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Bauboom in Penzberg

Warum das Biotechnologiezentrum Penzberg für Roche so wichtig ist

| Autor/ Redakteur: Dr. Ulla Reutner* / Anke Geipel-Kern

Fünf große Bauprojekte in drei Jahren zu stemmen, ist ein Kraftakt, dem sich nur wenige Unternehmen gewachsen fühlen. Roche hat es beim Ausbau seines Biotechnologie-Zentrums Penzberg gewagt, nicht zuletzt, um die steigende Nachfrage nach Immundiagnostika usw. erfüllen zu können.

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Neue Pharmaproduktion in Penzberg
Neue Pharmaproduktion in Penzberg
(Bilder: Roche)

Alexander Dobrindt fühlt sich zu Hause. Einige der rund 5800 Mitarbeiter am Roche-Standort Penzberg kennt er „von früher“. Er ist im nur 30 km entfernten Peißenberg aufgewachsen und noch heute als Bundestags­abgeordneter fürs „Oberland“ zuständig.

Viel Prominenz bei der Einweihung

Als einer der Ehrengäste bei der Einweihung der fünf Großprojekte kann er aber auch durch seine Funktion als der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur punkten. Denn die Digitalisierung des Gesundheitswesens und damit verbundene Fortschritte der personalisierten Medizin sind für Roche wichtige Faktoren, die für die Auslastung der neuen Produktionskapazitäten sorgen werden. Neben ihm gehörten die stellvertretende Bayerische Ministerpräsidentin Ilse Aigner sowie Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, zu den mehreren 100 Gästen anlässlich des Festakts.

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600 Millionen Euro hat der Konzern in den Ausbau seines Biotechnologiezentrums, des größten in Europa, investiert. Mit 330 Millionen Euro floss der Löwenanteil davon in den Ausbau der Pharma-Produktion im bereits bestehenden Gebäude 363 (Biologics IV). Zum Zeitpunkt der Einweihung produzieren die vier neuen Fermenter dort bereits Wirkstoffe für Produkte wie Gazyva, Perjeta, Rituxan oder Avastin aus der CHO-­Zelllinie.

Zudem investierte Roche 55 Millionen Euro in ein neues Produktionsgebäude für die Einsatzstoffe für die Immundiagnostik-Geräteplattform Elecsys, das Mitte 2017 bezogen wurde. Nicht unerhebliche Investitionen flossen zudem in die Abwasserreinigung (26 Millionen Euro) und den Ausbau der Infrastruktur in Form einer neuen Energiezentrale und weitere VE-Wasser-Kapazitäten (65 Millionen Euro).

Das auffälligste der neuen Gebäude aber ist der Labor- und Bürokomplex am westlichen Rand des weitläufigen Penzberger Werks im so genannten Nonnenwald. In seinem hohen, hellen Foyer werden die Feiernden willkommen geheißen und mit einer begleitenden Ausstellung in die Zukunft der Digitalisierung und deren unterschiedliche, für Roche wichtige Aspekte mitgenommen.

Es beherbergt sechs Pharma- und zwei Diagnostik-Abteilungen, in Summe 180 Büroarbeitsplätze, und last but not least das größte biotechnologische Ausbildungszen­trum Bayerns. Fast ein Fünftel der Gesamtinvestition, 119 Millionen Euro, hat Roche in dieses größte Gebäude am Standort gesteckt. Die Zahl der Azubis erweitert sich damit von rund 200 auf 300.

Diagnostik und Pharma sitzen nicht nur im Büro Seite an Seite. Die Zusammenarbeit beider Roche-Divisionen war mit ausschlaggebend für die Entscheidung, im weltweiten internen Wettbewerb der Werke, die Großinvestition im zweitgrößten Roche-Standort zu tätigen.

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