Bauboom in Penzberg

Warum das Biotechnologiezentrum Penzberg für Roche so wichtig ist

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Genanalyselabor entsteht in Penzberg

Einen Tsunami an Daten zu handhaben bedeutet auch die Entschlüsselung der DNA, die heutzutage für 1000 Euro möglich ist. Zielgerichtete Krebstherapien seien dadurch möglich, betonen die Roche-Forscher. Franz verweist in diesem Zusammenhang auf die strategische Partnerschaft von Roche mit dem Molekularforschungsunternehmen Foundation Medicine (FMI), an dem sich Roche als Mehrheitseigentümer beteiligt hat.

Onkologen in Deutschland können zukünftig auf umfassende genetische Tumorbefun­de zurückgreifen, um die Behandlung ihrer Patienten zu verbessern und zu individualisieren. „FMI ist in einer enormen Entwicklungsphase vom Einzelbüro aus Boston zu einem Angebot, das wir weltweit etablieren wollen“, stellt Franz in Aussicht. Penzberg werde der Sitz des europäischen FMI-Labors, „wohl das hochwertigste Gen­analyselabor in Europa. Wir wollen damit den Goldstandard setzen.“

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Es wird also nicht ruhig werden im oberbayerischen Werk. Die erprobte Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Behörden und der Politik bekräftigt die Konzernleitung, den Weg der Großinvestitionen fortzusetzen. Franz lobt das Umfeld, in dem es Spaß mache, zu investieren. Als Minister für digitale Infrastruktur ist Dobrindt wohl nahezu Garant dafür, dass Roche mit diesen und künftigen Investitionen „ein globaler Leuchtturm für personalisierte Medizin“ wird, wie es sich Franz wünscht: „Wir wollen die Weiterentwicklung zu einem Digitalisierungs-Hub oder Hot-Spot.“

Herr der Kräne wird Chef der Finanzen

Aus einer anderen Perspektive wird dies der scheidende Werkleiter Claus Haberda erleben. Er übernahm parallel zur Endphase der fünf großen Bauprojekte die Finanzleiterrolle der Roche Diagnostics. Seit 2009 hatte er die Werksleitung in Penzberg inne. Der Lebensmitteltechnologe konnte in dieser Zeit 1,7 Milliarden Euro in den Erhalt und den Ausbau des Standorts investieren. Das Jonglieren mit Projektplänen hat er in dieser Zeit wohl perfektioniert. In den vergangenen beiden Jahren, so wird kolportiert, soll es Zeiten gegeben haben, in denen selbst die Arbeit der Kräne koordiniert werden musste, damit die sich nicht gegenseitig umwarfen. Knapp zwei Wochen nach der Einweihung jedenfalls konnte er den Staffelstab übergeben: an Ulrich Opitz, der bis dato die Pharma-Biotech-Produktion im Penzberger Nonnenwald leitete.

* * Die Autorin ist freie Redakteurin der PharmaTEC, Kontakt: redaktion@process.de

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