Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie Elf Millionen Euro für neuen Forschungsstandort in Leuna

Aktualisiert am 20.07.2026 Quelle: dpa 49 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

30.07.2026

Leuna (dpa/sa) *16:43 Uhr – Elf Millionen Euro für neuen Forschungsstandort in Leuna

In der Nähe des Chemieparks Leuna soll ein neuer Forschungs- und Entwicklungsstandort entstehen. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) überreichte der Stadt Leuna dafür einen Förderbescheid über knapp elf Millionen Euro. Auf einer rund 15.200 Quadratmeter großen Fläche in unmittelbarer Nähe des Chemieparks sollen sich künftig Forschungs- und Technologieunternehmen ansiedeln.

Mit den Mitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen werde das Gelände vollständig erschlossen, teilte die Staatskanzlei mit. Schulze bezeichnete das Vorhaben als sichtbares Zeichen des Strukturwandels. «Mir ist wichtig, dass sie sehen: Unsere Heimat entwickelt sich weiter. Es entstehen neue Arbeitsplätze, neue Ideen und neue Perspektiven», sagte der Ministerpräsident.

Die Bescheidübergabe fand im Anschluss an ein Treffen der Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen im Mitteldeutschen Revier statt. Die drei Regierungschefs informierten sich über Projekte, die den Wandel der ehemaligen Braunkohleregion zu einem Wirtschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort voranbringen sollen.

München (dpa) *09:55 Uhr – Wacker Chemie erhöht Prognose – schwarze Zahlen realistisch

Der 2025 in eine tiefe Krise gerutschte Chemiekonzern Wacker kann in diesem Jahr dank Aktienverkäufen und niedrigerer Pensionslasten voraussichtlich wieder schwarze Zahlen schreiben. Im ersten Halbjahr verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 365 Millionen Euro, wie Wacker mitteilte – in der ersten Jahreshälfte 2025 war das Ergebnis negativ gewesen.

Die Rückkehr in die Gewinnzone lag jedoch nicht daran, dass die Geschäfte nun plötzlich wieder glänzend liefen: Im Mai hatte Wacker Chemie für 188 Millionen Euro ein großes Aktienpaket des Wafer-Herstellers Siltronic verkauft. Außerdem reduzierte der Konzern seine Pensionsrückstellungen um knapp 37 Millionen Euro und profitierte von Preiserhöhungen sowie einem Sparprogramm.

Dank der Sondereffekte ist laut Vorstand ein positives Jahresergebnis nun realistisch. Wacker war 2025 mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Nunmehr erhöhte das Unternehmen seine Prognose: Der Vorstand stellt für dieses Jahr ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 625 Millionen bis 750 Millionen Euro in Aussicht, deutlich mehr als die ursprüngliche Erwartung von 550 bis 700 Millionen.

Wacker Chemie ist nach Firmenangaben führender Hersteller hochreinen Polysiliziums, dem Grundmaterial für Computerchips. Weitere Geschäftsbereiche sind Silikone, aus denen unter anderem Harze und Öle hergestellt werden können, sowie Polymere für die Herstellung von Lacken oder Klebstoffen.

Das eigentliche Geschäft des Konzerns bleibt schwierig. Der Umsatz stieg im Vergleich zur ersten Hälfte des vergangenen Jahres leicht von knapp unter auf knapp über 2,9 Milliarden Euro. Die Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen wie der Automobil- oder Bauindustrie sei weiter schwach, sagte Vorstandschef Christian Hartel. «Auf der Nachfrageseite sehen wir aktuell keine Trendwende.»

Wegen der hohen Verluste im vergangenen Jahr hatte der Vorstand umfangreiche Einsparungen mitsamt dem Abbau von 1.500 Stellen in die Wege geleitet. Das Programm zeigt nach Hartels Worten bereits Ergebnisse, Ziel sind 300 Millionen Euro Kostensenkung im Jahr. Zum Stichtag 30. Juni arbeiteten weltweit 16.084 Menschen für den Konzern, 640 weniger als ein Jahr zuvor.

London (dpa) *08:51 Uhr – Shell verdient dank hoher Öl- und Gaspreise weiter kräftig

Die wegen des Iran-Kriegs stark gestiegenen Öl- und Gaspreise lassen die Gewinne bei Shell weiter sprudeln. Im zweiten Quartal erwirtschaftete der britische Energiekonzern trotz Produktionsausfällen im Nahen Osten einen um Sonderposten bereinigten Gewinn von 9,8 Milliarden Dollar (8,6 Mrd Euro), wie Shell in London mitteilte.

Das waren 42 Prozent mehr verglichen mit dem Vorquartal und zugleich mehr, als von Analysten erwartet. Vor allem das Gasgeschäft, die Förderung und die Chemiesparte trugen zum Zuwachs bei. Zudem kündigte der Öl- und Gasmulti ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über mindestens drei Milliarden Dollar an.

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