Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Chemiepräsident Steilemann mahnt zur Eile bei Energiepreisbremsen

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26.10.2022

Schwäbisch Gmünd (dpa/lsw) *21:48 Uhr – Säure-Austritt bei Bosch – Großeinsatz der Feuerwehr

Ein Säure-Austritt auf dem Werksgelände des Unternehmens Bosch hat in Schwäbisch Gmünd für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Gegen 17.00 Uhr sei die Säure am Mittwoch aus zunächst ungeklärter Ursache ausgetreten, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen am Abend auf Nachfrage mitteilte.

Die angerückten Einsatzkräfte der Feuerwehr lüfteten das Gebäude, in dem sich die Flüssigkeit befand und saugten die ausgelaufene Säure auf. Es sei niemand verletzt worden, auch am Gebäude sei kein Schaden entstanden. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren vor Ort, auch die Betriebsfeuerwehr sei eingesetzt worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Ingelheim (dpa/lrs) *16:01 Uhr – Boehringer Ingelheim startet Bau von Solarpark

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat am Mittwoch mit dem Bau einer neuen Photovoltaik-Anlage begonnen. Der Solarpark soll mit insgesamt 2440 Solarmodulen nach Fertigstellung das Stammwerk mit einem jährlichen Ertrag von rund einer Gigawattstunde (GWh) an CO2-frei erzeugtem Strom versorgen. Damit ließe sich der Strombedarf von rund 200 Durchschnittshaushalten pro Jahr decken, teilte das Unternehmen mit. Das an die Autobahn 60 angrenzende Baufeld ist mit etwa 10 000 Quadratmetern größer als ein Fußballfeld und liegt etwa 600 Meter vom Werksgelände entfernt. Investiert werden nach Unternehmensangaben 1,73 Millionen Euro für den Solarpark.

Schwarzheide (dpa/bb) *14:21 Uhr – Bundeskanzler Scholz besucht BASF in der Lausitz

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will am kommenden Dienstag den Chemiekonzern BASF am Standort Schwarzheide besuchen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wird Scholz zusammen mit dem BASF-Vorstandsvorsitzenden Martin Brudermüller einen Rundgang durch die im Bau befindliche Fabrik für Kathodenmaterialien für die Batterieproduktion machen.

BASF will in der neuen Anlage in der Lausitz Kathodenmaterialien für 400.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr herstellen. Zudem baut der Chemieriese eine Prototypanlage für Batterierecycling. Ziel ist es laut Unternehmen, den Kreislauf zu schließen, um führend im Recycling von Lithium-Ionen-Batterien für die Autoindustrie zu werden.

Wegen verschlechterter Geschäfte und schwierigerer Rahmenbedingungen in Europa legte die BASF-Führung jüngst ein Sparprogramm auf, das 2023 bis 2024 umgesetzt werden soll.

Ludwigshafen (dpa) *07:38 Uhr –BASF-Chef verteidigt angekündigtes Sparprogramm

BASF-Chef Martin Brudermüller hat das Sparprogramm für den Chemiekonzern wegen einer sich verschlechternden Ergebnisentwicklung in Europa und Deutschland verteidigt. «Zum einen wächst der europäische Chemiemarkt seit rund einem Jahrzehnt nur noch schwach», zum anderen setzten der deutliche Anstieg der Erdgas- und Strompreise die chemischen Wertschöpfungsketten unter Druck, sagte Brudermüller am Mittwoch. In den ersten neun Monaten des Jahres 2022 hätten sich die Mehrkosten für Erdgas an den europäischen BASF-Standorten auf rund 2,2 Milliarden Euro im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 belaufen.

Zudem belasteten große Unsicherheiten die chemische Industrie durch eine Vielzahl geplanter EU-Regulierungen. «Diese herausfordernden Rahmenbedingungen in Europa gefährden die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produzenten», mahnte der Manager. Deshalb müssten die Kostenstrukturen so schnell wie möglich und auch dauerhaft angepasst werden.

Wegen verschlechterter Geschäfte und schwierigerer Rahmenbedingungen in Europa legte die BASF-Führung jüngst ein drastisches Sparprogramm auf, das in den Jahren 2023 bis 2024 umgesetzt werden soll. Die Kürzungen sollen die jährlichen Kosten außerhalb der Produktion um 500 Millionen Euro senken. Mehr als die Hälfte der Einsparungen will der Vorstand am Standort Ludwigshafen realisieren, wo BASF rund 39.000 seiner weltweit etwa 111.000 Mitarbeiter beschäftigt. Sowohl Unternehmens-, Service- und Forschungsbereiche als auch die Konzernzentrale sollen gestrafft werden, hieß es. Dabei schließt das Unternehmen Stellenstreichungen nicht aus.

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Das Unternehmen hatte bereits Mitte Oktober Eckdaten für das dritte Quartal vorgelegt. BASF konnte zwar in den drei Monaten den Umsatz dank höherer Preise und günstiger Wechselkurse im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf knapp 22 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis - der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sonderposten – brach jedoch um 28 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro ein. Der Konzern konnte die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie nur noch teilweise über höhere Verkaufspreise an seine Kunden weitergeben.

Leuna (dpa/sa) *05:01 Uhr – Sorge um Jobs in Ost-Chemie – Kundgebung in Leuna

Angesichts der Energiekrise wächst aus Sicht der Gewerkschaft IGBCE unter den Menschen in der ostdeutschen Chemie die Sorge um den Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze. Viele Familien in der Region Leuna-Schkopau-Bitterfeld-Wolfen, die auch als Chemiedreieck bekannt ist, seien verunsichert, sagte eine Sprecherin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Unter dem Motto «Perspektive Leuna» hat die Gewerkschaft für Mittwoch (16.00 Uhr) zu einer Kundgebung vor dem Haupttor des Chemieparks Leuna aufgerufen.

Erwartet werden Teilnehmer aus weiteren Chemiestandorten. «Es geht darum, dass wir gemeinsam für eine Zukunft, für die Arbeitsplätze, für den Erhalt der Firmen kämpfen wollen», sagte sie. Daher sei es nötig, dass die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Bürger und Unternehmen schneller umgesetzt werden.

Es kämen im Chemiedreieck Erinnerungen auf, als nach 1990 im Zuge der Umstrukturierung der Branche viele Arbeitsplätze abgebaut wurden. In Ostdeutschland sind heute nach Branchenangaben rund 54.500 Menschen in der Chemie- und Pharmaindustrie beschäftigt, vor allem in Chemieparks. Das «Chemiedreieck» gilt als Schwerpunkt der Branche, dazu kommen Schwedt und Schwarzheide in Brandenburg, Böhlen in Sachsen im Verbund mit Schkopau.

Die Chemie gehört zu den Bereichen der Wirtschaft, die viel Energie brauchen und bisher vor allem auf Gas und Erdöl auch als Rohstoff für die Produktion angewiesen sind. Ein Großteil der Lieferungen in Ostdeutschland kam bisher aus Russland. Die Kosten für Energie und Rohstoffe sind im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine nach Angaben des Landesverbandes Nordost des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) explodiert. Erste Betriebe hätten ihre Produktion gedrosselt oder Anlagen stillgelegt.

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