Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Leverkusener Explosion: Chemische Reaktion des Abfalls vermutet

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05.08.2021

Leverkusen (dpa) *16:44 Uhr – Chempark-Explosion: Entwarnung nach Analyse von Böden und Pflanzen

Nach dem Brand in der Sondermüllverbrennungsanlage in Leverkusen mit mindestens sechs Toten hat das Landesumweltamt nach einer Untersuchung von Böden und Pflanzen Entwarnung gegeben. «Die Analysen ergaben keine relevanten Konzentrationen und keinerlei Grenzwertüberschreitungen», teilte das Landesumweltamt Lanuv am Donnerstag in Recklinghausen mit. Die zuständigen Behörden könnten die aktuellen gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen weitgehend aufheben, heißt es in dem Bericht an die Bezirksregierung.

Erste Messungen nach dem Unglück am 27. Juli in den umliegenden Wohngebieten hatten eine geringe Schadstoffbelastung ergeben. Es waren mindestens sechs Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Ein Mensch wird noch vermisst.

«Obst und Gemüse ist wieder zum Verzehr freigegeben, sollten aber vor dem Verzehr gewaschen oder geschält werden», empfahl das Landesumweltamt. Wasser aus Regentonnen solle vorsorglich in der Kanalisation entsorgt werden. Swimmingpool-Wasser solle ausgetauscht oder komplett gefiltert werden. Nach allen Säuberungsmaßnahmen könnten auch Spielplätze wieder freigegeben werden. Eine Nutzung von Futterflächen, etwa durch Weidetiere, sei wieder möglich.

Die Fachleute des Landesumweltamts hatten aus der näheren Umgebung des Brandorts Pflanzen- und Bodenproben auf über 450 verschiedene Bestandteile von Agrarchemikalien untersucht.

Seoul (dpa) *13:55 Uhr – Südkorea will Milliarden in eigene Impfmittel-Produktion stecken

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie will Südkorea die Impfstoffproduktion im eigenen Land mit Investitionen in Milliardenhöhe erhöhen. Bis 2025 solle als Land der fünftgrößte Impfstoffproduzent weltweit werden, sagte Präsident Moon Jae In am Donnerstag in Seoul. Dafür seien 2,2 Billionen Won (etwa 1,63 Milliarden Euro) vorgesehen, wurde Moon von seinem Büro zitiert.

Moon sprach beim ersten Treffen einer neuen öffentlich-privaten Kommission, die die neue Strategie zum Aufbau Südkoreas als globales Produktionszentrum für Impfstoffe anschieben soll. Der linksliberale Staatschef ist im letzten Jahr seiner fünfjährigen Amtszeit.

Laut Moon soll der Herstellung von Impfmitteln neben der einheimischen Produktion von Halbleitern und Batterien strategische Priorität eingeräumt werden. Die biomedizinische Industrie werde für den Export des Landes immer wichtiger, sagte Moon. Doch die Technologien für die Impfstoffentwicklung hingen noch zurück, und die Abhängigkeit Südkoreas vom Import von Vakzinen sei sehr groß.

Als Teil der neuen Strategie soll die Entwicklung von mRNA-Impfstoffen, die derzeit etwa von Biontech/Pfizer und Moderna gegen Covid-19 hergestellt werden, besonders stark unterstützt werden. Die mRNA gilt in der Branche als wichtige Zukunftstechnologie.

Leverkusen/Köln (dpa) *13:26 Uhr – Weiterhin ein Vermisster nach Explosion in Leverkusen

Mehr als eine Woche nach der Explosion und dem Brand in einer Leverkusener Sondermüllverbrennungsanlage mit mindestens sechs Toten gilt weiterhin ein Mensch als vermisst. Das sage eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Köln am Donnerstag der dpa. «Der Explosionsort im engeren Sinne ist immer noch nicht begehbar», erklärte sie mit Verweis auf schwer einzuschätzende Gefahren. Es gebe aber ein Bergungskonzept. Außerdem sei ein Sachverständigen-Team mit Spezialisten für Brände und Explosionen eingesetzt worden.

Durch die gewaltige Detonation und den Brand am Dienstag vergangener Woche kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. Fünf Tote sind bisher am Unglücksort gefunden worden. Ein Schwerverletzter starb im Krankenhaus. Rund 30 Menschen wurden verletzt. Die Ursache für die Explosion und den Brand ist bislang noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion. Sie will herausfinden, ob menschliche Fehler zur Katastrophe führten.

Die Aufräumarbeiten gehen laut dem Chempark-Betreiber Currenta weiter. Es gebe noch massive Trümmerteile, die zum Teil ineinander verkeilt lägen, schilderte ein Sprecher. Die Einsatzkräfte würden unter anderem auch mögliche Chemikalienrückstände abpumpen. Die Einsatzkräfte würden ärztlich überwacht. Das geschehe mit Hilfe kleiner Geräte an der Kleidung. Daneben fänden Untersuchungen statt, zu denen Urinproben gehörten. Die Ergebnisse in dem Prüfprogramm zum Gesundheitsschutz der Einsatzkräfte seien bisher unauffällig.

Santiago de Chile (dpa) *02:51 Uhr – Chinesischer Pharmakonzern Sinovac baut Impfstoff-Fabrik in Chile

Der chinesische Pharmakonzern Sinovac will in einer neuen Fabrik in Chile Impfstoffe gegen das Coronavirus herstellen. Neben dem Bau der Fertigungsanlage im Großraum Santiago de Chile sei ein Forschungszentrum in Antofagasta im Norden des Landes geplant, teilte das chilenische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Die ersten Impfstoffdosen sollen die Fabrik im März kommenden Jahres verlassen. Die Anlage wird Medienberichten zufolge Kapazitäten für die Herstellung von 60 Millionen Dosen pro Jahr haben. Damit wird die Fabrik das Operationszentrum von Sinovac in Lateinamerika. Zunächst soll der Impfstoff in der Fabrik lediglich fertiggestellt und abgefüllt werden, später könnten nach Angaben von Sinovac auch weitere Produktionsschritte nach Chile verlagert werden.

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