Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Leverkusener Explosion: Chemische Reaktion des Abfalls vermutet

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03.08.2021

Leverkusen/Köln (dpa) 17:40 - Nach Explosion in Chempark Leverkusen ein weiterer Toter gefunden

Eine Woche nach der Explosion und dem Brand in einer Leverkusener Sondermüllverbrennungsanlage ist im Bereich des Unglücks ein weiterer Toter gefunden worden. Das Opfer sei identifiziert worden, bestätigte am Dienstag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Köln. Durch die gewaltige Detonation kamen damit mindestens sechs Menschen ums Leben - nach Angaben der Kölner Polizei gilt ein Mensch noch als vermisst.

Auf dem großen Gelände des Chemparks in Leverkusen dauern die Ermittlungen der Kölner Polizei weiter an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion. Die Aufräum- und Bergungsarbeiten werden nach Einschätzung des Chempark-Betreibers Currenta noch längere Zeit dauern. Zunächst hatte der WDR berichtet.

Kassel (dpa) 12:36 - Höhere Düngerpreise: K+S hebt Gewinnprognose an

Steigende Düngerpreise und eine Erholung des Geschäfts mit Salzen etwa für die Chemieindustrie stimmen den hessischen Konzern K+S abermals optimistischer für das laufende Jahr. Unternehmenschef Burkhard Lohr rechnet laut einer Mitteilung vom Dienstag nun mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 700 bis 800 Millionen Euro. Das wäre ein Plus von bis zu 80 Prozent im Vergleich zu 2020. Bisher hatte der Manager im besten Fall 600 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

In der Prognose ist weiterhin ein erwarteter einmaliger Ertrag von 200 Millionen Euro aus der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Reks enthalten. In dem bündeln die Kasseler ihr Entsorgungsgeschäft mit dem der Remondis-Tochter Remex. Die EU-Kartellwächter müssen dem Deal aber noch zustimmen. Statt wie bislang im Sommer rechnet K+S laut der aktuellen Mitteilung nun aber erst im Schlussquartal mit dem Vollzug der Transaktion.

Frankfurt/Main (dpa) 10:10 - Politik muss raus aus dem Krisenmodus

Der Maschinenbauverband VDMA hat vor einer pauschalen Fortsetzung der Corona-Hilfen gewarnt. «Deutschland muss wieder raus aus dem Krisenmodus», sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers am Dienstag. «Milliardenhilfen nach dem Gießkannenprinzip führen zu Wettbewerbsverzerrungen und blockieren den notwendigen Strukturwandel.» Wiechers verwies auf die Konjunkturerholung und die steigende Beschäftigung. Die Politik sollte vielmehr über Reformen im Steuerrecht einen deutlichen Beitrag für mehr private Investitionen leisten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Montag bekräftigt, die Corona-Hilfen für Firmen über den September hinaus verlängern zu wollen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädierte für eine Verlängerung mindestens bis zum Jahresende.

Die Bundesregierung hat bislang entschieden, dass die bisher bis Ende Juni befristete Überbrückungshilfe III als «Überbrückungshilfe III Plus» bis September fortgeführt wird. Neu ist eine «Restart-Prämie», mit der Unternehmen einen höheren Zuschuss zu Personalkosten erhalten können - falls sie etwa Personal aus der Kurzarbeit zurückholen oder neu einstellen. Die Überbrückungshilfe ist das zentrale Kriseninstrument der Regierung, um Folgen der Pandemie für Jobs und Firmen abzufedern.

London (dpa) 08:39 - Gewinne sprudeln bei BP

Nach dem schwierigen Corona-Jahr 2020 geht es für den britischen Öl- und Gaskonzern BP weiter aufwärts. Im zweiten Quartal verdiente das Unternehmen unter dem Strich 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro), wie BP am Dienstag in London mitteilte. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte der Konzern noch einen Verlust von knapp 17 Milliarden Dollar verkraften müssen. Bereinigt um Sonderfaktoren lag der Gewinn im vergangenen Jahresviertel bei rund 2,8 Milliarden Dollar.

Angesichts des überraschend hohen Quartalsgewinns zahlt der Konzern erstmals seit einem Jahr wieder mehr Dividende: Die Aktionäre sollen den Angaben nach nun 5,46 US-Cent je Aktie erhalten. In den vorangehenden Quartalen hatten sie sich noch mit 5,25 Cent je Papier zufrieden geben müssen, nachdem der Konzern die Ausschüttung infolge des Ölpreiseinbruchs zu Beginn der Corona-Krise stark gekürzt hatte.

Zudem beginnt der Energiemulti nun mit einem Aktienrückkauf im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar, der aus im ersten Halbjahr generierten überschüssigen Barmitteln finanziert werde.

Paris (dpa) 08:06 - Pharmakonzern Sanofi baut mRNA-Geschäft mit Milliarden-Übernahme aus

Der französische Pharmakonzern Sanofi will sein Geschäft rund um mRNA-Anwendungen mit der Milliardenübernahme des US-Biotechunternehmens Translate Bio stärken. Die Aktionäre des US-Konzerns sollen 38 US-Dollar je Anteil erhalten, was einem Eigenkapitalwert von rund 3,2 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro) entspreche, wie Sanofi am Dienstag in Paris mitteilte. Der Preis entspricht einem Aufschlag von rund 30 Prozent zum Montagsschlusskurs in Höhe von 29 Dollar. Die Gremien des US-Unternehmens unterstützen die Offerte. Die beiden Pharmakonzerne arbeiten bereits bei der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen zusammen. Diese sowie die Erforschung von mRNA-Therapien gegen Krankheiten sollen nun vorangetrieben werden.

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