Bauboom in Penzberg

Warum das Biotechnologiezentrum Penzberg für Roche so wichtig ist

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Ist für Diagnostik zu wenig Geld da?

Der wachsenden Bedeutung der Diagnostik im Medizinwesen stünden jedoch relativ geringe Aufwendungen gegenüber. Franz bemängelt: „Nur etwa zwei Prozent der Gesundheitskosten werden für Diagnostika aufgewendet. Wie ich finde, viel zu wenig im Vergleich zum Nutzen, der durch akkurate diagnostische Tests entsteht. 60 Prozent der Entscheidungen von Ärzten werden auf Basis dieser Tests gefällt.“

Er führt auf, dass allein auf den Instrumenten aus dem Hause Roche jährlich weltweit 15 Milliarden Tests gemacht werden – durchschnittlich also rund zwei Tests für jeden Menschen auf der Erde. „Das zeigt den Beitrag, den wir leisten, und zwar sehr stark aus Penzberg heraus.

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In den Mittelpunkt stellt Franz die Bedeutung der personalisierten Medizin. „Die Zukunft der Medizin und vor allem der pharmazeutischen Behandlung beruht darauf, dass wir besser feststellen können, ob ein bestimmter Wirkstoff für einen Patienten wirksam ist – oder eben nicht.“

Wirkstoff und Diagnose gehören zusammen

Für über ein Drittel der Wirkstoffe in der Entwicklungspipeline von Roche werde derzeit gleichzeitig ein diagnostischer Begleittest mitentwickelt. Die Chancen der Digitalisierung zum Wohle der Patienten zu ergreifen, heiße aber auch, ihnen auf Basis der Analyse ihrer Daten noch mehr gerecht werden zu können. Heute ruht die medizinische Vergangenheit von Patienten in den Archiven von hunderten von Ärzten und etlichen Krankenhäusern.

Ein Zugriff auf diese medizinischen Daten würde, sagt Franz, Erkenntnisse bringen, „die wir in unseren klinischen Versuchen mit 1000 Patienten nicht gewinnen können. Manche Einsichten im Therapieverlauf werden erst bei sehr großen Fallzahlen deutlich. Die kriegen wir eigentlich nur aus der Praxis der Behandlung zurückgespiegelt.“

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