Ludwigshafen (dpa) - *17:11 Uhr – BASF legt weitere Anlagen still - 300 Jobs betroffen
Der Chemiekonzern BASF schließt angesichts von Kostendruck weitere Produktionsanlagen. Die Herstellung des Wirkstoffs Glufosinat-Ammonium (GA) an den Standorten Knapsack und Frankfurt werde bis Ende des Jahres eingestellt, teilt das Dax-Unternehmen in Ludwigshafen mit. Die GA-Produktion in Frankfurt ende 2025. «Anschließend werden beide Produktionsanlagen stillgelegt.» Geplant sei, beide Standorte zu verlassen, nachdem alle Aktivitäten inklusive Rückbau abgeschlossen sind, erklärte ein Sprecher.
Betroffen von der Umstrukturierung sind insgesamt etwa 300 Arbeitsplätze in den beiden Chemieparks in Hürth (NRW) und im Frankfurter Stadtteil Höchst. Die Jobs sollen zunächst bis Ende 2025 erhalten bleiben und «anschließend in Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung schrittweise reduziert werden», erklärte BASF. Als Grund nannte BASF steigende Konkurrenz durch Generika-Hersteller, alternative Technologien sowie hohe Energie- und Rohstoffkosten.
Obwohl man in beiden Produktionsanlagen die Kosten gesenkt habe, sei die Mengen- und Profitabilitätsentwicklung unzureichend. Der Konzern beziehe den Wirkstoff künftig von Drittanbietern.
Der Wirkstoff Glufosinat-Ammonium ist laut der Angaben eines der am häufigsten verwendeten Breitbandherbizide und kontrolliert Unkräuter in vielen Kulturen weltweit. Er bleibe aber eine Schlüsselkomponente im Herbizidportfolio von BASF, hieß es. Zugleich konzentriere man sich auf die Entwicklung von GA-Lösungen der nächsten Generation. Bereits im Februar 2023 hatte BASF die Schließung mehrerer Chemieanlagen wegen hoher Energiepreise verkündet, darunter eine für Ammoniak und das Kunststoffvorprodukt TDI. Der Konzern hat mehrere Sparprogramme und den Abbau Tausender Arbeitsplätze verkündet. Die Einschnitte treffen auch das Stammwerk Ludwigshafen. Der größte Produktionsstandort im Unternehmen soll neu aufgestellt werden.
Melbourne (dpa) - *08:50 Uhr – Explosion in Chemiefabrik: Giftige Rauchwolke über Melbourne
In der australischen Metropole Melbourne treibt nach einer heftigen Explosion in einer Chemiefabrik eine Wolke giftiger Gase auf Wohngebiete zu. Die Notdienste des Bundesstaates Victoria forderten Anwohner mehrerer Stadtteile auf, Schutz in Innenräumen zu suchen und umgehend alle Fenster und Türen zu schließen. Das Feuer war am Morgen (Ortszeit) in einem Werk in einem Industriegebiet in Derrimut im Westen von Melbourne ausgebrochen, nachdem dort chemische Materialien in die Luft geflogen waren.
Mehr als 180 Feuerwehrleute waren Medienberichten zufolge im Einsatz. Bis zum Nachmittag war das Feuer weitgehend unter Kontrolle. Jedoch explodierten weiterhin große Metallfässer, in denen Chemikalien gelagert waren. «Das Lagerhaus selbst ist mit verschiedenen Arten von Chemikalien gefüllt, und wenn diese Fässer vom Feuer getroffen werden, explodieren sie und werden in die Luft geschleudert», sagte eine Sprecherin der Einsatzkräfte. Menschen sollten sich unbedingt vom Unglücksort fernhalten. Mehrere Straßen rund um die betroffene Region wurden gesperrt und nahe gelegene Fabriken evakuiert. «Wir schätzen, dass wir wegen der Brennstoffmenge in dieser Fabrik mehrere Tage hier sein werden», sagte die Sprecherin weiter. Über Tote oder Verletzte gab es zunächst keine Berichte.
09.07.2024: Mehr zuckerhaltige Getränke produziert
Wiesbaden (dpa) - *08:50 Uhr – Mehr zuckerhaltige Getränke produziert
Die Menschen in Deutschland trinken wieder mehr zuckerhaltige Erfrischungsgetränke. Im vergangenen Jahr ist die im Inland produzierte Menge an Colas, Limonaden und ähnlichen Getränken um 6 Prozent auf 7,8 Milliarden Liter gestiegen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Daraus ergibt sich ein Pro-Kopf-Verbrauch von 93 Litern im Jahr.
Seit 2020 hatten die Statistiker deutlich geringere Mengen registriert. Langfristig hat sich an der Menge der Zuckergetränke aber wenig geändert: 2013 wurden 7,7 Milliarden Liter hergestellt. Um knapp 13 Prozent gestiegen ist seitdem der Anteil der Light-Varianten, die 2023 knapp 19 Prozent der Gesamtmenge ausmachten. Grundsätzlich greifen die Menschen häufiger zum Wasser. 2023 wurden in Deutschland insgesamt 12,29 Milliarden Liter Mineral-, Tafel- oder Heilwasser abgefüllt.
Stand: 08.12.2025
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07.07.2024: Schwedt: Auslastung wieder bei gut 80 Prozent
Schwedt (dpa) - *15:41 Uhr – PCK Schwedt: Auslastung wieder bei gut 80 Prozent
Eineinhalb Jahre nach der Abkehr von russischem Rohöl schafft die wichtige Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt mithilfe neuer Versorgungswege eine Auslastung von rund 80 Prozent.
Das sei das, was mit jetzigen Versorgungsquellen möglich sei, sagte PCK-Chef Rolf Schairer am Montag am Rande eines Besuchs des Ostbeauftragten Carsten Schneider. Der Wert liegt deutlich über der Auslastung Anfang 2023, aber nach Unternehmensangaben unter dem früherer Jahre. Aus Sicht der Bundesregierung ist der Standort damit gesichert.
Die Raffinerie hatte jahrzehntelang nur russisches Öl aus der Pipeline Druschba verarbeitet. Anfang 2023 hatte die Bundesregierung den Import von russischem Pipeline-Öl wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine gestoppt. Inzwischen kommt nach Schairers Worten 70 Prozent des Rohöls über eine Pipeline aus dem Hafen Rostock; die übrigen 30 Prozent kommen über den Hafen Danzig und aus Kasachstan und werden über die Röhren der Druschba angeliefert.
Um über 80 Prozent Auslastung bei der Rohölverarbeitung zu kommen, müsste unter anderem die Rostock-Pipeline ausgebaut werden, sagte Schairer. Die Bundesregierung hat dafür 400 Millionen Euro zugesagt. Das Geld stehe bereit, die Auszahlung müsse aber noch von der EU-Kommission genehmigt werden, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Michael Kellner (Grüne).