02.08.2021
Frankfurt/Main (dpa) 10:50 - Maschinenbau: Materialmangel erschwert Produktion
Materialengpässe bereiten Deutschlands Maschinenbauern immer größere Sorgen. «Bereits 70 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau sehen ihre Produktion durch einen Materialmangel deutlich erschwert», sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA am Montag mit Blick auf eine Umfrage des Ifo Instituts unter deutschen Industrieunternehmen. Das sei der höchste Wert seit Veröffentlichung des gesamtdeutschen Indikators.
Betroffen vom Materialmangel sind Wiechers zufolge alle Teilbranchen des Maschinenbaus. Besonders knapp seien Elektronikkomponenten und Stahl. Die schlechte Versorgungslage dürfte auch ein Grund für die weniger euphorische Stimmung der Unternehmer sein, erläuterte Wiechers. "Die Knappheit bei den Vorprodukten dämpft die Produktionspläne der Unternehmen." Zudem setzten wieder steigende Infektionszahlen in vielen für den Maschinenbau wichtigen Märkten die Lieferketten weiter unter Druck.
München (dpa) 10:50 - Ifo-Institut: Zwei Drittel der Industrie leidet unter Materialmangel
Materialmangel wird für die deutsche Industrie zu einem immer ernsteren Problem. 64 Prozent der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen beklagen Engpässe und Probleme bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion. Bereits im Vorquartal hätten die Unternehmen einen Rekordwert gemeldet, der nun deutlich übertroffen worden sei, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Montag in München. "Das könnte zu einer Gefahr für den Aufschwung werden."
Derzeit bedienten die Hersteller die Nachfrage noch aus ihren Lagern, die sich aber zusehends leerten, sagte Wohlrabe. "Problematisch sind auch die teilweise stark gestiegenen Einkaufspreise."83 Prozent der Autohersteller und -zulieferer und 84 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen spürten die Knappheit bei Halbleitern und Chips. Die stark gestiegenen Preise für Kunststoff-Granulate machten den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren deutlich zu schaffen (79 Prozent). Bei den Herstellern elektronischer Geräte beklagten 72 Prozent Materialmangel, außerdem 70 Prozent der Maschinenbauer. Das Ifo-Institut hatte im Juli rund 2700 Industrieunternehmen befragt.
Singapur (dpa) 07:56 - Ölpreise geben nach Konjunkturdaten aus China nach
Die Ölpreise sind am Montag gefallen. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China hätten die Nachfrage belastet, hieß es von Marktbeobachtern. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel 74,69 US-Dollar. Das waren 72 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 62 Cent auf 73,33 Dollar.
In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat sich die Stimmung von Einkaufsmanagern in der Industrie unerwartet stark eingetrübt. Ein vom Wirtschaftsmagazin «Caixin» veröffentlichter Indexwert fiel um 1,0 Punkte auf 50,3 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2020. China zählt zu den wichtigsten Ölimporteuren. Eine trübere Stimmung in der Wirtschaft könnte ein Hinweis auf weniger Wachstum und damit auf eine schwächere Nachfrage in China sein. Darüber hinaus spielte auch die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus weiter eine Rolle. In Teilen Asiens steigen die Infektionszahlen und damit die Sorge vor Einschränkungen der Mobilität.
Berlin (dpa) 04:45 - CO2-Zertifikate immer teurer - Rekordeinnahmen für deutschen Staat
Der anhaltende Preisanstieg bei den Emissionsrechten für das Treibhausgas Kohlendioxid beschert dem deutschen Staat Rekordeinnahmen. Bei den Versteigerungen der CO2-Zertifikate kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle knapp 2,4 Milliarden Euro zusammen. Damit ist das Ergebnis des gesamten vergangenen Jahres von rund 2,7 Milliarden Euro schon fast erreicht. Die bisherigen Rekordeinnahmen von knapp 3,2 Milliarden Euro in 2019 dürften nach Einschätzung der Handelsstelle im laufenden Jahr übertroffen werden.
Kraftwerke und andere Industrieanlagen benötigen die Berechtigungen - pro Tonne ausgestoßenem CO2 müssen sie ein Zertifikat bei der Emissionshandelsstelle abgeben. Erwerben können sie die sogenannten Verschmutzungsrechte unter anderem bei Versteigerungen an der Energiebörse in Leipzig. Dort kennt der Preis seit Monaten nur eine Richtung: nach oben. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres kostete ein Zertifikat knapp 25 Euro, im Januar stieg der Preis auf über 33 Euro und kletterte im Juni auf mehr als 52 Euro. Die Preise steigen auch, weil die Zahl der zur Verfügung stehenden Zertifikate von Jahr zu Jahr sinkt. Das soll einen Anreiz zu Investitionen in klimaschonende Anlagen setzen.
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