05.07.2024: Shell rechnet mit zwei Milliarden Abschreibungen
Berlin (dpa) - *17:34 Uhr – Weg frei für Kraftwerksstrategie
Die Bundesregierung hat im Zuge des Wachstumspakets auch den Weg frei gemacht für eine Strategie zum Bau neuer Gaskraftwerke. Die Einigung sei auch mit der Europäischen Kommission abgestimmt, teilte das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium mit. Demnach sollen insgesamt 12,5 Gigawatt an Kraftwerkskapazität und 500 Megawatt an Langzeitspeichern ausgeschrieben werden. Im Februar war bei der Vorlage von Eckpunkten noch die Rede von 10 Gigawatt an Kraftwerkskapazitäten gewesen. Eine finale beihilferechtliche Genehmigung der EU steht noch aus. Neue Gaskraftwerke, die später mit Wasserstoff betrieben werden, sollen künftig zur Absicherung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne als «Backups» bereitstehen - in Zeiten von «Dunkelflauten», wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint.
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nannte die Einigung mit der Europäischen Kommission einen wichtigen Schritt. Die Dekarbonisierung im Kraftwerkspark werde beschleunigt, die Entwicklung neuer Wasserstoff-Kraftwerkstechnologie gefördert und der Kohleausstieg durch den Zubau neuer Kraftwerke abgesichert. Habeck rechnet mit einem vorgezogenen Kohleausstieg bis 2030. Laut Ministerium sollen «zeitnah» 5 Gigawatt an neuen wasserstofffähigen Gaskraftwerken ausgeschrieben werden, als Beitrag zur schnellen Dekarbonisierung des Kraftwerksparks. Bei den Kraftwerken sollen Investitionskosten und unter Voraussetzungen beim Umstieg auf Wasserstoff Differenzkosten zwischen Wasserstoff und Erdgas gefördert werden. In einer zweiten «Säule» sollen noch einmal 5 Gigawatt neue Gaskraftwerke ausgeschrieben werden.
Crailsheim (dpa/lsw) - *13:43 Uhr – Abwasser verursacht Fisch-Sterben in der Jagst
Wegen eines technischen Defekts im Klärwerk Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) ist Abwasser ausgetreten und in die Jagst geflossen. Dies teilte ein Sprecher der Kommune mit. Es sei zu einem Fischsterben gekommen. Der Angelsportverein Crailsheim (ASV) konnte bei einer ersten großen Aktion am Donnerstag rund 200 Kilogramm tote Fische aus der Jagst bergen, berichtet der Vorsitzende Michael Stephan nach Angaben des «Südwestrundfunks». Der technische Defekt sei inzwischen behoben, teilte die Kommune mit.
Berlin (dpa) - *11:09 Uhr – Düngegesetz im Bundesrat gescheitert
Vorgesehene Änderungen bei den Düngeregeln für die Landwirte zum Schutz des Grundwassers sind vorerst gescheitert. Der Bundesrat lehnte ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz der Ampel-Koalition dazu ab. Es sollte unter anderem eine Grundlage dafür schaffen, dass Düngedaten von Höfen überprüft und bewertet werden können. Dafür sollte ein «Monitoring» ermitteln, wie wirksam die Düngevorgaben sind. Das Bundesagrarministerium zielte darauf ab, dadurch das Verursacherprinzip zu stärken und nachhaltig arbeitende Betriebe zu entlasten.
London (dpa) - *09:31 Uhr – Shell erwartet Abschreibungen von bis zu zwei Milliarden
Der Öl- und Gaskonzern Shell erwartet im zweiten Quartal Abschreibungen von bis zu zwei Milliarden US-Dollar (1,85 Mrd Euro). Shell begründete dies unter anderem mit Verzögerungen beim Bau einer Biospritanlage in Rotterdam, wie aus einer am Freitag in London veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Die Baupause führe zu Wertberichtigungen von 600 Millionen bis einer Milliarde Dollar, so das Unternehmen. Außerdem schreibt Shell 600 bis 800 Millionen Dollar auf ein Chemiewerk in Singapur ab.
Für das zweite Quartal kündigte der Konzern des Weiteren niedrigere Gashandelserträge an. Die Ergebnisse dürften auf dem Niveau des Vorjahres liegen, aber unter denen des ersten Quartals. Shell begründete dies mit saisonalen Verschiebungen. Der Gashandel war zuletzt ein großer Ergebnistreiber bei Shell. Der Konzern will die Zahlen am 1. August vorlegen.
Ludwigshafen (ots) - *09:03 Uhr – Chemieverbände hoffen auf politische Kurswende für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurdeneu über den Vorsitz abgestimmt. Dr. Sabine Nikolaus übergibt den Staffelstab an Sebastian Schäfer. Er ist Geschäftsführer beim Wormser Unternehmen Grace und bereits langjähriges Vorstandsmitglied. Mit Blick auf die jüngsten EU-Wahlen betont Schäfer, dass die Unternehmen in der Regulierungsflut unterzugehen drohen: "Rund 850 EU-Vorhaben sind bereits in der Pipeline und kommen auf uns in der Praxis zu. Es muss nun ein Umdenken geben. Denn unsere wirtschaftliche Stärke basiert auf einer wettbewerbsfähigen Industrie. Dafür brauchen wir mehr Vertrauen, günstige Energie und weniger Regulierung".
Stand: 08.12.2025
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