Woking (dpa) *21:28 Uhr – Linde vor Dax-Ende: Konzern will Frankfurter Börse verlassen
Der Industriegasekonzern Linde will sich von der Frankfurter Börse verabschieden. Der Verwaltungsrat habe entschieden, den Aktionären den Rückzug von der Frankfurter Börse vorzuschlagen, teilte der Dax-Konzern am Montagabend mit. Die doppelte Börsennotierung in New York und Frankfurt habe einen negativen Einfluss auf die Bewertung des Unternehmens, hieß es zur Begründung.
Die Deutsche Börse würde bei einem Rückzug ein Schwergewicht und eines der wertvollsten Unternehmen im deutschen Leitindex Dax verlieren. Das Münchner Traditionsunternehmen Linde hatte 2018 mit dem US-Konkurrenten Praxair fusioniert.
Im Falle der Umsetzung der Rückzugs-Pläne würde eine neue Holdinggesellschaft gegründet werden. Die Aktionäre würden für jede Aktie von Linde plc eine Aktie der neuen Holdinggesellschaft erhalten, die an der New Yorker Börse notiert werden solle, hieß es weiter. Die neue Holdinggesellschaft werde den Namen Linde tragen.
Kigali/Bingen (dpa/lrs) *15:46 Uhr – Die Biotechnologie-Akademie Rheinland-Pfalz
Die Landesregierung will Rheinland-Pfalz zu einem international führenden Biotechnologie-Standort ausbauen. Dafür wurde unter anderem ein Biotechnologie-Beirat gegründet, im November sollen vorläufige Ergebnisse einer Studie zum Status Quo des Standorts vorliegen. Teil der Strategie der Landesregierung ist auch der Aufbau einer Biotechnologie-Akademie. Diese ist zu verstehen als eine Art Vernetzungsplattform für die Hochschulen im Land.
Mit im Boot seien alle Hochschulen in Rheinland-Pfalz, nicht nur diejenigen mit einem biotechnologischen Angebot, erklärte die Präsidentin der Technischen Hochschule (TH) Bingen, Antje Krause, am Montag in Kigali. Die TH Bingen hat die Federführung bei der Akademie. Um erfolgreich zu sein, brauche es nicht nur Biotechnologie-Experten, sondern auch Fachleute für die Administration drumherum, also zum Beispiel auch betriebswirtschaftliches Wissen.
Anfang kommenden Jahres soll Krause zufolge die Leitung für die Akademie besetzt werden. Dann gehe es darum, Angebote für Schüler, Studenten und auch Mitarbeiter von Unternehmen zu bündeln oder zu entwickeln. Bestehende Angebote sollten sichtbarer gemacht, Wissen ausgetauscht werden.
Mit der geplanten Biotechnologie-Kooperation zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda, zu der am Montag in Kigali eine Absichtserklärung unterzeichnet wurde, soll auch das afrikanische Land in den Austausch eingebunden werden. Auf ruandischer Seite soll dabei mit dem Institute of Applied Sciences Ruhengeri zusammengearbeitet werden, das schon Teil einer bestehenden Kooperation von Rheinland-Pfalz und Ruanda im Agrarsektor ist. In Ruanda ließen sich sehr viele Erfahrungen sammeln, aus denen Lehren gezogen werden könnten, etwa was den Umgang mit Infektionskrankheiten angehe, sagte Krause.
Düsseldorf/Essen (dpa) *14:49 Uhr – Bayer und Energiekonzerne versetzten Teil ihrer Büros in «Winterschlaf»
Die Energiekonzerne Uniper und Eon planen drastische Maßnahmen, um im kommenden Winter Energie zu sparen.
Uniper werde rund die Hälfte seiner Büroflächen in der Düsseldorfer Konzernzentrale ab Anfang November «in den Winterschlaf schicken», sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Diese Räume sollen dann nicht mehr genutzt und nur noch auf 14 Grad geheizt werden. Alle Elektrogeräte in den betroffenen Gebäudeteilen würden stillgelegt.
Die Mitarbeiter würden auf die verbleibenden Räume verteilt, berichtete Uniper. Die sei ohne große Probleme möglich, weil die
2500 Beschäftigten des Konzerns in Düsseldorf ohnehin keine festen Arbeitsplätze mehr hätten, sondern sich einen Schreibtisch bei Bedarf in einem Buchungssystem reservierten. Uniper hoffe so den Energieverbrauch um mindestens 25 Prozent reduzieren zu können. Zuvor hatte die «Rheinische Post» über die Pläne des Konzerns berichtet.
Auch Eon kündigte an, komplette Gebäudeteile für die gesamte Heizperiode bis Mitte April herunterfahren zu wollen. «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Bereiche sind daher bereits Anfang Oktober zusammengezogen oder werden dies in Kürze tun», teilt das Unternehmen mit. Die betroffen Räume sollen nur noch so beheizt werden, dass das Gebäude und die Infrastruktur keinen Schaden nehmen.
Ziel von Eon sei es, den Energieverbrauch der eigenen Gebäude im Durchschnitt um mindestens 20 Prozent zu senken, betonte der Konzern. Dazu würden auch alle nicht unbedingt notwendigen Lichtquellen wie Logos und Außenbeleuchtungen reduziert oder vollständig abgeschaltet.
Stand: 08.12.2025
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Auch der Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer hat nach eigenen Angaben weitreichende technische Vorkehrungen getroffen, um die Erdgasabhängigkeit deutlich zu verringern. «Und um ein Zeichen zu setzen, wurden neben der Beleuchtung des Leverkusener Bayer-Kreuzes auch die Logos an anderen Standorten ausgeschaltet», sagte ein Firmensprecher. Außerdem sei die Mindest-Raumtemperatur für körperlich leichte und überwiegend sitzende Tätigkeiten auf 19 Grad Celsius gesenkt worden.
Kigali (dpa/lrs) *13:59 Uhr – Rheinland-Pfalz und Ruanda kooperieren in der Biotechnologie
Rheinland-Pfalz und Ruanda haben eine Hochschulkooperation in der Biotechnologie vereinbart. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und die ruandische Bildungsministerin Valentine Uwumariya unterzeichneten am Montag in Kigali eine entsprechende Absichtserklärung. Geplant sind unter anderem Austausche von Wissenschaftlern und Studenten, gemeinsame Forschungsprojekte sowie ein regelmäßiger Wissenstransfer zwischen Hochschulen.
Dreyer sagte, bei der seit 40 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda müsse immer wieder geschaut werden, wie man gemeinsam in die Zukunft gehen wolle. «Biotechnologie ist eine Technologie der Zukunft, das ist klar», betonte die Ministerpräsidentin. Rheinland-Pfalz wolle eine führende Biotechnologie-Region in Europa werden, Ruanda habe ähnliche Pläne in Afrika.
Auf rheinland-pfälzischer Seite ist unter der Federführung der Technischen Hochschule (TH) Bingen eine Biotechnologie-Akademie im Aufbau, ein Verbund von Hochschulen im Land. Ziel sei es, gemeinsam Wissen aufzubauen und dem Fachkräftemangel zu begegnen, erklärte die Präsidentin der TH Bingen, Antje Krause, in Kigali. Gut ausgebildete Fachkräfte könnten auch Ruanda helfen, weitere Technologiefirmen anzusiedeln.
Bereits vor einiger Zeit hatten Rheinland-Pfalz und Ruanda eine Zusammenarbeit im Agrarsektor vereinbart, hierfür hatte 2019 der damalige rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) einen sogenannten «Letter of Intent» unterzeichnet. Die Kooperation in der Biotechnologie sei nun der nächste Schritt, sagte Dreyer.
Brüssel/Luxemburg (dpa) *13:51 Uhr – EU beschließt neue Grenzwerte für gefährliche Chemikalien
Die Umweltminister der EU-Staaten haben neue Grenzwerte für besonders schädliche Chemikalien in Abfällen beschlossen. Konkret geht es um sogenannte persistente organische Schadstoffe (POP), wie der Rat der Mitgliedstaaten am Montag mitteilte. Diese bauen sich nur schwer ab und verbreiten sich über Luft, Wasser und Nahrungsketten. Je nachdem wie viel ein Mensch von den Stoffen aufnimmt, können etwa das Immunsystem, die Atemwege, das Hormonsystem, die Fortpflanzungsfähigkeit oder das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt werden.
Nach Angaben der Europäischen Kommission werden persistente organische Schadstoffe eigentlich nicht mehr in neuen Produkten verwendet. Sie können aber noch zum Beispiel in Abfall von wasserdichten Textilien, Möbeln, Kunststoffen und Elektronikgeräten nachgewiesen werden. Auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft soll deswegen die POP-Menge in Abfällen begrenzt werden. Bei der Kreislaufwirtschaft geht es etwa darum, Produkte so oft wie möglich zu recyceln, zu reparieren oder anderweitig weiter zu nutzen.
Strengere Grenzwerte wird es den EU-Angaben zufolge nun unter anderem für Perfluoroctansäure (PFOA) geben, deren Salze und verwandte Verbindungen sich zum Beispiel in wasserdichten Textilien und Löschschaum finden. Auch für bestimmte Flammschutzmittel - Polybromierte Diphenylether (PBDE) und Hexabromcyclododecan (HBCDD) - sollen neue Grenzwerte gelten. Beides ist etwa in Kunststoffen und Textilien zu finden. Hexabromcyclododecan findet sich zum Beispiel in Gebäudeisolierungen - wenn das Haus abgerissen wird, landet die Chemikalie im Abfall.
Das Europaparlament hat den neuen Regeln bereits Anfang Oktober zugestimmt. Sie sollen sechs Monate nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten.