Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemiepräsident Steilemann mahnt zur Eile bei Energiepreisbremsen

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12.10.2022

Ludwigshafen (dpa) *16:56 Uhr – BASF will Kosten deutlich senken – Stellenabbau nicht ausgeschlossen

Der Chemiekonzern BASF will seine Kosten wegen verschlechterter Geschäfte und schwierigerer Rahmenbedingungen in Europa drastisch senken. Ein Sparprogramm, das von 2023 bis 2024 umgesetzt wird, soll die jährlichen Kosten außerhalb der Produktion um 500 Millionen Euro senken, wie BASF bei der Vorlage vorläufiger Quartalszahlen am Mittwoch in Ludwigshafen mitteilte. Mehr als die Hälfte der Einsparungen sollen am Standort Ludwigshafen realisiert werden. Sowohl Unternehmens-, Service- und Forschungsbereiche als auch die Konzernzentrale sollen gestrafft werden, hieß es. Dabei schließe das Unternehmen auch Stellenstreichungen nicht aus, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Der Mitteilung zufolge erarbeitet BASF derzeit weitere Maßnahmen zur mittel- und langfristigen Anpassung des Produktionsverbunds in Europa. Im ersten Quartal 2023 will BASF dazu mehr bekannt geben. Die Arbeitnehmervertretungen würden in den relevanten Gremien eingebunden, hieß es weiter. Die BASF-Aktie legte am Nachmittag um rund zwei Prozent zu und gehörte damit zu den stärksten Titeln im Dax.

Im dritten Quartal verdiente BASF wegen Abschreibungen deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Gewinn nach Steuern sei von 1,25 Milliarden Euro auf voraussichtlich 909 Millionen Euro zurückgegangen, teilte der Konzern weiter mit. Darin seien Wertberichtigungen auf die Mehrheitsbeteiligung am Gas- und Ölkonzern Wintershall Dea in Höhe von rund 740 Millionen Euro enthalten. Diese seien eine Folge der teilweisen Abschreibung der von Wintershall Dea gehaltenen Beteiligung an der Nord Stream AG, die die Nord Stream 1 Pipeline betreibt. Seit Wochen fließt durch die Pipeline kein Gas mehr von Russland nach Deutschland. Zuletzt gab es mehrere Lecks in der Rohrleitung.

Der Umsatz des Dax-Konzerns legte im Jahresvergleich dank höherer Preise und günstiger Wechselkurse im dritten Quartal um 12 Prozent auf knapp 22 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis - der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sonderposten - sank um knapp 28 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro, fiel damit aber besser aus als von Analysten erwartet. BASF konnte die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie teilweise noch über höhere Verkaufspreise an die Kunden weitergeben können, hieß es.

An seinen Jahreszielen hält der BASF-Vorstand unterdessen fest und rechnet weiterhin mit einem operativen Ergebnis zwischen 6,8 Milliarden und 7,2 Milliarden Euro.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *10:50 Uhr – Nach Verkehrsunfall auf BASF-Gelände: Zahl der Verletzten korrigiert

Einen Tag nach dem Verkehrsunfall auf dem BASF-Werksgelände in Ludwigshafen ist die Zahl der Verletzten korrigiert worden. Insgesamt seien zehn Menschen verletzt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Zwei von ihnen, ein 38-jähriger Lkw-Fahrer sowie ein männlicher Fahrgast im Bus, hätten schwere Verletzungen erlitten. Kurz nach dem Unfall am Dienstagabend hatte die BASF von 15 Verletzten berichtet. Bei dem Unglück waren laut Polizeiangaben an einer Kreuzung aus bislang unbekannten Gründen ein mit 30 Menschen besetzter Linienbus und ein Lastwagen zusammengestoßen. Die Behörde schätzte den Schaden auf 200 000 Euro.

Der Unfall ereignete sich laut Unternehmensangaben im Werksteil Nord. Auf dem sehr weitläufigen Gelände unterhält die BASF einen Busverkehr.

Warschau (dpa) *09:45 Uhr – Polen: Leck an der Ölpipeline «Druschba» entdeckt

In Polen ist ein Leck an der Pipeline «Druschba» entdeckt worden, durch die Öl aus Russland nach Europa fließt. Die Ursache sei noch unbekannt, teilte der polnische Pipeline-Betreiber Pern am Mittwoch mit. Demnach wurde das Leck am späten Dienstagabend an einem der beiden Stränge des westlichen Abschnitts der Leitung rund 70 Kilometer von der zentralpolnischen Stadt Plock gemeldet.

Dies sei die Hauptleitung, über die das Rohöl nach Deutschland fließe. Ein Sprecherin der örtlichen Berufsfeuerwehr sagte der Nachrichtenagentur PAP, das Leck befinde sich in dem Dorf Lania.

«Die Pumpen wurden sofort abgeschaltet. Der andere Strang der Ölpipeline ist unverändert in Betrieb», heißt es in dem Statement des Betreibers. Dies gelte auch für das restliche Netzwerk. An den Ort des Lecks seien Einsatzkräfte des Betreibers sowie die Feuerwehr entsandt worden.

Die Pipeline «Druschba» (Freundschaft) zählt zu den größten der Welt und liefert russisches Öl in mehrere Länder Mitteleuropas. Sie versorgt auch die Raffinerie Schwedt.

Mannheim (dpa/lsw) *06:00 Uhr – Mannheimer Chemieunfall: Zweite Expertise in Auftrag gegeben

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zu den Ursachen des Mannheimer Chemieunfalls mit 17 Verletzen auf eine breitere Basis gestellt. Rund sieben Wochen nach dem Unglück sei ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben worden, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde der Deutschen Presse-Agentur. Somit sind ein Sachverständiger für Gefahrgutlogistik und ein Experte für Materialprüfung an der Ursachenforschung beteiligt. Letzterer nimmt Analysen an sichergestellten Fässern mit Hydrosulfit vor. Aus diesen waren giftige Dämpfe entwichen.

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«Mit einem Ergebnis rechnen wir frühestens im Dezember dieses Jahres», sagte der Sprecher. Bislang gebe es keine neuen Erkenntnisse. Die Behörde ermittele gegen Unbekannt, da der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung bestehe.

Die Untersuchungen finden auf dem Gelände des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF statt, der einen Container mit dem Bleichmittel für die Textilindustrie in die Türkei schicken wollte. Im Jahr verkauft das Unternehmen mehrere Tausend Tonnen davon. Die beschädigte Ladung in dem Container umfasste 22 Tonnen. Die Bergung des Inhalts war ein schwieriges Manöver, weil der erhitzte Container lange auf eine Temperatur abgekühlt werden musste, die das Öffnen erlaubte.

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