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European Bioplastics Conference Globale Biokunststoffindustrie verzeichnet stabiles Wachstum

| Redakteur: Alexander Stark

European Bioplastics (EUBP) hat im Rahmen der 13. European Bioplastics Conference aktuelle Marktdaten der Biokunststoffindustrie vorgestellt. Die Auswertung zeigt ein stabiles Wachstum der globalen Branche. So soll der Weltmarkt für Biokunststoffe in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich um rund 25 % wachsen.

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Braskem Planta de Eteno Verde - hier werden „I'm Green“-Polyethylene hergestellt.
Braskem Planta de Eteno Verde - hier werden „I'm Green“-Polyethylene hergestellt.
(Bild: Mathias Cramer/temporealfoto.com)

Berlin – Die weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe werden in den kommenden Jahren weiter ansteigen von rund 2,11 Millionen Tonnen im Jahr 2018 auf etwa 2,62 Millionen Tonnen bis 2023. Innovative Biopolymere wie PLA (Polylactide) und PHA (Polyhydroxyalkanoate) sind die größten Wachstumstreiber im Bereich der biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffe. PHA sind eine wichtige Polymerfamilie, die sich lange Zeit in der Entwicklung befand und nun in kommerziellen Mengen auf dem Markt erhältlich ist. Die Produktionskapazitäten für PHA werden in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich um das Vierfache steigen. Diese Polyester sind 100 % biobasiert, biologisch abbaubar und bieten unterschiedliche Eigenschaften abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung.

Die Produktionskapazitäten für PLA verzeichnen ebenfalls ein starkes Wachstum und werden bis 2023 voraussichtlich um 50 % ansteigen. PLA ist ein vielseitiges Material mit hervorragenden Barriereeigenschaften, das in verschiedenen leistungsfähigen Sorten erhältlich und damit ein idealer Ersatz für PP (Polypropylen), PS (Polystyrol) und ABS-Kunststoffe in anspruchsvolleren Anwendungen ist.

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Verbesserte Materialeigenschaften in der Pipeline

Biobasiere, haltbare Kunststoffe, wie die sogenannten Drop-in Lösungen biobasiertes PE (Polyethylen) und biobasiertes PET (Polyethylentherephthalat) sowie biobasiertes PA (Polyamide), machen derzeit rund 48 % (1 Million Tonnen) der weltweiten Produktionskapazitäten von Biokunststoffen aus. Die Produktion von biobasiertem PE wird aufgrund neuer geplanter Kapazitäten in Europa weiter ansteigen.

Der angekündigte Ausbau der Kapazitäten für PET wurde nicht wie in den vergangenen Jahren vorhergesagt realisiert. Stattdessen verlagert sich der Fokus auf die Entwicklung von PEF (Polyethylenfuranoat), einem neuen Polymer, das voraussichtlich 2023 am Markt erhältlich sein wird. PEF ist vergleichbar mit PET, jedoch 100 % biobasiert und weist verbesserte Barriere- sowie thermische Eigenschaften auf. Somit eignet sich dieses Material für die Verpackung von Getränken, Nahrungsmitteln und Non-Food-Artikeln. Biobasiertes PP (Polypropylen) wird ebenfalls spätestens 2023 in kommerziellen Mengen auf dem Markt erhältlich sein. Auch hier wird aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von PP in vielen verschiedenen Anwendungsbereichen mit einem starken Wachstum gerechnet.

Verpackungen bleiben das führende Anwendungssegment für Biokunststoffe mit fast 65 % (1,2 Millionen Tonnen) Anteil am gesamten Biokunststoffmarkt im Jahr 2018. Die Daten zeigen zudem, dass Biokunststoffe bereits in vielen weiteren Bereichen eingesetzt werden, einschließlich Textilien, Gebrauchsgüter, Anwendungen im Automobil- und Verkehrsbereich sowie im Landwirtschafts- und Gartenbereich.

Mit Blick auf die regionale Verteilung der Produktionskapazitäten bleibt Asien weiterhin der wichtigste Produktionsstandort. Über 50 % aller Biokunststoffe wurden 2017 in Asien produziert. Rund ein Fünftel der Produktionskapazitäten sind in Europa angesiedelt. Dieser Anteil wird bis 2023 voraussichtlich auf ein Viertel ansteigen. Das erwartete Wachstum wird durch politische Initiativen in mehreren europäischen Mitgliedstaaten wie Italien und Frankreich unterstützt.

Die für den Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Produktion von Biokunststoffen genutzte Landfläche belief sich im Jahr 2018 auf rund 0,81 Millionen Hektar. Dies entspricht einem Anteil von weniger als 0,02 % an der weltweiten Landwirtschaftsfläche von 5 Milliarden Hektar. Trotz des prognostizierten Wachstums der Produktionskapazitäten von Biokunststoffen in den kommenden fünf Jahren, soll der Anteil der Landfläche in etwa gleich bleiben, so EUBP. Dies verdeutliche, dass zwischen dem Anbau nachwachsender Rohstoffe für Nahrungs- und Futtermittel und für die Herstellung von Biokunststoffen keine Konkurrenz bestehe.

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