Newsticker Juli: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Elf Millionen Euro für neuen Forschungsstandort in Leuna

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17.07.2026

Hannover (dpa) - *14:47 Uhr – Deutsche Gasförderung steigt erstmals seit Jahren

In Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren wieder mehr Erdgas gefördert worden. Insgesamt wurden 4,5 Milliarden Kubikmeter Rohgas gewonnen, zwei Prozent mehr als 2024, wie das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in seinem Jahresbericht für 2025 mitteilte. Laut LBEG ist es der erste Anstieg seit mehr als 20 Jahren.

«Seit 2003 haben wir einen stetigen Rückgang der Erdgasförderzahlen gesehen», sagt LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier laut Mitteilung. «Es ist seitdem das erste Mal, dass wir ein leichtes Plus verzeichnen.» Gefördert wird das Gas fast ausschließlich in Niedersachsen: 98 Prozent der deutschen Gasförderung entfällt auf das Bundesland. Der Rest kommt vor allem aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt.

Grund für die Trendwende sei vor allem das neue Gasfeld in der Nordsee vor Borkum, das 2025 neu in der Statistik dazugekommen sei. Rund vier Prozent der heimischen Förderung entfielen allein auf dieses Gasfeld. Ohne diese Quelle wäre die Fördermenge damit weiter gesunken.

Essen (dpa) - *00:05 Uhr – Evonik-Chef Kullmann fordert Verschiebung des Kohleausstiegs

Der Chef des Chemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, spricht sich dafür aus, den in Nordrhein-Westfalen geplanten Kohleausstieg zu verschieben. «Den Kohleausstieg 2030 sehe ich nicht. Wir haben nicht genug Gaskraftwerke, um die Versorgung zu sichern», sagte Kullmann der «Rheinischen Post». «Wir haben eine Netzinfrastruktur wie in Albanien, und es gibt weit und breit keinen bezahlbaren Wasserstoff.» Eine Verlängerung für die Kohle sei im Interesse der Industrie, sagte Kullmann. «Wir werden die Kohle mindestens bis 2033 benötigen, voraussichtlich länger. Das hängt von den Rahmenbedingungen ab.»

Der Bundestag verabschiedete im Dezember 2022 ein Gesetz, wonach die drei Braunkohleblöcke Neurath F und G sowie Niederaußem K bereits 2030 statt 2038 vom Netz gehen. Allerdings gibt es eine Revisionsklausel. Die Bundesregierung muss bis zum 15. August entscheiden, ob und in welchem Umfang die Anlagen in eine Reserve überführt werden und damit bis zum 31. Dezember 2033 verfügbar bleiben.

Der Bundestag billigte in der vergangenen Woche den Plan zum Bau zahlreicher neuer Gaskraftwerke in den nächsten fünf Jahren. Die Anlagen sollen den Kohleausstieg und den Ausbau von Ökostrom flankieren und befürchtete Lücken in der Stromversorgung vermeiden. Der Evonik-Chef forderte zudem, das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland von 2045 auf 2050 zu verschieben: «Das wäre sinnvoll, um unsere Industrie nicht weiter zu benachteiligen.» Deutschlands Anteil an den globalen CO2-Emissionen betrage gerade mal 1,6 Prozent. «Für das Weltklima ist es unerheblich, wann wir klimaneutral werden. Für das Überleben der deutschen Chemie aber nicht», so Kullmann.

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