Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Geheimdienstchef: 160 russische Ölanlagen angegriffen

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08.10.2025

Stockholm (dpa) *13:45 Uhr – Apartments für Moleküle: Nobelpreis für drei Chemiker

Wasser in der Wüste gewinnen, CO2 aus der Luft holen, Umweltgifte beseitigen: Die Entdeckungen der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger könnten einige der größten Herausforderungen der Menschheit lösen helfen. Susumu Kitagawa (Japan), Richard Robson (Australien) und Omar Yaghi (USA) werden für die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen geehrt, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mitteilte. Metallorganische Gerüstverbindungen (MOF) sind schwammartige Netze aus Metallen und organischen Molekülen, die viele kleine Hohlräume haben und zum Beispiel Gase speichern oder Stoffe trennen können. Einer der wichtigsten Vorteile ist die enorme Oberfläche innerhalb der Poren: bis zu 10.000 Quadratmeter pro Gramm MOF, wie es bei der University of California in Berkeley heißt.

Die enorme innere Oberfläche ermögliche die Anlagerung großer Gasmengen. Zudem könnten die Komponenten einer MOF gezielt angepasst werden, um die Art des adsorbierten Gases und seine Haftungsstärke zu bestimmen. Bisher wurden der Uni zufolge mehr als 100.000 verschiedene MOF-Strukturen synthetisiert, jede mit unterschiedlichen, auf eine bestimmte Anwendung abgestimmten Eigenschaften. Einige können demnach Kohlendioxid aus Rauchgasen von Kraftwerken oder der Industrie abscheiden. Andere werden verwendet, um Methan in Kraftstofftanks zu füllen und damit Erdgasfahrzeuge anzutreiben. Wieder andere können Wasserstoff speichern und könnten eines Tages in wasserstoffbetriebenen Autos zum Einsatz kommen.

Schwedt (dpa) *13:21 Uhr – Ölraffinerie erhält ab 2026 mehr Öl aus Kasachstan

Die Auslastung der Ölraffinerie PCK in Schwedt ist nach Einschätzung von Rosneft Deutschland für 2026 gesichert. Die Anlage bekomme bis Ende des kommenden Jahres mehr Öl aus Kasachstan - mindestens 130.000 Tonnen je Monat, wie ein Sprecher von Rosneft Deutschland sagte. Zuvor hatte die «Märkische Allgemeine Zeitung» berichtet. Derzeit sind es laut Sprecher um die 100.000 bis 120.000 Tonnen. Die Lieferungen für 2026 seien vertraglich abgesichert, sagte der Sprecher von Rosneft Deutschland. Die Auslastung der Raffinerie könne auf einen stabilen Stand von 90 Prozent - und wahrscheinlich mehr - gebracht werden. «Damit kann sie auch profitabel weiterarbeiten.» PCK-Chef Ralf Schairer hatte im Juli gesagt, die Auslastung der Raffinerie habe im ersten Halbjahr 2025 bei 84 Prozent gelegen.

Die Ölraffinerie PCK in Schwedt gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft. Sie stehen wegen des russischen Ukraine-Kriegs aber unter Treuhandverwaltung und damit unter der Kontrolle des Bundes. Die frühere Bundesregierung hatte entschieden, auf russisches Pipeline-Öl zu verzichten, das die PCK jahrzehntelang versorgte. Die Raffinerie, die weite Teile des Nordostens und Berlin unter anderem mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt, musste sich andere Bezugsquellen suchen. Als Folge sank die Auslastung.

Stockholm (dpa) *12:00 Uhr – Chemie-Nobelpreis für drei Materialwissenschaftler

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die Materialwissenschaftler Susumu Kitagawa (Japan), Richard Robson

(Australien) und Omar Yaghi (USA) für die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die Forscher hätten molekulare Strukturen mit großen Hohlräumen geschaffen, durch die Gase und andere Chemikalien strömen können, hieß es. Diese Strukturen - metallorganische Gerüstverbindungen - können demnach genutzt werden, um Wasser aus Wüstenluft zu gewinnen, Kohlendioxid abzuscheiden, giftige Gase zu speichern oder chemische Reaktionen zu katalysieren.

«Metall-organische Gerüstverbindungen haben ein enormes Potenzial und eröffnen bisher ungeahnte Möglichkeiten für maßgeschneiderte Materialien mit neuen Funktionen», erklärte Heiner Linke, Vorsitzender des Nobelkomitees für Chemie. Anwenden ließen sich die Erkenntnisse der Forscher etwa bei der Trennung schädlicher Chemikalien wie PFAS aus Wasser und dem Abbau von Arzneimittelspuren in der Umwelt.

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Kitagawa wurde 1951 in Kyoto geboren, wo er auch heute noch tätig ist. Der 60 Jahre alte Omar Yaghi stammt aus Jordanien und forscht an der University of California. Der in Melbourne tätige Robson ist 88 Jahre alt. Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit insgesamt elf Millionen Kronen (rund einer Million Euro) dotiert. Die Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an die Forscher.

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