Den Haag (dpa) *15:29 Uhr – Gericht: Russland muss Yukos-Aktionären 50 Milliarden zahlen
Im langjährigen Gerichtsverfahren um die Entschädigung von Aktionären des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos hat das höchste niederländische Gericht auch den letzten Einspruch Russlands zurückgewiesen. Russland muss demnach den ehemaligen Aktionären eine Entschädigung von mehr als 50 Milliarden US-Dollar (42,8 Mrd Euro) zahlen.
Das Gericht in Den Haag bestätigte damit Urteile der vorigen Instanzen. Damit ist mehr als zehn Jahre nach dem ersten Urteil das Verfahren endgültig abgeschlossen, wie der Hohe Rat mitteilte. Die früheren Aktionäre versuchen seit Jahren in verschiedenen Ländern, russisches Eigentum in Beschlag zu nehmen, um an ihr Geld zu kommen.
Der Öl- und Gaskonzern Yukos gehörte dem früheren Oligarchen Michail Chodorkowski (62), einem scharfen Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Russland hatte den Konzern 2006 für insolvent erklärt, da Chodorkowski angeblich Milliarden Euro Steuern nicht gezahlt hatte. Der Konzern wurde zerschlagen. Die Aktionäre gingen leer aus. Chodorkowski saß zehn Jahre lang im Gefängnis.
Aktionäre klagten aber und forderten Schadenersatz. Das internationale Schiedsgericht mit Sitz in Den Haag hatte ihnen 2014 recht gegeben und ihnen 50 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zugesprochen. Denn nach Ansicht des Gerichts war der Konzern aus politischen Gründen enteignet worden, um «Chodorkowski als potenziellen Rivalen von Präsident Putin auszuschalten und sich das Eigentum von Yukos anzueignen».
Doch Russland hatte das Urteil über alle Instanzen angefochten. Zuletzt hatte es den Hohen Rat wegen angeblicher Verfahrensfehler angerufen. Das wurde jetzt abgeschmettert. Das Urteil, so erklärten die Anwälte der Aktionäre, sei nun «endgültig, unumkehrbar und weltweit gegen russisches Staatseigentum vollstreckbar». Insgesamt müsse Russland einschließlich Zinsen 65 Milliarden Dollar bezahlen.
Der Darmstädter Merck-Konzern hat im Konflikt um Pharmazölle ein Abkommen mit der Trump-Regierung geschlossen. Die US-Tochter EMD Serono werde künftig In-vitro-Fertilisations-Therapien, also Behandlungen für künstliche Befruchtungen, deutlich günstiger anbieten, teilte das Dax-Unternehmen mit.
Im Gegenzug würden pharmazeutische Produkte und Inhaltsstoffe von EMD Serono von Pharmazöllen gemäß dem US-Gesetz Section 232 befreit, erklärte Merck weiter. Bedingung ist, dass das Unternehmen in die biopharmazeutische Produktion und Forschung in den USA investiert.
Konkret sollen die Merck-Fruchtbarkeitsmedikamente Gonal-F, Ovidrel und Cetrotide ab Anfang 2026 über den von Trump geplanten Direktvertrieb «TrumpRX» für Verbraucher erhältlich sein. Würden alle drei Therapien kombiniert, bekämen Patienten einen Rabatt von 84 Prozent auf die Listenpreise. Die Initiative solle mehr als zehn Millionen amerikanische Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch unterstützen.
Der US-Markt ist für Merck wie für viele Pharmaunternehmen enorm wichtig. In den USA erzielte der Konzern 2024 gut ein Viertel seines globalen Jahresumsatzes. In den Vereinigten Staaten beschäftigt Merck rund 14.000 Menschen an über 70 Standorten, mehr als am Hauptsitz in Darmstadt.
«Wir sind in den USA mit allen drei Unternehmensbereichen stark vertreten, was sich auch in der beträchtlichen Mitarbeiterzahl in diesem wichtigen Markt widerspiegelt», sagte Merck-Chefin Belen Garijo. Man sei entschlossen, die Präsenz durch die Herstellung von Fruchtbarkeitsmedikamenten auszubauen. Merck will zudem für sein Fruchtbarkeitsmedikament Pergoveris eine US-Zulassung beantragen.
Stand: 08.12.2025
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Zuletzt hatten schon die Pharmakonzerne Astra Zeneca und Pfizer Deals mit der Trump-Regierung geschlossen. Präsident Donald Trump sind die hohen Arzneipreise in den USA schon länger in Dorn im Auge – sie liegen deutlich über denen in Europa. Er hat wiederholt Preissenkungen von der Pharmabranche gefordert. Mehrere Pharmakonzerne, darunter Roche, Novartis und Sanofi, hatten unter dem Druck von Trump Milliarden-Investitionen in den USA angekündigt.
Zuletzt hatte Trump mit Pharmazöllen von 100 Prozent auf Markenarzneien und patentierte Medikamente ab 1. Oktober gedroht. Kurz vor der angepeilten Einführung hieß es aus US-Regierungskreisen, dass die EU davon verschont bliebe. Auf EU-Importe werde weiter ein Zoll von 15 Prozent erhoben.