halten dicht: Elastomerdichtungen aus Kautschuk. In Europa hat niemand mehr davon auf Lager als die Firma COG aus Pinneberg bei Hamburg. Doch zwischen der richtigen Gummi­mischung, dem Pressen der Dichtungsringe und der Montage in der Anlage gibt es zahlreiche Fallstricke. Jetzt feiern die „Herren der O-Ringe“ das 150-jährige Firmen­jubiläum – und stellen die Weichen in die Zukunft.

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Ein scheinbar unbedeutender Dichtungsring wird schnell zum entscheidenden Faktor in der Produktion.
Ein scheinbar unbedeutender Dichtungsring wird schnell zum entscheidenden Faktor in der Produktion.
(Bild: ©Brian Jackson - stock.adobe.com; COG; [M]GötzelHorn)

Unscheinbar sieht er aus: Ganz in Schwarz oder einheitlich eingefärbt, wenige Millimeter klein oder einen halben Meter durchmessend, mehr oder weniger flexibel – aber immer ein perfekter Kreis aus Kunststoff. Der O-Ring. Ein scheinbar einfaches Teil – aber von immenser Bedeutung. Ob die Produktion stillsteht oder gefährliche Medien austreten, hängt auch von diesem Gummiring ab.

Wer das Geheimnis des O-Rings enträtseln will, braucht keine Hobbits oder Zauberer – auch wenn das Expertenwissen der Hersteller über Gummimischungen oder Temperaturbeständigkeit zuweilen an Hexerei erinnert. Die „Herren der O-Ringe“ sitzen auch nicht in Mittelerde, sondern zum Beispiel bei der Firma C. Otto Gehrckens (COG) in dem Hamburger Vorort Pinneberg. Und das schon seit 150 Jahren.

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Das schaffen die Wenigsten: Tatsächlich sind lediglich 0,3 % der deutschen Unternehmen über 150 Jahre alt, bekräftigten die COG-Geschäftsführer Jan und Ingo Metzger. Grund zum Feiern für den als Familienunternehmen in der fünften Generation geführten Dichtungshersteller – „aber nicht rückwärtsgewandt, sondern immer mit klarem Blick nach vorn“, so die COG-Geschäftsführer.

1867 als Lederfabrik gegründet, begann das zweite Leben des Unternehmens 1957, als die damalige Geschäftsführung in die Fertigung von Gummi-Keilriemen und Elastomer-Dichtungen für das Wirtschaftswunder einstieg. Mit ledernen Antriebsriemen hatte man in Pinneberg zwar schon Erfahrung – doch mit einem anderen Material betratet COG Neuland: Kautschuk statt Leder lautete nun die Devise. Seit 1998 gilt das nur noch für Dichtungen, nachdem die Antriebssparte komplett verkauft werden konnte.

Anfang der 2000er wurde der Stammsitz des Unternehmens an der Koppelstraße zu klein: Ab 2002 zogen Vertrieb, Lager und Verwaltung in ein neues Logistikzentrum mit modernster Lagertechnik in Gehrstücken/Pinneberg. Ab 2007 entstand dort auf über 6000 m2 eine neue Fertigung, die seit 2009 auch die Expressfertigung für besonders eilige Spezialaufträge ermöglicht.

Heute fertigt COG rund um die Uhr Dichtungen und Rohlinge in einem aufwändigen, mehrstufigen Verfahren von der Mischung des Materials aus Polymeren und diversen Hilf-, Füll- und Zuschlagstoffen über die Extrusion, das Zuschneiden der Kautschukstränge und das Pressen der Ringe – was pro Millimeter Schnurstärke etwa eine Minute dauerte – bis zum Entgraten und Waschen. Der Lohn der Mühe sind maßgeschneiderte O-Ringlösungen für Kunden von Chemie bis Pharma. Das Geschäft mit Standard-Dichtungen zum Budget-Preis überlassen die Pinneberger anderen.

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