Ludwigshafen (dpa) *18:36 Uhr –18 Leichtverletzte bei Explosion und Brand auf BASF-Gelände
Bei einer Explosion mit einem Brand im Stammwerk des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen sind laut Polizei 18 Menschen leicht verletzt worden, darunter sieben Feuerwehrleute. Das Unternehmen mit Sitz in der zweitgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz sprach von 15 leicht verletzten Mitarbeitenden, die vorsorglich in der Werksambulanz untersucht worden seien. Sie hätten diese danach aber wieder verlassen können.
Der Brand wurde demnach von der Werkfeuerwehr gelöscht. Die betroffene Anlage sei heruntergefahren worden und in einem sicheren Zustand. Innerhalb und außerhalb des Geländes waren Umweltmesswagen unterwegs. Diese stellten demnach innerhalb des Areals und in angrenzenden Teilen leicht erhöhte Werte von Kohlenwasserstoffen fest. «Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keiner Zeit», teilte das Unternehmen mit.
Die Explosion nach dem Austritt eines organischen Lösungsmittels ereignete sich demnach im Werksteil Süd des weltgrößten Chemieunternehmens. Untersuchungen zum Hergang liefen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz hat die Kriminalpolizei Ermittlungen aufgenommen. Die Höhe des Schadens war noch nicht bekannt.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung, die auch vom benachbarten Mannheim auf der gegenüberliegenden Rheinseite aus zu sehen war, gab die Ludwigshafener Feuerwehr der Bevölkerung Ratschläge unter anderem über die Warn-Apps Katwarn und Nina – etwa, Fenster und Türen zu schließen und Lüftungen und Klimaanlagen abzustellen. Zudem schalteten die Behörden ein sogenanntes Gefahreninformationstelefon.
Fahrzeuge mehrerer Feuerwehren und der BASF-Umweltüberwachung prüften die Umgebung entlang des Werksgeländes auf Schadstoffe. Die Messungen ergaben nach dem Löschen des Brandes keine ungewöhnlichen oder erhöhten Messwerte mehr, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Es habe demnach über die Geruchsbelästigung hinaus keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Die Gefahrenmeldung wurde aufgehoben.
Genf (dpa) *16:52 Uhr – Argentinische Firma entwickelt mRNA-Vogelgrippe-Impfstoff
Zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen Vogelgrippe in ärmeren Ländern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Projekt in Argentinien gestartet. Es geht um einen Impfstoff gegen das H5N1-Virus auf Basis der mRNA-Technologie, die während der Coronapandemie zur Entwicklung von Impfstoffen in Rekordzeit beigetragen hat.
Der argentinische Hersteller Sinergium Biotech hat bereits einen Impfstoffkandidaten, der jetzt mit Unterstützung der WHO und der Organisation Medicines Patent Pool (MPP) weiter entwickelt werden soll. Das Unternehmen will die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten in präklinischen Modellen nachweisen.
Ziel von MPP ist es, Menschen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen Zugang zu hochwertigen und erschwinglichen Medikamenten zu verschaffen. WHO und MPP haben auf der Höhe der Coronapandemie vor drei Jahren ein mRNA-Transferprogramm entwickelt, um Forschungskapazitäten in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen zu fördern.
Berlin (ots) *09:28 Uhr – Geplante CSRD-Berichterstattung: Es hätte schlimmer kommen können, sagt Big Pharma
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) beschlossen. Pharma Deutschland, mitgliederstärkster Verband der hiesigen Pharmabranche, zeigt sich zufrieden darüber, dass die Bundesregierung die zuvor von Pharma Deutschland geäußerte Kritik zum Zusammenspiel aus dem Lieferkettengesetz und der Nachhaltigkeitsberichterstattung aufgegriffen hat.
"Die Bundesregierung hat die drohende Doppelbelastung aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz und dem Gesetz zur Nachhaltigkeitsberichterstattung auf den 31. Dezember 2025 verschoben. Das ist eine gute Nachricht für die Unternehmen in Deutschland", so Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland. "Trotz der Bemühungen um eine Eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Vorgaben ohne nationale Verschärfungen bedeutet das CSRD jedoch eine zusätzliche bürokratische und finanzielle Belastung."
Stand: 08.12.2025
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Denn die neuen Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung stellen die Pharmabranche nach wie vor erhebliche Herausforderungen. Der Aufwand für die Unternehmen ist beträchtlich. "Die EU-Kommission und die Bundesregierung dürfen die Bürokratieschraube nicht noch fester anziehen, sonst besteht die Gefahr, dass wertvolle Ressourcen von Forschung und Entwicklung abgezogen werden müssen, um den stetig steigenden Berichtspflichten nachzukommen", erläutert Brakmann. Insbesondere mittelständische Firmen, die schrittweise ab 2025 unter die Pflichten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung fallen, werden hierdurch massiv belastet. Dies ist für eine innovationsgetriebene Pharmabranche besonders kritisch.
London (dpa) *08:41 Uhr – Roche will Abnehm-Medikamente schnell auf den Markt bringen
Der Schweizer Pharmakonzern Roche will bei der Entwicklung seiner Medikamente gegen Diabetes und Fettleibigkeit Tempo machen. Der Vorstandsvorsitzende Thomas Schinecker sagte der «Financial Times», dass die ersten Medikamente gegen Fettleibigkeit von Roche «deutlich schneller als erwartet» auf den Markt kommen würden - möglicherweise bis 2028. Dieser Boommarkt wird aktuell vom US-Konzern Eli Lilly und von der dänischen Novo Nordisk dominiert.
Mitte Juli hatte Roche erneut positive Studiendaten zu einem potenziellen Abnehm-Medikament veröffentlicht. Dabei handelte es sich um den Kandidaten CT-996, der einmal am Tag zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit geschluckt wird. Das Mittel stammt aus dem Portfolio des US-Unternehmens Carmot, das Roche im Dezember für etwa 3 Milliarden US-Dollar übernommen hatte.
Mehrere Mittel gegen Fettleibigkeit in der Entwicklung CT-996 gehört zur neuen Klasse der Fettsenker, den GLP-1-Medikamenten, und erzielte in zwei Teilstudien einer laufenden mehrteiligen klinischen Phase-I-Studie bedeutsame Ergebnisse. Erst kurz davor hatte Roche Daten zu seinem anderen Fettleibigkeits-Kandidaten CT-388 veröffentlicht, die von Analysten und Investoren positiv aufgenommen worden waren.