Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Geheimdienstchef: 160 russische Ölanlagen angegriffen

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06.10.2025

Rheinberg/London (dpa/lnw) *14:29 Uhr – Ineos schließt zwei Chemiewerke in NRW

Der britische Chemiekonzern Ineos schließt zwei Werke in Rheinberg (Kreis Wesel). 175 Stellen seien von der geplanten Maßnahme betroffen, teilte das Unternehmen in London mit. Der genaue Zeitpunkt steht bislang nicht fest. Die Energie- und CO2-Kosten seien erdrückend hoch und es fehle ein Zollschutz gegen «die Flut billiger Chemikalien aus Asien». Man konzentriere sich nun darauf, die verbliebenen Betriebe in Rheinberg zu erhalten und die dortigen 300 Arbeitsplätze zu sichern. «Europa begeht industriellen Selbstmord», erklärte der Chef des Ineos-Tochterunternehmens Ineos Inovyn, Stephen Dossett. «Während die Konkurrenz in den USA und China von billiger Energie profitiert, werden die europäischen Hersteller durch unsere eigene Politik und das Fehlen eines Zollschutzes vom Markt verdrängt.» Die Chemikalien aus China seien auch deshalb so billig, weil sie häufig mit günstigem Öl und Gas aus Russland hergestellt seien.

Der Markt werde von emissionsreichen Importen überschwemmt. «Das ist völlig untragbar und wird zu weiteren Schließungen, Arbeitsplatzverlusten und einer höheren Abhängigkeit von anderen Regionen bei wichtigen Rohstoffen führen, wenn nicht sofort Abhilfe geschaffen wird.» Moderne und effiziente europäische Werke müssten schließen, während die Emissionen weltweit stiegen. «Dies ist nicht nur wirtschaftlicher Irrsinn. Das ist ökologische Heuchelei.» Europas Wettbewerbsfähigkeit breche ein, monierte der Manager.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ineos einem Werk den Stecker zieht: Den Angaben zufolge wurden Standorte im britischen Grangemouth und im belgischen Geel bereits geschlossen, die Schließung eines Werks in Gladbeck (Kreis Recklinghausen) wurde im Sommer verkündet - dort sind 279 Arbeitsplätze betroffen. Nun folgt die nächste Hiobsbotschaft für die Belegschaft des Unternehmens, dessen Holding in Großbritannien sitzt und das in Köln eine starke Präsenz hat - dort sind Firmenangaben zufolge rund 2.500 Menschen für Ineos tätig. In einem der Rheinberger Werke, die nicht fortgeführt werden sollen, produziert die Firma bislang Allyl-Chemikalien, die für sogenannte Epoxidharze gebraucht werden. Die wiederum kommen bei der Produktion von Gütern für die Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Autoindustrie und Erneuerbare-Energien-Industrie zum Einsatz. Außerdem stellt Ineos in Rheinberg Chlor her, das unter anderem für Medikamente und die Abwasserentsorgung genutzt wird.

Berlin (ots) *14:22 Uhr – Meggle darf Molkereien in Niedersachsen und MV übernehmen

Die Bundesregierung hat sich auf eine umfassende Modernisierungsagenda sowie ein Bürokratieabbaugesetz verständigt. Ziel ist es, bis zu 16 Milliarden Euro und rund 25 Prozent der Verwaltungskosten einzusparen. Im Mittelpunkt steht die Digitalisierung als zentraler Hebel für Effizienz und Entlastung. Die deutsche Pharmaindustrie ist von Bürokratie besonders stark betroffen: durch Dokumentations-, Prüf- und Berichtspflichten entstehen der Branche jährliche Kosten in Milliardenhöhe. Die übermäßige Bürokratie belastet vor allem mittelständische Unternehmen - sie bremst Innovationen, gefährdet die Versorgungssicherheit und untergräbt Investitionsbereitschaft.

«Überbordende regulatorische Vorgaben nehmen der Branche die Dynamik. Wir werden ausgebremst.» sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. «Es braucht insgesamt weniger und präzisere bürokratische Anforderungen. Nur dann kann die Branche ihre volle Kraft als Wirtschaftsmotor entfalten. Mit diesen Forderungen steht Pharma Deutschland bereit, den Entbürokratisierungs-Reformprozess partnerschaftlich und sehr konkret zu begleiten. Die kommenden Pharmagespräche könnten dazu den Startschuss geben.»

Bonn (dpa) *12:51 Uhr – Meggle darf Molkereien in Niedersachsen und MV übernehmen

Der Molkerei-Konzern Meggle (Wasserburg am Inn) darf den Milchverarbeiter Rücker GmbH in Aurich und die Ostsee-Molkerei GmbH in Wismar übernehmen. Das Bundeskartellamt hat dafür grünes Licht gegeben. «Wir haben uns das Vorhaben sehr genau angesehen, da es zwischen den beteiligten Unternehmen eine Überschneidung bei der Herstellung von Sahne, Käse, Butter und Milchpulver gibt», erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. «Unsere Ermittlungen haben aber ergeben, dass die Marktanteile in den sich überschneidenden Bereichen keine problematischen Höhen erreichen und es weiterhin hinreichenden Wettbewerb gibt.»

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Aufgabe des Bundeskartellamtes ist es, marktbeherrschende Stellungen einzelner Unternehmen zu verhindern. Denn dies könnte den Wettbewerb einschränken, was wiederum zu höheren Preisen für die Verbraucher führen kann. Auch beim Milcheinkauf sehen die Wettbewerbshüter kein Problem. Die beteiligten Unternehmen bezögen ihre Rohmilch aus verschiedenen Regionen Deutschlands, hieß es. Milchbauern legen Wert auf unterschiedliche Molkerei-Unternehmen in ihrer Reichweite. Eine zu große Marktkonzentration in diesem Bereich lässt sie Druck auf die Einkaufspreise befürchten.

Meggle stellt laut Bundeskartellamt Butter, Butterspezialitäten wie Kräuterbutter sowie gefüllte Backwaren für Groß- und Endverbraucher her. Auch Käse, Milchfrischprodukte und Milchpulver gehören demnach zum Produktportfolio. Rücker und die Ostsee-Molkerei produzieren den Angaben zufolge vor allem Käse und Butter, Sahne, Milchpulver und vegane Käse-Alternativen.

Stockholm (dpa) *11:47 Uhr – Medizin-Nobelpreis für Immunforscher aus Japan und den USA

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan).

Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz, die verhindert, dass das Immunsystem dem Körper schadet. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit. Die bedeutendste Auszeichnung für Mediziner ist mit 11 Millionen schwedischen Kronen (rund eine Million Euro) dotiert. Die Entdeckungen der drei Forschenden hätten den Grundstein für ein neues Forschungsgebiet gelegt und die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden, etwa für Krebs und Autoimmunerkrankungen, vorangetrieben, heißt es in der Begründung. Konkret geht es um Mechanismen, die verhindern, dass das Immunsystem den eigenen Körper schädigt. Die Preisträger identifizierten Sicherheitsmechanismen des Immunsystems, die regulatorischen T-Zellen, die verhindern, dass Immunzellen den Körper angreifen. «Wir verstehen jetzt besser, wie das Immunsystem funktioniert und warum nicht jeder von uns eine schwere Autoimmunerkrankung entwickelt», erklärte Olle Kämpe, Vorsitzender des Nobelkomitees.

Brunkow wurde 1961 geboren. Sie promovierte an der Princeton-Universität in den USA und arbeitet am Institute for Systems Biology in der US-Westküstenmetropole Seattle. Der 64-jährige Ramsdell stammt aus dem US-Staat Illinois und promovierte an der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Er ist wissenschaftlicher Berater bei Sonoma Biotherapeutics in San Francisco. Der 74 Jahre alter Japanaer Shimon Sakaguchi promovierte 1983 in Kyoto. Er ist Professor an der Universität von Osaka.

Vor 30 Jahren hatte als erste und bislang einzige deutsche Frau die Tübinger Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard den Medizin-Nobelpreis erhalten. Sie wurde für ihre Arbeit zur genetischen Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung ausgezeichnet. Auch im vergangenen Jahr wurde zwei Genetiker geehrt. Die US-Forscher Victor Ambros und Gary Ruvkun entdeckten die microRNA und damit ein zuvor unbekanntes Prinzip der Genregulation.

Vor dem diesjährigen Preis haben seit 1901 insgesamt 229 Menschen den Medizin-Nobelpreis erhalten, darunter 13 Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie. Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreis-Reigen. Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises benannt. Es folgen die für Literatur und für Frieden. Die Reihe der Bekanntgaben endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Zentralbank gestifteten sogenannten Wirtschaftsnobelpreis.

Stockholm (dpa) *04:30 Uhr – Beginn der Nobelpreis-Saison - Medizin macht den Anfang

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm steht die erste Nobelpreis-Bekanntgabe des Jahres an. Die Nobelversammlung des Stockholmer Karolinska-Instituts wird frühestens um 11.30 Uhr bekanntgeben, wem sie in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis zuspricht. Die Bekanntgabe in der Preiskategorie Physiologie oder Medizin macht bei der alljährlichen Kür außergewöhnlicher Experten, Literaten und Friedensstifter traditionell den Anfang. In den kommenden Tagen folgen dann nach und nach die Verkündungen in den weiteren Kategorien Physik, Chemie, Literatur, Frieden sowie Wirtschaftswissenschaften.

Die Nobelpreise gehen auf den schwedischen Dynamit-Erfinder und Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Er veranlasste in seinem Testament, dass mit den Zinsen seines Vermögens Preise für diejenigen finanziert werden sollen, die der Menschheit im jeweils vorangegangenen Jahr in den Kategorien Physik, Chemie, Physiologie/Medizin, Literatur und Frieden den größten Nutzen gebracht haben. Die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften kam erst Ende der 1960er Jahre hinzu. Sie wird von der schwedischen Zentralbank gestiftet.

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