11.08.2021
Leverkusen (dpa) *15:25 Uhr – Nach Explosion in Leverkusen: Informationen zu Tankinhalten
- Zwei Wochen nach der verheerenden Explosion in einer Leverkusener Sondervermüllverbrennungsanlage hat der Chempark-Betreiber Currenta Informationen über den Inhalt der zerstörten Lagertanks veröffentlicht. In dem explodierten Lagertank 3 hätten sich 14 Kubikmeter schwefel- und phosphorhaltige Reststoffe befunden, wie sie bei der Produktion von Pflanzenschutzmitteln entstehen, berichtete das Unternehmen am Mittwoch. Die Produktionsrückstände seien von einem ausländischen Unternehmen zur Entsorgung in die Sondermüllverbrennungsanlage nach Leverkusen gebracht worden.
In sieben weiteren durch die Explosion und den anschließenden Brand zerstörten Lagertanks befanden sich lösemittelhaltige Produktionsrückstände, die unterschiedliche Konzentrationen von Halogenen, Alkaloiden und Schwefel enthielten.
Luft-, Pflanzen- und Bodenproben des NRW-Landesumweltamtes (LANUV) und eigene Analysen von Currenta hätten nach der Explosion jedoch keine bedenklichen Rückstände von Chemikalien gefunden, bekräftigte das Unternehmen. «Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die einzelnen Bestandteile der Agrarchemikalien durch den unmittelbar nach der Explosion einsetzenden Brand fast vollständig zerstört oder durch die Thermik in größere Höhen getragen und dabei stark verdünnt wurden.»
Bei dem Unglück waren Ende Juli sechs Menschen ums Leben gekommen, eine weitere Person wird vermisst. 31 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Köln (dpa) *07:37 Uhr – Chemiekonzern Lanxess hebt Jahresprognose an
Gute Geschäfte mit der Autoindustrie sowie mit Stoffen rund um Materialschutz, Desinfektionsmittel und Wasseraufbereitung stimmen den Chemiekonzern Lanxess abermals optimistischer für 2021. Konzernchef Matthias Zachert kalkuliert für 2021 laut einer Mitteilung vom Mittwoch nun mit einem operativen Gewinn (bereinigtes
Ebitda) in Höhe von 1,0 bis 1,05 Milliarden Euro. Das sind am oberen und unteren Ende je 50 Millionen Euro mehr als bislang in Aussicht gestellt. Enthalten ist nun auch ein Beitrag von rund 35 Millionen Euro durch den Zukauf von Emerald Kalama Chemical, mit dem das Geschäft rund um Desinfektions- und Konservierungsmittel gestärkt werden soll.
Im abgelaufenen zweiten Quartal steigerte Lanxess bei einem Umsatzplus von gut einem Viertel auf 1,83 Milliarden Euro das operative Ergebnis im Vergleich zum coronabelasteten Vorjahreszeitraum um knapp ein Viertel auf 277 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 100 Millionen Euro hängen nach 798 Millionen vor einem Jahr. Damals hatte allerdings der Verkauf der Beteiligung am Chemieparkbetreiber Currenta den Kölnern viel Geld in die Kasse gespült. Lanxess schnitt insgesamt besser ab als von Analysten erwartet.
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