Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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21.10.2025

Sinzheim (dpa/lsw) *15:50 Uhr – Landratsamt warnt: zu hoher PFOA-Wert im Sinzheimer Wasser

Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren sollen in Sinzheim (Landkreis Rastatt) kein Leitungswasser trinken oder mit Leitungswasser zubereitete Speisen verzehren. Grund ist ein zu hoher Wert der Chemikalie PFOA im Leitungsnetz, wie das Landratsamt Rastatt mitteilte. Betroffen sind die Ortsteile Schiftung, Leiberstung, Halberstung und Müllhofen.

PFOA ist ein Stoff aus der Gruppe der PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen), die oft als Ewigkeitschemikalien bezeichnet werden. Sie kommen in der Umwelt nicht natürlich vor und überdauern je nach Stoff sehr lange. Dabei können sie sich anreichern. PFAS stehen unter anderem im Verdacht, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs zu verursachen. Experten warnen immer wieder, dass PFAS auch das Trinkwasser dauerhaft schädigen könnten.

Für PFOA empfiehlt das Umweltbundesamt einen Vorsorgewert in Höhe von 0,050 Mikrogramm PFOA pro Liter für die genannten besonders empfindlichen Bevölkerungsgruppen. Im Sinzheimer Leitungsnetz wurde laut Landratsamt ein PFOA-Wert von 0,059 Mikrogramm PFOA pro Liter festgestellt. Die Gemeinde Sinzheim als zuständiger Wasserversorger arbeite intensiv an einer Beseitigung der Verunreinigung, hieß es. Bis der Wert dauerhaft abgesenkt sei, sollen Schwangere, Stillende und kleine Kinder das Wasser nicht verzehren.

Hannover (dpa) *15:15 Uhr – Gewerkschafts-Chef für längeres Arbeitslosengeld

In der Diskussion um Kürzungen im Sozialsystem prescht die Chemie-Gewerkschaft IGBCE mit einem eigenen Vorschlag vor: Statt Leistungen zu kürzen, sollte das Arbeitslosengeld für Ältere sogar verlängert werden, sagte der Vorsitzende der IGBCE, Michael Vassiliadis, auf dem Gewerkschaftskongress in Hannover. Zumindest für diejenigen, die lange in die Versicherung eingezahlt haben.

«Niemand, der jahrzehntelang gearbeitet, eingezahlt und Verantwortung getragen hat, darf plötzlich beim Bürgergeld anstehen», so Vassiliadis in seiner Grundsatzrede vor den Delegierten. Wer älter als 50 Jahre sei und mindestens 20 Jahre eingezahlt habe, müsse mindestens 36 Monate Anspruch auf die Leistung haben, so seine Forderung. «Und wer trotzdem in die Grundsicherung fällt, darf nicht alles verlieren, was er sich aufgebaut hat.» Das Schonvermögen dürfe daher gerade bei Älteren nicht angetastet werden.

Derzeit wird Arbeitslosengeld in der Regel maximal 12 Monate gezahlt, für Beschäftigte ab 50 Jahren steigt es stufenweise an, auf maximal 24 Monate für alle ab 58 Jahren. «Die Beschäftigen in der Transformation abzusichern und zu stärken, ist aus unserer Sicht eine Pflicht in der Transformation», sagte der IGBCE-Chef. «Das ist das Gegenmodell zu den vielzitierten "schmerzhaften Reformen" auf Kosten derer, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben!»

Er verwies darauf, dass die Beschäftigten durch ihre Einzahlungen den Sozialstaat Jahr für Jahr «mit Milliarden» finanzierten. Daher hätten sie nun auch ein Recht, dass der Sozialstaat in der Krise zu ihnen stehe. «Jetzt ist es Zeit für ein Signal, dass auch das Payback stimmt. Ein Signal, dass Leistung anerkannt und Lebensleistung geschützt wird.»

Auf dem Kongress war Vassiliadis zuvor für weitere vier Jahre im Amt bestätigt worden. 95 Prozent der Delegierten stimmt für ihn. Für den 61-Jährigen ist es bereits die fünfte Amtszeit. Er steht seit 2009 an der Spitze der Gewerkschaft. 400 Delegierte beraten bis Freitag im Hannover Congress Centrum über die Ausrichtung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie in den kommenden Jahren. Die IGBCE hat nach eigenen Angaben mehr als 570.000 Mitglieder

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