Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie EU-Regeln verbieten ab sofort PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Von Wolfgang Ernhofer 11 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

12.08.2026

Kassel (dpa/lhe) *09:53 Uhr – Kali-Nachfrage hoch – K+S hebt Jahresziel an

Der Kalidüngerproduzent K+S erwartet nach mehr Umsatz im zweiten Quartal auch fürs gesamte Jahr 2026 ein besseres Geschäft. «Im zweiten Quartal war die Nachfrage nach Kali hoch. Die Preise entwickelten sich positiv und wir konnten mehr produzieren als im Vorjahr», sagte Konzernchef Christian Meyer in einer am Mittwoch auf der K+S Homepage veröffentlichten Videobotschaft. K+S fördert Kalisalze und Steinsalz und verkauft seine Produkte an Landwirtschaft und Industrie.

Im zweiten Vierteljahr steigerte K+S bei einem Umsatzwachstum um 12 Prozent auf 978 Millionen Euro den operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahresvergleich um 60 Prozent auf 176 Millionen Euro. Damit schnitten die Nordhessen besser ab als von Analysten erwartet. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern lag zunächst nicht vor. Für 2026 peilt Meyer nun ein Ebitda zwischen 680 und 760 Millionen Euro an, nachdem bisher ein Anstieg auf 630 bis 730 Millionen Euro im Plan gestanden hatte.

Das Management treibt zurzeit den Unternehmensumbau voran. Im Zuge des Projekts Werra 2060 begannen jüngst am Fabrikstandort Wintershall Umbauarbeiten. Werra 2060 soll die Produktion des Konzerns im hessisch-thüringischen Grenzgebiet bis 2060 sichern. Mit dem schon länger laufenden, insgesamt rund 600 Millionen Euro teuren Umbau will K+S zudem den CO2-Ausstoß senken und das Abwasser verringern.

Die Kapazitätserweiterung im noch jungen kanadischen Werk Bethune kommt planmäßig voran, wie es vom Unternehmen zur Wochenmitte weiter hieß. Im ersten Halbjahr sei vor allem in den Bau einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage sowie in die kontinuierliche Weiterentwicklung der dortigen Kavernen investiert worden.

Anfang Juni hatte K+S zudem die Übernahme von zwei Salzstandorten des polnischen Chemieunternehmens Qemetica in Sachsen-Anhalt und in Polen für 350 bis 380 Millionen Euro angekündigt. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 geplant. Der Schwerpunkt der beiden Standorte liegt in der Herstellung von Salzspezialitäten zur Wasserenthärtung sowie für die Lebensmittelindustrie.

Mannheim (dpa/lsw) *09:23 Uhr – Sparkurs bei Bilfinger zeigt Wirkung

Der Sparkurs beim Industriedienstleister Bilfinger zeigt Wirkung. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (Ebita) stieg im zweiten Quartal um 4 Prozent auf 77 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Mannheim mitteilte. Es bekommt jedoch weiter die Zurückhaltung der Kunden wegen des Konflikts am Persischen Golf zu spüren. «Unser Marktumfeld war im zweiten Quartal von geopolitischer Unsicherheit geprägt», sagte Unternehmenschef Thomas Schulz. Der Vorstand rechne aber für die zweite Jahreshälfte mit einer Belebung der Nachfrage. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um sieben Prozent auf 1,45 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang schrumpfte indes um 16 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich legte der Gewinn dank einer günstigeren Steuerquote um 14 Prozent auf 54 Millionen Euro zu.

Der Konzern verdient sein Geld insbesondere mit Planung, Bau, Wartung und Modernisierung von Industrieanlagen und Kraftwerken – zum Beispiel in den Bereichen Chemie, Energie, Pharma sowie Öl und Gas. Außerdem bietet das Unternehmen Dienstleistungen wie Effizienzsteigerung und technische Beratung an, damit Anlagen sicherer, günstiger und nachhaltiger betrieben werden können. Die Wurzeln von Bilfinger liegen in der Bauwirtschaft.

Brüssel (dpa) *05:00 Uhr – EU-Regeln verbieten PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden. Die von nun an geltende EU-Verpackungsverordnung schreibt neue Grenzwerte für sogenannte PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) in Lebensmittelverpackungen vor. Mit den auch Ewigkeitschemikalien genannten Stoffen soll etwa das Durchweichen des Pommes-Kartons oder der Döner-Tüte verhindert werden.

Der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zufolge sind die Grenzwerte so niedrig, dass eine absichtliche Verwendung quasi ausgeschlossen ist. Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Neben den strengen Grenzwerten für PFAS bringt die neue Verordnung auch andere weitreichende Veränderungen mit sich. Für Verbraucher dürften die meisten davon allerdings erst ab 2030 sicht- und spürbar werden.

Künftig müssen Verpackungen recyclingfähig und so klein wie möglich sein. Der erlaubte Leerraum etwa in Kartons bei Online-Bestellungen wird auf 50 Prozent begrenzt. Der Platz, der etwa mit Papier, Luftpolsterfolie, oder Styropor-Chips gefüllt ist, gilt auch als Leerraum. Darüber hinaus sind dann bestimmte Einwegplastikverpackungen für unverarbeitetes frisches Obst und Gemüse untersagt. Auch sind etwa sehr leichte Plastiktüten verboten - außer sie werden aus Hygienegründen oder für lose Lebensmittel benötigt und wirken so der Lebensmittelverschwendung entgegen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Verpackungsmüll ist ein großes Problem. Im Jahr 2023 fielen dem EU-Statistikamt Eurostat zufolge 177,8 Kilogramm Verpackungsabfälle pro Einwohner an. Die neuen Regeln sollen dafür sorgen, dass der Verpackungsmüll in der EU bis 2040 schrittweise um mindestens 15 Prozent im Vergleich zu 2018 reduziert wird. Bis 2030 sollen es 5 Prozent weniger sein, 10 Prozent bis 2035.

(ID:50919534)